+
Es sieht zwar so aus, als ob Eisbachtals Steffen Meuer Eintracht Triers Kapitän Christoph Maurer zu Fall bringt, doch in der letzten Sekunde des Spiels ist es der Trierer Mannschaftsführer, der den „Eisbären“-Torjäger verzweifeln lässt.

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

"Eisbären" auf Tuchfühlung im Moselstadion

Die Eisbachtaler Sportfreunde warten in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar weiterhin auf den ersten Sieg: Im Spiel bei Meisterschaftsmitfavorit Eintracht Trier unterlagen die Westerwälder mit 0:1 (0:1).

Wie auch gegen Wormatia Worms in der Vorwoche wäre für die Eisbachtaler Sportfreunde in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar beim SV Eintracht Trier sogar mehr drin gewesen. 

Die Eintracht erwischte einen Start nach Maß: Mit einer Maßflanke in den Rücken der Eisbachtaler Abwehr spielte Jonas Amberg den mitgelaufenen Edis Sinanovic frei, dessen Querpass Tim Garnier nur noch in das verwaiste „Eisbären“-Tor einschieben musste (6.). Die Eisbachtaler ließen sich hiervon allerdings nicht beunruhigen und fanden mit zunehmender Spieldauer in Halbzeit eins immer besser in die Partie. Wie bereits zum Auftakt gegen Worms schafften es die Westerwälder allerdings nicht, sich Torraumszenen herauszuspielen. Die beste Möglichkeit der Westerwälder entsprang daher auch einer Standardsituation: Lukas Reitz setzte aus 25 Metern in zentraler Position einen Freistoß ans Lattenkreuz (20.). 

Trier kam unterdessen immer wieder gefährlich in Richtung des Sportfreunde-Gehäuses, doch ein ums andere Mal entschied das Schiedsrichtergespann um Matthias Edrich korrekterweise auf Abseits. Noch vor der Pause mussten die Eisbachtaler im Moselstadion einen Rückschlag verkraften: Nach einem harten Einsteigen von Triers Maurice Roth musste Eisbachtals Mittelfeldmann Marc Tautz mit einer Knieverletzung den Platz verlassen (44.). Für ihn kam Oberliga-Debütant David Quandel in die Partie. Nach dem Spiel zeigte sich Eisbachtals Trainer Marco Reifenscheidt sehr angetan von der Leistung seiner Elf in Abschnitt eins: „Ich bin stolz auf den Auftritt meiner Mannschaft in der ersten Halbzeit, obwohl wir früh in Rückstand geraten sind. Wir sind nicht eingebrochen, sondern haben im Gegenteil versucht, weiter Fußball zu spielen.“ 

Nach dem Wiederanpfiff erarbeiten sich die Trier, angefeuert vom Großteil der 1077 Zuschauer, mehr zwingende Torchancen: Zunächst musste SFE-Schlussmann Niklas Kremer einen scharf geschossenen Freistoß von Eintracht-Mittelfeldmotor Milad Salem mit einer Flugparade klären (54.), ehe Masaya Omotezako nach einem sehenswerten Sololauf von Triers-Kapitän Simon Maurer noch im letzten Moment mit seiner Fußspitze das 2:0 des früheren Zweitligisten verhinderte (62.). Im Anschluss verpasste Tim Garnier seinen zweiten Treffer: Freistehend vor Niklas Kremer lupfte der Eintracht-Stürmer zu halbherzig, so dass sein Ball eine leichte Beute für den Sportfreunde-Keeper wurde (64.), wie auch wenig später ein platzierter Fernschuss des nimmermüden Milad Salem (66.). 

Die „Eisbären“ gaben sich in dieser Phase des Spiels allerdings niemals auf und witterten nach 73 Spielminuten noch einmal Morgenluft: Triers Sanoussy Balde sah nach wiederholtem Foulspiel die Ampelkarte. Hiernach warfen die Sportfreunde alles nach vorne, um zumindest einen Punkt beim Meisterschaftsfavoriten zu entführen, was beinahe auch gelungen wäre. Schließlich hatten es die beiden letzten Spielminuten noch einmal in sich: Ein 18-Meter-Schlenzer von Lukas Reitz vermochte SVE-Zerberus Denis Wieszolek gerade noch zu entschärfen (90.), ehe wenig später unmittelbar vor dem Schlusspfiff Steffen Meuer eine tausendprozentige Torchance liegen ließ. Der SFE-Stürmer ging aus fünf Metern im Strafraumgewühl volles Risiko, doch Triers Kapitän Simon Maurer bekam im letzten Moment noch eine Zehenspitze dazwischen, so dass Meuers Ball nicht im leeren Tor einschlug und seine Mannschaft am Ende ohne einen Punkt im Moselstadion dastand (90.+1). 

„In der Überzahl nach dem Platzverweis haben wir zu hektisch gespielt und das Spiel zu wenig in die Breite gezogen“, fand Sportfreunde-Coach Marco Reifenscheidt, dem natürlich auch ein weiteres Problem nicht verborgen blieb: „Wir hatten nicht die ganz großen Chancen und Torgelegenheiten. Daran werden wir in den nächsten Spielen auf jeden Fall arbeiten müssen.“ 

Triers Trainer Josef Cinar sprach unterdessen nach den 90 Minuten von einem „hochverdienten Sieg“ seiner Mannschaft. „Wir hätten das Spiel deutlich früher für uns entscheiden müssen“, so der Eintracht-Übungsleiter, der seiner Mannschaft ein Sonderlob für die Zeit in Unterzahl zollte: „Wir haben mit zehn Mann super verteidigt.“ Lob hatte Cinar unterdessen auch für die Eisbachtaler parat: „Sie haben eine sehr gute Spielanlage, ein eingespieltes Team und kämpfen um jeden Zentimeter, das hat man vor allem in der ersten Halbzeit gesehen.“

sfe

Trier: Wieszolek – Brodersen (70. Heinz), Maurer, Kling, Kaluanga – Balde – Sinanovic, Roth, Salem, Amberg (32. Kahyaoglu) – Garnier (75. Thayaparan) – Eisbachtal: Kremer – Ushiyama (76. Müller), Hundhammer, Omotezako, Kleinmann, Jost – Brühl (65. Manchev), Nakai – Meuer, Reitz, Tautz (44. Quandel) – SR: Edrich (Bliesen) – Zuschauer: 1077 – Tor: 1:0 Tim Garnier (6.) – Gelb-Rot: Balde (Trier/73./wiederholtes Foulspiel).

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare