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Tim Spetzke absolvierte für die Eintracht vier der sechs Geräte. Auftakt war die Übung am Boden.

Kunstturnen

Eintrachts Zweitliga-Riege geht trotz bester Saisonleistung erstmals leer aus

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Erste Niederlage für Eintracht Frankfurt: Erst im letzten Duell entscheidet sich der gutklassige Vergleich.

Die nur 45 Kilometer Entfernung zwischen den Standorten Frankfurt und Großen-Linden machten es möglich: Beide Teams bekamen reichlich Unterstützung durch ihre Anhänger. Belohnt wurden die Fans mit guten Übungen und Spannung pur – mit dem besseren Ausgang für die Gäste aus Großen-Linden, die 31:30 gewannen und somit die erste Niederlage von Eintracht Frankfurts Kunstturnern in der Zweiten Bundesliga perfekt machten.

Als das fünfte Gerät, der Barren, zu Ende geturnt war, stand auf der Anzeigetafel ein 25:25. Die Entscheidung musste am Reck fallen. Vor dem letzten Zweikampf zwischen dem Frankfurter Peter Seufert und dem Jordanier Adham Alsquor führten die Gastgeber 30:27. Seufert turnte eine tadellose Übung, die in der Durchführung mit 9,2 Punkten, dem Höchstwert an diesem Tag, belohnt wurde. Doch Alsquor zeigte eine viel schwierigere Reckübung mit einem wesentlich höheren Ausgangswert von 5,6 – auch Höchstwert an diesem Tag. Die über 100 Zuschauer warteten gebannt auf die Wertung. Und dann erschien sie: 12,30:13,60 Punkte, vier Scorepunkte für den TV Großen-Linden und damit ein 31:30-Sieg. „So hohe Wertungen hatten wir in der Saison noch nie. Uns ist es gelungen, ohne einen größeren Fehler durch die sechs Geräte zu kommen“, strahlte TV-Kapitän Tim Pfeiffer hinterher.

Bei den Adlerträgern herrschte große Enttäuschung. „Unglücklicher kann man nicht verlieren. Das war unser bester Wettkampf der Saison“, meinte Trainer Florian Krick. Mit einer Ausnahme: Der Ukrainer Eduard Yermakov, obwohl mit 16 Zählern wieder Topscorer des Wettkampfes, hatte am Barren die Punkte liegengelassen, die zum Sieg gereicht hätten. Er blieb bei einer Drehung mit den Füßen am Boden hängen wodurch er nicht in den Stütz kam, sondern sich auf das Gerät setzte. Statt wie üblich um 13,70 (Ausgangsnote für die technischen Schwierigkeiten 5,3) gab es nur 11,95 (4,9) und zwei Scorepunkte statt fünf.

Er war aber nicht Schuld an der Niederlage. Sein bester Sprung im Trikot der Eintracht trug mit dazu bei, dass die Frankfurter zum ersten Mal dieses Gerät gewannen. Und das, obwohl Alexander Winter beim Einspringen eine Blockade verspürte und kurzfristig durch Dominic Sartorio ersetzt werden musste, der dann einen sehr gut ausgeführten Kasamatsu zeigte.

Es war nicht der einzige personelle Aderlass. Viel mehr wog der verletzungsbedingte Ausfall von Niklas Neuhäusel, der unter normalen Umständen vier bis sechs Scorepunkte mehr erturnt hätte. „Wir sind an einigen Geräten nicht imstande, Ausfälle gleichwertig zu kompensieren“, erklärte Krick. Am auffälligsten war es an den RingenDer eingesetzte Marvin Kessler trug seine Übung sauber vor (8,2 Punkte), bei einem Ausgangswert von nur 2,6 kostete dies gegenüber Eric Franke (11,70) aber vier Scorepunkte, so dass die Ringe erstmals in dieser Saison verloren wurden (5:8). Mit Neuhäusel ohne Patzer hätte es 8:4 für die Eintracht geheißen.

Doch wenn und aber helfen nicht. Die Niederlage war zwar ärgerlich, aber verkraftbar. Bei drei vorhergegangenen Siegen ist das Ziel Klassenerhalt ja erreicht. Und Yermakov, Seufert, Tim Spetzke, Niklas Volk, Winter Keller und Sartorio gaben ihr Bestes, um die Niederlage zu vermeiden.

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