Marc Tautz und Julius Duchscherer

Die Eisbachtaler US-Boys sind „back“

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Wenn die Eisbachtaler Sportfreunde am heutigen Samstag um 16 Uhr gegen den Lokalrivalen Eintracht Glas-Chemie Wirges die Saison in der Fußball-Rheinlandliga eröffnen, sind zwei junge Spieler an Bord, die zuletzt in den USA studiert und natürlich Fußball gespielt haben: Julius Duchscherer und Marc Tautz.

Diese Geschichte erzählt von zwei Fußballern der Eisbachtaler Sportfreunde, die für drei Jahre ausgezogen waren, um das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennenzulernen, sich in Sachen Lebenserfahrung weiterzubilden und vor allem Sport und Studium im täglichen Leben sinnvoll miteinander zu verbinden. Julius Duchscherer und Marc Tautz sind die beiden Protagonisten.

Julius Duchscherer erzählt, wie er zu seinem Studienplatz in North Carolina gekommen ist. „Über Facebook habe ich eine Anzeige gelesen: ,Wie bringe ich Sport und Studium in den USA in Einklang?’ Das hörte sich gut an, und ich habe mich informiert.“ Bei einer Agentur hat er sich dann um einen Studienplatz beworben.

Diese Agentur recherchierte per Internet die Daten von Julius Duchscherer und kam nach Rücksprache mit erfahrenen Trainern, die die Vita des jungen Mannes gesichtet hatten, zu dem Ergebnis, dass Julius Duchscherer geeignet sei, einen Studienplatz zu erhalten. Da er in Deutschland schon ein Jahr Betriebswirtschaft studiert hatte und das Bachelor-Diplom in den USA nach vier Jahren vergeben wird, musste er nur noch drei Jahre studieren. „Über das Niveau der Universität und des Fußballs habe ich mir dann Gedanken gemacht“, sagt Julius Duchscherer. Es habe schon einige Zeit gedauert, bis er sich sicher gewesen sei, für drei Jahre die gewohnte Umgebung, die Familie und Freunde zu verlassen. Rückblickend war es aus seiner Sicht der richtige Schritt.

Nicht viel anders lief es bei Marc Tautz, dem es – wie seinem Fußballkameraden – schwer fiel, das familliäre „Nest“ in Staffel zu verlassen. Auch er sagt nach seinem dreieinhalbjährigen USA-Aufenthalt, dass er selbstständiger geworden sei, eine völlig andere Kultur kennengelernt und viele neue Freunde gefunden habe – obwohl die amerikanische Kultur inklusive Essen gewöhnungsbedürftig sei. Ebenso wie Julius Duchscherer bereiste Marc Tautz das Land, dessen fußballbegeisterte Bürger beschämt waren, mit ihrem Team nicht an der Weltmeisterschaft teilnemen zu dürfen. Trinidad und Tobago sowie Panama waren zu Stolpersteinen für den Qualifikationsfavoriten geworden. Während Marc Tautz zu einem regelrechten Chicago-Fan geworden ist, zog es Julius Duchscherer mehr und mehr in die Nationalparks. Besonders beeindruckt war er vom Yosemite-Park.

Beide Fußballer aus dem NNP-Land spielten in Universitätsmannschaften. In den Staaten gibt es ein Ranking von 48 Mannschaften, die um die Meisterschaft spielen. Ausländer sind nach den Eindrücken von Duchscherer und Tautz in der Überzahl. Vielleicht liegt es daran, dass Fußball in den USA ein Privilegiertensport ist, der, um ihn betreiben zu können, nicht wenig Geld kostet. Gespielt wird nach einem für den Laien mehr oder minder undurchschaubaren Punktesystem, und in jedem Spiel gibt es stets einen Sieger. Unentschieden gibt es nicht. Als Julius Duchscherer in einem seiner ersten Spiele nach einem Gleichstand nicht mehr weiterspielen wollte, wurde er vom Schiedsrichter aufgeklärt, dass zunächst bis zum „golden goal“ weitergespielt werde. Julius Duchscherer war nicht böse – zu gerne spielt er Fußball . ..

Auf die Frage, ob sie sich einen dauerhafter Aufenthalt in den USA vorstellen könnten, kommt die Antwort von beiden wie aus der Pistole geschossen: „Wir sind heimatbezogen. Wir haben überlegt und abgewogen und kamen zum Ergebnis, dass Familie und Freunde wichtiger sind.“

Nach den ereignisreichen Jahren steht nun die neue Meisterschaftsrunde in der Rheinlandliga mit dem Auftakt-Derby gegen Eintracht Glas-Chemie Wirges am heutigen Samstag, 16 Uhr, an. Auch hier haben die beiden ein gemeinsames Ziel: „Wir wollen Meister werden. Ganz ohne den großen Druck herbeizuführen. Aber mit dem starken Kader sollte es möglich sein.“ Möglich ist fast alles, aber es wird nur schwer möglich sein, Fußballer wie Julius Duchscherer und Marc Tautz, die Selbstbewusstsein, Sympathie, Ehrgeiz und Wissbegierde ausstrahlen, umzubiegen.

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