Klettern am Felsen: In Corona-Zeiten weicht Emma Bernhard, wie hier in der Fränkischen Schweiz, auch ins Freie aus.	Foto: privat
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Klettern am Felsen: In Corona-Zeiten weicht Emma Bernhard, wie hier in der Fränkischen Schweiz, auch ins Freie aus.

Sportklettern, Hochtaunus

Emma Bernhard ist für den Europacup qualifiziert

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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Die Corona-Krise zwang Emma Bernhard, Sportkletterin aus Oberstedten, zum Improvisieren. Geübt wurde auch in der Natur und in zweckentfremdeten Räumen.

Dass Emma Bernhard, deutschlandweit eines der größten Talente im Sportklettern, eine prima Vorbereitung auf die verkürzte Saison genoss, war so gar nicht geplant. Ihre Familie wollte eigentlich in Italien Urlaub machen, doch ein gewisses Virus hatte etwas dagegen. "Im Süden haben wir alternativ nichts gefunden, also ist es die Fränkische Schweiz geworden", sagt Stephan Raabe, Vater der 17-jährigen Sportkletterin aus Oberstedten.

Was für die Fränkische Schweiz charakteristisch ist, sind markante Berglandschaften, die man ganz nebenbei wunderbar zum Klettern nutzen kann. Also ging es so aus, dass die Familie nur morgens und abends in Gänze zusammentraf, tagsüber nutzte Tochter Emma nämlich die Zeit, um gemeinsam mit Trainingskamerad Henri Breuer aus Wetzlar an Felsformationen zu klettern.

Auch die Hochphase der Pandemie im Frühjahr hatte die angehenden Abiturientin in sportlicher Hinsicht nicht sonderlich zurückgeworfen. An der Boulderwand in der eigenen Garage konnte sie sich austoben, als die Kletterhallen wochenlang geschlossen bleiben mussten. Vier bis fünf Mal trainiert die Schülerin in der Regel, wenn Ferien sind.

Auf internationale Wettkämpfe fokussiert

Als es dann richtig los ging mit der Klettersaison, hat Emma Bernhard ihr Saisonziel prompt erreicht. "Ich möchte bei internationalen Wettkämpfen dabei sein", hatte die 17-Jährige selbstbewusst der Taunus Zeitung kundgetan. Das hatte die Teenagerin in den vergangenen beiden Jahren auch schon geschafft. Ein elfter Platz in der Schweiz sieht die Schülerin als ihren bisher größten Erfolg neben dem Gewinn des Deutschland-Cups 2019 in Kempten an. Beim einzigen Nominierungswettkampf setzte sich Bernhard dann kürzlich in Augsburg durch und darf Deutschland beim Europacup am 17./18. September an gleicher Stelle als eine von zwei A-Jugendlichen vertreten.

Ihren Aufenthalt in der bayerischen Stadt kann die Oberstedtenerin gleich auf das Wochenende 19./20. September ausdehnen. Denn für die deutschen Meisterschaften im Bouldern (Klettern ohne Seil in Absprunghöhe) hat sie sich auch qualifiziert. Der Grund ist eine Topplatzierung bei den westdeutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende, die im Sportpark Kelkheim stattgefunden haben - wegen der Hygiene-Richtlinien unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Als eine der jüngsten unter den 28 Teilnehmerinnen aus vier Bundesländern kletterte die Hessenmeisterin im Finale auf Platz fünf und hatte damit ein weiteres Ticket für Augsburg gelöst.

Ebenfalls bei der DM dabei sind übrigens aus der Frankfurter Sektion des Deutschen Alpen-Vereins ihre Kameradinnen Florence Grünwald, die westdeutsche Meisterin wurde, und die Viertplatzierte Alina Gregori. Bei den Männern schaffte aus der Frankfurter Sektion Moritz Muss als Siebter den Sprung.

Da Emmas Bernhards Fokus zurzeit wegen des Europacups auf dem Seilklettern liegt, ist ihre Leistung in Kelkheim umso höher einzuschätzen. Und in Augsburg zeichnet sich womöglich das recht spontane Trainingslager in der Fränkischen Schweiz aus.

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