Lebensfreude pur auf den Sportplätzen in Offheim (oben), bei der JSG Dornburg (unten links) und beim SV Rot-Weiß Hadamar.
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Lebensfreude pur auf den Sportplätzen in Offheim (oben), bei der JSG Dornburg (unten links) und beim SV Rot-Weiß Hadamar.

Juniorenfußball nach dem Lockdown im NNP-Land

Endlich: Das Leben ist zurück auf den Sportplätzen

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Das Leben ist auf die Sportplätze im NNP-Land zurückgekehrt. Kinder bis zum Alter von 14 Jahren dürfen unter der Leitung von zwei Trainern nach den Minimal-Lockerungen der Behörden auch in Gruppen wieder trainieren. Das Training ist überall stark frequentiert. Wir haben exemplarisch drei Vereine besucht und zugeschaut.

So wie in Offheim, wo die C-Junioren des JFV Dietkirchen/Offheim unterwegs ist, werden überall sogar starke Regenschauer bei frostigen Temperaturen völlig ignoriert. Hauptsache wieder Fußball spielen. Für den Jugendleiter des Jugendfördervereins, Benedikt Kutzmann, war dieser Schritt „total nötig“. Als es hieß, die Sportplätze dürften wieder genutzt werden, war die Aufregung bei Kindern und Jugendlichen groß. Nicht zu übersehen waren aber auch diverse Probleme, die sich in den viereinhalb Monaten bei den Nachwuchsspielern eingeschlichen haben. „Den jungen Sportlern sind die fehlende Kondition und der Rückgang der speziell für den Fußballsport beanspruchten Muskulatur deutlich anzumerken“, so Kutzmann.

Zweimal die Woche gab es im Lockdown als Alternative Onlinetraining mit Gymnastik und Aufwärmung, wie Jugendtrainer René Heibel berichtet. Im Schnitt waren 15 Teilnehmer am Start - für René Heibel ein guter Wert. Auch für Daniel Pickhardt stand als Verantwortlichem für das Onlinetraining die Fitness im Fokus. Ein Vorschlag richtet sich an die Verantwortungsträger: In Offheim sei aufgefallen, dass die Kinder unbedingt auf den Platz wollten und über den Zaun gestiegen sind. Viel sinnvoller sei es doch nach Meinung von Benedikt Kutzmann, die Plätze zu öffnen: „Die Kinder finden ihren Weg, die kann man auf Dauer nicht einsperren.“

Kein Onlinetraining, dafür aber einen regelmäßigen 1,5 Kilometer langen Waldlauf „rund um die Dornburg“; das war im wahrsten Sinne des Wortes der „Renner“ bei der JSG Dornburg in der trainingsfreien Zeit bei den 400 Jugendlichen in den verschiedenen Altersklassen. Jugendtrainer Uwe Hannappel: „Diese Laufaktion war rein auf das persönliche Engagement ausgerichtet.“ Der Ansporn: Am Ziel der Laufstrecke - an den Eisstollen am Fuße der Dornburg - wartete eine Box, in die die Teilnehmer einen Zettel mit ihrem Namen einwerfen konnten. Einmal wöchentlich wurde der „Briefkasten“ geleert und drei Gewinner gezogen, die jeweils zur Belohnung ein kleines Geschenk erhielten. Beim Trainingsstart auf dem Platz war für Uwe Hannappel dennoch die fehlende Kondition bemerkenswert. „Schießen können die alle, aber nach zwei Runden am Stück gibt‘s Seitenstechen.“

Max (7) kann sich nicht mehr erinnern

„Die Kinder sind heiß wie Frittenfett.“ Für den stellvertretenden Jugendleiter des SV Rot-Weiß Hadamar, Mark Zingel, war es eine Freude die vielen Kinder auf dem Kunstrasen in Niederhadamar beim Training zu beobachten. Um die Kinder so schnell wie möglich wieder auf den Platz zu bringen, war alles Erdenkliche getan worden. Alle Namen der am Training beteiligten Jugendlichen wurden „schon vor dem Lockdown“ aufgeschrieben „um zu wissen, wer da ist“. Beim Training werden die Kinder in Gruppen eingeteilt, um Kontakte möglichst zu vermeiden. Die 30 F-Junioren traten im Training in drei Gruppen à zehn Kinder an. Auch die Eltern durften nicht auf den Platz. Mit dabei war auch der siebenjährige Max. Auf die Frage, wann das letzte Punktspiel war, kommt ein trauriges: „Weiß ich nicht mehr“. KLAUS-DIETER HÄRING

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