Leichtathletik-Jugend-Weltmeisterschaften

Elena Kelety startet in Kolumbien

  • vonJens Priedemuth
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Die Pflicht hat die Sindlingerin bereits Anfang Juni in Bernhausen erfüllt, jetzt wartet die Kür.

Im Schwäbischen machte die Leichtathletin des Königsteiner LV ihr „Meisterstück“, als sie bei der einzigen Qualifikationsmöglichkeit des deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) das Ticket für die Jugend-Weltmeisterschaften löste. Mit hervorragenden 5436 Zählern überbot die B-Jugendliche im Siebenkampf die vom DLV geforderte Norm von 5200 Punkten deutlich und ist nun in Cali (Kolumbien) dabei, wenn es dort am Samstag für die besten Siebenkämpferinnen um Punkte und Platzierungen geht.

„Elena ist gut über den Winter gekommen, nachdem es verletzungsbedingt 2014 keine Freiluftsaison für sie gab. So sind wir erst Mitte November wieder voll ins Training eingestiegen und konnten hier gut arbeiten. Den entscheidenden Feinschliff gab es in einem langen Trainingslager im portugiesischen Albufeira“, berichtet Trainerin Melanie Zecha. „Trotz der Verletzungsproblematik hatten wir im vergangenen Jahr Cali als Fernziel schon auf dem Schirm und auch darüber gesprochen. Klar war, dass es mit Bernhausen von Verbandsseite nur eine Qualifikations-Möglichkeit sowie nur zwei DLV-Tickets für die globalen Titelkämpfe geben würde“, so Zecha, die an einer Bad Homburger Grundschule als Lehrerin arbeitet.

Vor dem wichtigen Nominierungswettkampf –hier lief Elena Kelety über 200 m mit 24,94 sek. einen Kreisrekord – schickte Zecha ihren Schützling zur Formüberprüfung in Einzeldisziplinen auf diverse Meetings. Die Resultate hieraus, wie 5,68 m beim Weitsprung, 14,35 sek. über 100 m Hürden, 1,66 m beim Hochsprung oder 39,66 m mit dem Speer, können sich sehen lassen.

Zur finalen Einstimmung und Akklimatisierung flog das knapp 60-köpfige DLV-Team zu einem fast einwöchigen Vorbereitungscamp nach Florida auf dem hochmodernen Trainingskomplex in Brandenton, der aus der Tennis Academy von Nick Bollettieri hervorgegangen ist.

Auf dem perfekt ausgestatteten Sport-Campus mit Stadion, Wurfplatz, Kraftraum, Physiotherapie-Abteilung oder Besprechungsräumen für die Trainer wurde für die Werfer ein Zelt aufgestellt, damit sie etwas Schatten hatten. Getränke und Eiswannen mit kaltem Wasser zur Abkühlung fehlten auch nicht. „Die Bedingungen hier vor Ort sind fantastisch, es werden uns alle Wünsche erfüllt, besser geht es nicht“, berichtet Nachwuchs-Bundestrainer Jörg Peter aus dem Sunshine-State.

„Ich würde gerne unter die Top-Ten kommen, das wäre schon eine tolle Sache“, wagt die 15-jährige Gymnasiastin eine Prognose. Dafür drücken ihre Freunde und Vereinskollegen bei der Premiere im Nationaltrikot die Daumen.

(jp)

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