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Auch für Co.-Trainer Paul Lauer klingt derzeit vieles nach einer weiteren Saison in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar für seine Eisbachtaler Sportfreunde.

Fußball

Eisbachtaler Sportfreunde zum Warten verdammt

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Eisbachtaler Sportfreunde auch in der kommenden Saison in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar spielen werden, wächst.

Das Präsidium des Fußball-Regional-Verbandes (FRV) Südwest hat in einer Videokonferenz einen Vorschlag beschlossen, der keine Absteiger vorsieht. Das letzte Wort sollen nun allerdings die Mitgliedsvereine des FRV haben.

Aufgrund der Corona-Pandemie soll die Spielzeit 2019/2020 in den FRV-Klassen, zu denen auch die Oberliga Rheinland-Pfalz zählt, nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden. "Sie wird daher aufgrund der staatlichen Verfügungen sportlich unvollständig enden", heißt es in der Erklärung des FVR Südwest. Der Vorschlag des Präsidiums sieht des Weiteren vor, dass es keine Absteiger geben soll, womit den Eisbachtalern als Tabellenschlusslicht der Gang in die Rheinlandliga erspart bleiben würde. Zudem soll die Quotientenregel (Punkte geteilt durch Anzahl der Spiele, gewertet mit drei Nachkommastellen) mit Stand nach dem zuletzt ausgetragenen Spieltag zur Bestimmung der Platzierungen in den FVR-Klassen herangezogen werden. Während so der TSV Schott Mainz als Tabellenführer in die Regionalliga Südwest aufsteigen würde, stünden als Oberliga-Aufsteiger aus den Verbandsligen bisher die Tabellenführer SG Mülheim-Kärlich (Rheinlandliga), der FV Eppelborn (Saarlandliga) und der SV Alemannia Waldalgesheim (Verbandsliga Südwest) fest.

Vereine stimmen schriftlich ab

Für eine Überraschung sorgte das Präsidium des FRV Südwest allerdings mit einem anderen Vorschlag: Die Mitglieder des FRV sollen nunmehr schriftlich ihr Votum darüber abgeben, wie die Frage des Aufstiegs der Zweitplatzierten aus den drei Verbandsligen der Landesverbände in die Oberliga geklärt werden soll. Zur Wahl steht hier, ob es nur einen Aufsteiger gibt, der nach der Quotientenregelung ermittelt wird, was bisher der FC Speyer (Verbandsliga Südwest) wäre, oder ob alle Zweitplatzierten aus den drei Verbandsligen aufsteigen sollen (FC Speyer, SC Halberg Brebach/Saarlandliga, TSV Emmelshausen und FSV Salmrohr/beide punkt- und torgleich/Rheinlandliga).

Oberliga-Clubs mehrheitlich dagegen

Nach der Video-Tagung der Oberliga-Vereine war die Variante, dass alle Verbandsliga-Zweiten in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar aufsteigen dürfen, anscheinend schon vom Tisch gewesen. Die aktuellen Oberliga-Teams hatten sich bereits mehrheitlich dagegen ausgesprochen und eine Runde mit 21 Teams (17 bisher + 3 Verbandsliga-Meister + FC Speyer als bester Verbandsliga-Zweiter) befürwortet. Damit hatten sich die Oberliga-Vereine zugleich mehrheitlich gegen das von Walter Desch, Präsident des FV Rheinland, ins Spiel gebrachte Szenario, die Oberliga mit zwei Staffeln à zwölf Teams zu spielen, ausgesprochen. Die Eisbachtaler Sportfreunde waren einer der wenigen Vereine, die den Desch-Vorschlag aus solidarischen Gründen befürwortet hatten.

Das Präsidium des Regional-Verbandes Südwest scheint nunmehr auf Nummer sicher gehen zu wollen und lässt alle Vereine, die in den sechs Ligen des Regional-Verbandes (Oberliga Männer, Frauen-Regionalliga Südwest, A-, B-, C-Junioren-Regionalliga Südwest, B-Juniorinnen-Regionalliga Südwest) oder höherklassig spielen - wie etwa der FSV Mainz 05 - über das Schicksal der zweitplatzierten Verbandsligisten abstimmen. Nach Angaben von FRV-Geschäftsführer Oliver Herrmann sind dies 52 Vereine, die jeweils so viele Stimmen haben, wie sie in den entsprechenden Ligen Mannschaften stellen. So stehen beispielsweise den Eisbachtalern drei Stimmen zu, da sie mit der ersten Senioren-Mannschaft (Oberliga) sowie den C- und B-Junioren (Regionalliga) in FRV-Ligen vertreten sind.

Bis Dienstag, 9. Juni, haben die Vereine Zeit, ihr Votum über den gesamten Vorschlag des Regional-Verbands-Präsidiums abzugeben und im Speziellen auch über die Regelung hinsichtlich der Verbandsliga-Zweiten abzustimmen. Hierfür verschickt der FRV Südwest nunmehr ganz klassisch Briefwahl-Unterlagen zum Ankreuzen sowie einen frankierten Rückumschlag an die 52 Vereine.

"Wenn sich 50 Prozent aller Mitglieder beteiligen, ist das rechtlich so abgesichert, wie wenn wir einen Verbandstag haben", erklärt Oliver Herrmann das Prozedere. Erst nach der Abstimmung würde dann mit Bekanntgabe des Ergebnisses am 10. Juni letztlich auch rechtlich feststehen, ob die Eisbachtaler weiterhin in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar spielen und wie viele Mannschaften (21 oder 24) am Liga-Betrieb teilnehmen.

ANDREAS EGENOLF

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