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Eisbachtals Neuzugang Gabriel Jost (rechts) setzt gegen den Wormser Emmanuel Léonce Kouadio zur entscheidenden Flanke an, die wenig später Steffen Meuer zum Ausgleich für die „EIsbären“ einschießen wird.

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

Eisbachtal auf Augenhöhe mit Worms

Die Eisbachtaler Sportfreunde sind nach acht Jahren Abstinenz mit einem 1:1 (0:1) gegen Regionalliga-Absteiger VfR Wormatia Worms in die neue Saison der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gestartet. Am Ende schnupperten die „Eisbären“ in einer teilweise hitzig geführten Partie sogar noch an drei Punkten.

„Ich bin sehr, sehr zufrieden mit der Leistung. Gerne hätten wir mehr mitgenommen, aber so vermessen wollen wir nicht sein“, sagte nach dem Schlusspfiff des Oberliga-Auftaktspiels gegen Wormatia Worms Eisbachtals Trainer Marco Reifenscheidt. Der SFE-Coach hatte mit Gabriel Jost, Tommy Brühl und Niklas Kremer gleich drei Neuzugängen in der Startelf die Chance gegeben, sich zu beweisen. 

Vor allen Dingen Torwart Niklas Kremer zahlte das Vertrauen prompt zurück: Der an diesem Tag nicht ganz sicher wirkende Marvin Kleinmann hatte nach sieben Minuten im Eisbachtaler Strafraum einen Wormatia-Offensivmann leicht am Trikot gezupft, woraufhin Schiedsrichter Tobias Hauer prompt auf Elfmeter entschied. Doch den anschließend von Jan Dahlke schwach geschossenen Strafstoß parierte Niklas Kremer glänzend (8.), womit er seine Mannschaft vor einem frühen Rückstand bewahrte. 

Die „Eisbären“ versuchten in der Folge zwar ihrerseits, gefährlich vor das Wormatia-Gehäuse zu kommen, doch die dicht gestaffelte Defensive ließ nur wenig zu. „Gerade in der ersten Halbzeit war es von uns richtig gut“, fand Wormatia-Trainer Kristjan Glibo. Ein Schuss von Steffen Meuer aus zehn Metern über die Querlatte (22.), ein unplatzierter Kopfball Robin Stahlhofens (28.) und ein aus 20 Metern getretener Freistoß von Lukas Reitz (42.) waren noch die besten Gelegenheiten für die Westerwälder. 

Die Elf aus der Nibelungenstadt, allen voran Sturmtank Jan Dahlke, ließ dagegen vor dem Eisbachtaler Tor die nötige Zielstrebigkeit und Kaltschnäuzigkeit vermissen. Nichtsdestotrotz ging der Meisterschaftsfavorit vor rund 520 Zuschauern in Führung: Marvin Kleinmann vertändelte einen Ball an der Strafraumkante gegen Jan Dahlke, der wenige Sekunden später zum 1:0 einnetzte (32.). 

Während die Wormatia, angetrieben von ihren Fans, in Halbzeit eins optisch mehr vom Spiel hatte, wandelte sich das Bild in Halbzeit zwei komplett, wie auch Marco Reifenscheidt später anmerkte: „In der zweiten Halbzeit hat nur noch eine Mannschaft gespielt.“ Während Worms nur noch auf Konter lauerten, übernahmen die Eisbachtaler spielerisch das Übergewicht. Zwingende Strafraumszenen blieben jedoch Mangelware. Wenn, dann kamen sie über Freistöße von Lukas Reitz zu gefährlichen Aktionen (56., 82.). Glück hatten die Westerwälder unterdessen (59.), als Clerim Recica ein Bein zwischen den herausgeeilten Niklas Kremer und Gabriel Leber bekam, und der Ball seelenruhig am Tor vorbeikullerte. Wie es besser geht, bewies letztlich Steffen Meuer: Gabriel Josts Flanke von der linken Seite zimmerte der Eisbachtaler Torjäger aus elf Metern mit einem Gewaltschuss in die Maschen und ließ dabei VfR-Keeper Kevin Urban keine Abwehrchance (62.). 

Die Eisbachtaler wollten hiernach zwar unbedingt ihren zweiten Treffer nachlegen, was aber nicht mehr gelang. Vielmehr mussten sie sich bei Schlussmann Niklas Kremer bedanken, dass er in der fünften Minute der Nachspielzeit per Fußabwehr gegen den eingewechselten Wormser Filimon Gerezgiher parierte und so die unverdiente Eisbachtaler Niederlage verhinderte. 

„Ich bin sehr, sehr zufrieden mit der Leistung. Gerne hätten wir mehr mitgenommen, aber so vermessen wollen wir nicht sein“, lobte Marco Reifenscheidt sein Team, das allerdings auch zwei bittere Pillen schlucken musste: Die beiden Rechtsverteidiger Julian Hannappel (Augenverletzung) und Gabriel Leber (Rippenverletzung) wurden bei unschönen Zweikämpfen derart heftig gefoult, dass sie ausgewechselt werden mussten. 

Eisbachtal: Kremer – Ju. Hannappel (30. Leber/87. Jo. Hannappel), Hundhammer, Kleinmann (44. Martin), Jost – Nakai, Brühl – Tautz – Meuer, Stahlhofen Reitz – Worms: Urban – Grimmer, Ogorodnik, Lickert, Veleanu – Köksal, Graciotti – Recica, Matsumoto (78. Schünke), Oliveira Damaceno (30. Kouadio/67. Gerezgiher) – Dahlke – SR: Hauer (Bübingen) – Zuschauer: 520 –Tore: 0:1 Jan Dahlke (32.), 1:1 Steffen Meuer (62.) –Rot: Jan-Philipp Schünke (Worms/88./Tätlichkeit).

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