Hachenburger-Pils-Cup

Eisbachtaler Comeback-Qualität

Bei der 26. Auflage des Hallenfußballturniers in Hachenburg haben sich die Sportfreunde Eisbachtal zum ersten Mal den Titel gesichert. Im Finale gewann die Mannschaft von Trainer Marco Reifenscheidt mit 3:2 gegen Bezirksligist SG Weitefeld. Titelverteidiger SV Rot-Weiß Hadamar hatte im Viertelfinale die Segel streichen müssen, der SV Mengerskirchen erreichte die Zwischenrunde.

Wieder einmal war es den Organisatoren an den drei Veranstaltungstagen gelungen, ein hervorragendes Programm auf die Beine zu stellen. 2500 Zuschauer besuchten die Hachenburger Rundsporthalle und sorgten vor allem am Finaltag für zeitweise atemberaubende Stimmung.

Das Teilnehmerfeld hatte es mit 40 Mannschaften in zehn Vorrundengruppen zu je vier Teams in sich. Zwar war der SV Rot-Weiß Hadamar als Hessenligist die ranghöchste Truppe, doch was auch die unterklassigen Teams vor allem physisch leisteten, verdiente allergrößten Respekt. Aus dem NNP-Land waren mit dem SV Mengerskirchen, den Sportfreunden Eisbachtal und dem SV Hadamar drei Mannschaften mit von der Partie.

Kreisoberligist Mengerskirchen spielte eine starke Vorrunde und qualifizierte sich als Gruppenzweiter für die nächste Runde. Gegen den B-Ligisten SG Atzelgift und den C-Ligisten TuS Wied siegten die Blau-Weißen mit 2:1 und 5:1, lediglich gegen Betzdorf setzte es eine 1:4-Niederlage. In der Zwischenrunde war dann wenig zu holen.

Etwas skurril gestaltete sich das Turnier für den SV Rot-Weiß Hadamar. Mit 32 Toren stellten die Fürstenstädter die stärkste Offensive und mit Alexander Schraut, der siebenmal ins Schwarze getroffen hatte, fand sich sogar ein Akteur unter den besten Torschützen. Und doch war bereits im Viertelfinale Endstation. In der Vorrunde hatte Rot-Weiß nichts anbrennen lassen, und auch in der „Todes“-Zwischenrundengruppe A – mit Rheinlandligisten Eisbachtal und Altenkirchen/Neitersen sowie dem Bezirksligisten SG Westerburg – überzeugte die Mannschaft von Trainer Florian Dempewolf. Gegen Westerburg gab es ein 5:0, gegen Altenkirchen/Neitersen ein 2:1 und gegen die Sportfreunde Eisbachtal ein beinahe schon angsteinflößendes 5:0 durch Tore von Jonas Herdering, Alexander Schraut, Jura Gros, Marcel Horz und Pascal Heene. Das war der Gruppensieg auf dem vermeintlichen Weg zur Titelverteidigung. Doch es kam anders: Im Viertelfinale ging auf einmal nichts mehr. Gegen den A-Ligisten Stockum-Püschen gelang es der Dempewolf-Truppe trotz zweiminütiger Überzahl nicht, das entscheidende Tor zu machen. Nach torlosem Ausgang scheiterten Pascal Heene und Jonas Herdering im Neunmeterschießen, das mit 3:4 verloren ging. Florian Dempewolf: „Alles, was wir bis zum Viertelfinale gut gemacht hatten, war nicht mehr zu sehen. Wir haben viel zu hektisch gespielt und hätten vor allem die Überzahlsituation viel abgeklärter ausspielen müssen. Wir waren bis zum K.-o.-Spiel die beste Mannschaft, haben nur drei Gegentore gefangen, deshalb war das schon ärgerlich. Viel wichtiger ist mir aber die Tatsache, dass sich niemand verletzt hat.“

Dass die Sportfreunde Eisbachtal den Siegerpokal in die Höhe strecken durften, war vor allem nach der 0:5-Klatsche gegen Hadamar nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Doch die Mannschaft von Trainer Marco Reifenscheidt hatte ihre Lehren aus dieser Partie gezogen und zeigte in den K.-o.-Spielen Comeback-Qualitäten. In der Vorrundengruppe 2 waren die „Eisbären“ als Gruppenzweiter weitergekommen. In der Zwischenrunde war nach Siegen gegen die SG Altenkirchen/Neitersen (1:0) und die SG Westerburg (2:1) klar, dass Eisbachtal zumindest zu den besten Gruppenzweiten gehören würde. Daran änderte auch das 0:5 gegen Rot-Weiß Hadamar nichts mehr.

Es folgte das Viertelfinale gegen das Team Oddset, eine von Ex-FCK- und -MSV-Duisburg-Coach Milan Sasic zusammengestellte Auswahl. Im Neunmeterschießen erwies sich Torhüter Johann Heinz als „Killer“, als er gleich zwei Schüsse entschärfte und sein Team ins Halbfinale brachte. Gegen Betzdorf rettete sich die Reifenscheidt-Truppe trotz 0:2-Rückstandes ins Neunmeterschießen, das sie mit 6:5 gewann. Im Finale kam es zum Duell mit der SG Weitefeld. Schnell lag Eisbachtal komfortabel mit 3:0 nach Treffern von Deniz Bulut, Robin Stahlhofen und Martin Schmalz vorne, machte es aber noch einmal spannend, als Nicolai Mudersbach und Maximilian Strauch auf 2:3 verkürzten und die SG noch die Latte traf. Sei’s drum, am Ende waren die Eisbachtaler die verdienten Sieger. Trainer Marco Reifenscheidt: „Vor allem nach dem 0:5 in der Zwischenrunde hatte ich unsere Chancen nicht sonderlich hoch eingeschätzt. Umso schöner, dass es letztlich zum Turniersieg gereicht hat.“ Das Preisgeld von 1000 Euro sowie etliche Liter Bier durften sich die „Eisbären“ jedenfalls schmecken lassen.

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