Zielstrebig im Sport, geradlinig auch in der Ausbildung: Emma Rhein (Falcons Bad Homburg).
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Zielstrebig im Sport, geradlinig auch in der Ausbildung: Emma Rhein (Falcons Bad Homburg).

Basketball, 2. Bundesliga

Emma Rhein: Ballkontakt schon als Baby

  • VonWolfgang Bardong
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Emma Rhein träumt vom Erstliga-Aufstieg mit den Falcons Bad Homburg. Trotz ihrer erst 21 Jahre kennt sie den Verein schon aus dem Effeff.

Bad Homburg -An wichtigen Terminen mangelt es Emma Rhein (21) in diesen Tagen nicht. Was weiß Gott nicht nur mit ihrer Sportart zu tun hat, die sie mit großem Erfolg bei den Falcons Bad Homburg ausübt. Als Spitzenreiter der 2. Basketball-Bundesliga empfangen die Kurstädterinnen am Sonntag um 16.30 Uhr die SG Weiterstadt (siehe Extra-Text).

Vergangene Woche hatte Emma Rhein ihren vorerst letzten Klausurtermin - im Rahmen ihres Studiums in Marketing Management an der Accadis Hochschule in Bad Homburg. "Im März geht es für mich ins achte Trimester - und im Sommer wäre ich dann mit dem Studium durch", blickt die Spielerin mit der "21" auf dem Falcons-Trikot nach vorne.

Beim Blick zurück auf den gestrigen Donnerstag fällt unweigerlich das Stichwort "Impfen". Die 21-Jährige hatte ihren Booster-Termin gewissenhaft erfüllt. "Fürs Abschlusstraining heute Abend und auch, was das Spiel am Sonntag gegen Weiterstadt angeht, bin ich absolut zuversichtlich, dabei sein können", sagt sie.

Schon als Baby hatte sie allererste Kontakte zum Basketball geknüpft. Ihre Eltern, Elisabeth und Michael Rhein waren ehemals selbst aktive Korbjäger. "Ob zum Training, ob zum Spiel: Ich war eigentlich immer dabei", weiß Emma Rhein noch heute genau.

Der kleine, braune Spielbasketball, den sie damals - "ich war höchstens neun Monate alt" - von ihnen in die Hand gedrückt bekam, existiert zwar nicht mehr. Er scheint aber mit dafür gesorgt zu haben, dass es bei ihr in puncto Basketball "klick" machte.

Basketball, Ballett und Sportgymnastik

Mit acht trat sie der HTG bei, der sie bis zum heutigen Tag die Treue hält. Ein Vereinswechsel - kein Thema. "Zu Fuß sind es für mich nur zehn Minuten zur Halle. Ideal!" Zwischenzeitliche Konkurrenz aus anderen Sportarten gab es indes. "Ballett und Rhythmische Sportgymnastik hatte ich parallel zu Basketball betrieben", berichtet die unter Falcons-Trainer Jay Brown als Flügelspielerin eingesetzte junge Frau. Schließlich sorgten auch zeitliche Überschneidungen dafür, dass die Humboldt-Gymnasiastin sich fortan ausschließlich dem Basketball zuwandte.

An ihre ersten Erfolgserlebnisse kann sie sich noch haarklein erinnern: "Eine Einladung in den Hessenkader - das war für mich damals das Größte. Und außerdem Platz zwei beim europaweit besetzten Osterturnier in Wien. Da war ich noch keine 15."

Die Mama als größte Kritikerin

Ihre Mutter, die Teammanagerin des Zweitliga-Leaders, war früher Trainerin ihrer Tochter. Und ab und an auch Emmas größte Kritikerin. "So manche Heimfahrt von einem Spiel war nicht angenehm", muss die 21-Jährige, die so gut bäckt und kocht ("Nudeln mit Shrimps in Weinsauce") über "vergangene Zeiten" lachen. Und fiebert schon ein wenig den Playoffs entgegen.

"Wenn auch der Trainingsaufwand noch einmal erhöht werden müsste: Aufsteigen wäre einfach super", strahlt sie - wie wohl einst mit dem kleinen, braunen Ball in den Händen.

Falcons sind im Hessen-Derby haushoher Favorit

Goliath kontra David - so kann man das Hessenderby der 2. Basketball-Bundesliga Süd der Damen umschreiben, in dem Spitzenreiter Falcons Bad Homburg am Sonntag (16.30 Uhr) Schlusslicht SG Weiterstadt erwartet. Da der Hochtaunuskreis seit Dienstag als "Hotspot" gilt, ist 2G+ Voraussetzung zum Betreten des Primodeus-Parks. Für Schüler/innen bis 18 Jahre reicht die Vorlage des Testhefts.

"Wir können uns nur selber schlagen", ist für Falcons-Coach Jay Brown der zehnte Sieg in Serie alternativlos. Zumal sein Team mit komplettem Zwölferkader antreten kann. "Auf Würzburg haben wir zwei Punkte Vorsprung. Die wollen wir bis zu unserem direkten Aufeinandertreffen am 13. Februar verteidigen", betont Brown.

"Zum Glück haben wir in dieser Saison bei uns noch keinen einzigen Fall eines positiven Corona-Tests gehabt", will Brown dies als Ergebnis von exakter Einhaltung sämtlicher Hygiene-Vorschriften und großer Disziplin seiner Basketballerinnen verstanden wissen. Elizabeth "Lizzy" Klinker beispielsweise verzichtete auf den Weihnachtsurlaub in den USA, um vor dem Spiel in Ludwigsburg am 2. Januar kein gesundheitliches Risiko einzugehen. Sie ist mit einem Punkteschnitt von 19,9 pro Partie nach 14 Einsätzen erfolgreichste Werferin der Falcons vor Franziska Worthmann (14,6) und McKenzie Johnston (12,6).

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