Spielt mit viel Übersicht: Emma Vente (links). Foto: Lorenz
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Spielt mit viel Übersicht: Emma Vente (links).

Volleyballerinnen TG bad Soden

Emma Vente: Über Bad Soden nach Rhode Island

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Die jüngste Spielerin des Zweitligisten geht zum Saisonende

Bad Soden -Emma Vente ist das Nesthäkchen im Volleyball-Team der TG Bad Soden. Vor eineinhalb Jahren kam die US-Amerikanerin mit ihrer Familie nach Deutschland und schloss sich der Zweitliga-Mannschaft an. Nun absolviert sie ihre letzten Spiele für die Kurstädterinnen, denn für ihr anstehendes Studium zieht sie nach Rhode Island.

Die nunmehr 18-Jährige US-Amerikanerin ist eines von fünf Kindern. Zwischenzeitlich zog ihre Familie für fünf Jahre nach Den Haag in die Niederlande, wo Vente in der Schulmannschaft mit Volleyball begann. Danach ging es zurück nach Amerika. In Burke, im Bundesstaat Virginia, spielte sie ab dem 14. Lebensjahr für das Schulteam der Lake Braddock Secondary School. Gemeinsam mit ihrer größeren Schwester Sadie, die als Zuspielerin agierte, bildete sie die "Vente-Connection". "Ich habe viel von ihr gelernt." Ihren größten gemeinsamen Erfolg teilten sich die Schwestern im Herbst 2019: Sadie wurde als beste Zuspielerin ins Startaufgebot des All-Met-Teams der Washington Post gewählt, Emma in das zweite Team.

Kurz darauf, im Dezember 2019, zog die Familie nach Frankfurt. Seitdem besucht sie die Frankfurt International School. Kurzfristig ging sie zum Heimspiel der TG Bad Soden am 1. Februar 2020 in der damaligen 3. Liga gegen den VC Offenburg. Am darauffolgenden Dienstag nahm Vente bereits am Training teil. "Es hat mir viel Spaß gemacht. Alle waren sehr freundlich", erinnert sich die damals erst 16-Jährige. Früh musste sie jedoch feststellen, dass die Eingewöhnung länger dauern könnte. "Ich musste wirklich viel aufholen. Hier ist es so, dass die Mädels schon fast alles über Volleyball wissen und vieles können." Zunächst bekam sie wenig Spielzeit, da sie sich an das Niveau und an das Tempo gewöhnen müsse, sagt ihr Coach Steffen Pfeiffer einst. Sie lernte viel. In dieser Saison kam sie regelmäßig zum Einsatz. Beim jüngsten 3:2-Erfolg in Waldgirmes bezeichnete sie ihr Coach sie als "gamechangerin" - als Spielerin, die die Partie nach 1:2-Satzrückstand drehte. In den Sätzen vier und fünf war sie im Angriff kaum zu blocken, schlug druckvoll auf und gab dem eigenen Abwehrblock Sicherheit. Pfeiffer lobt immer wieder ihre Übersicht, mit der sie agiert. Auch sie räumt ein: "Ich schlage nicht besonders druckvoll und kann auch nicht besonders hoch abspringen, finde aber immer wieder die freien Lücken im Block und auf dem Feld."

Familie und Freunde

in USA schauen zu

Künftig wird sie versuchen, sich an der Universität "University of Rhode Island" weiter zu verbessern. Dort hat sie einen Platz für ein Kinesiologie-Studium bekommen. "Dort werde ich mit dem Universitäts-Volleyball-Team in der ersten Liga spielen", freut sie sich. Zunächst will sie noch einiges mit der TG erreichen. Das anstehende Heimspiel des Tabellenfünften am Sonntag (16 Uhr) gegen Dingolfing (7.) wird erstmals auf der Plattform sporttotal.tv übertragen. "Für mich ist das Spiel daher sehr besonders, weil meine Familie, meine Freunde in den USA sowie meine alten Trainer zuschauen werden", sagt die Jüngste im Bad Sodener Team. Marcus Mühlenbeck

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