Auch Fabian Holbach (2. von links) vom RV Sossenheim und Anton Scheuermann von der RSG Frankfurt, hier 2019 beim Robert-Lange-Gedächtnisrennen in Sossenheim, werden wohl am 3. Juni beim Rennen in Eschborn dabei sein. Sofern es die Corona-Lage zulässt. Foto: Lorenz
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Auch Fabian Holbach (2. von links) vom RV Sossenheim und Anton Scheuermann von der RSG Frankfurt, hier 2019 beim Robert-Lange-Gedächtnisrennen in Sossenheim, werden wohl am 3. Juni beim Rennen in Eschborn dabei sein. Sofern es die Corona-Lage zulässt.

Radsport RV Sossenheim

Endlich wieder ein Amateur-Rennen

  • Harald Joisten
    VonHarald Joisten
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Der RV Sossenheim richtet in Eschborn ein Rundstrecken im Rahmen einer DM-Serie aus

Sossenheim -Es braucht immer ein gewisses Ziel. Eine Aufgabe, die Mut und Antrieb gibt. Seit über einem halben Jahr konnten die Radrennfahrer des RV Sossenheim kein Rennen mehr bestreiten - Corona sorgt im Amateurbereich für reihenweise Absagen. Nun gibt es Hoffnung auf ein Comeback - sogar in der Heimat. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) richtet 2021 erstmals seit 30 Jahren wieder eine Deutsche Kriteriumsmeisterschaft aus. Teilnehmen dürfen zwei Klassen: Die sogenannten "Amateure" (unterste Kategorie, ehemals C-Klasse) und die "Elite-Amateure" (A- und B-Klasse, ohne Profilizenz). Insgesamt umfasst die DM-Serie sechs Straßenrennen: Die ersten fünf dienen als Qualifikation, das Finale steigt dann am 29. August in Gießen. Und zu den fünf Qualifikations-Rennen gehört Eschborn. Dort soll an Fronleichnam (3. Juni) gefahren werden - sofern es die Corona-Vorschriften zulassen.

"Es ist ein bisschen Licht am Horizont", sagt Charly Brech, der Vorsitzende des ausrichtenden RV Sossenheim. Eigentlich richtet sein Traditionsverein jährlich an Fronleichnam das Robert-Lange-Gedächtnis-Rennen aus. Nun satteln die Sossenheimer gerne nach Eschborn um.

Nach derzeitigem Stand ohne Zuschauer

Das neue Rennen hat den etwas kuriosen Namen "Rund um den roten Stuhl", weil es auf dem Gelände des Möbelhauses "XXL Mann Mobilia" ausgetragen wird. Auf dem dortigen Parkplatz entsteht ein Rundkurs, auf dem ab 9.30 Uhr zunächst die Amateure ihr gut anderthalbstündiges Rennen starten. Danach folgen die Nachwuchsklassen der Jahrgänge U 13, U 11, U 15 und U 17 sowie als Abschluss die Elite-Amateure (15.15 bis etwa 17 Uhr). In den beiden Hauptrennen der Amateure und Elite werden jeweils zwischen 70 und 80 Fahrer erwartet.

Charly Brech freut sich über diesen Hoffnungsschimmer. Seine Mannschaft hat seit der Sauerland-Rundfahrt in der Bundesliga am 20. September 2020 kein Rennen mehr bestritten. "Und das war auch eines der wenigen Rennen, das letztes Jahr überhaupt stattgefunden hat. Es gab ja fast nichts für den Amateursport", betont Brech. Deshalb hat er sich ins Zeug gelegt, um Eschborn zu realisieren. Mitgeholfen hat unter anderen auch Laura Degenkolb, die Ehefrau von Profi John Degenkolb, die dem RV Sossenheim seit vielen Jahren angehört. "Sie hat auch Türen geöffnet", so Brech. Beim BDR war Vizepräsident Günter Schabel aus Frankfurt die treibende Kraft.

Einen Wehrmutstropfen könnte es dennoch geben. Nach derzeitigem Stand werden in Eschborn wohl keine Zuschauer auf dem Renngelände erlaubt sein. "Unser Hygienekonzept sieht vor, das Gelände abzusperren. So werden wir es beim Gesundheitsamt einreichen und hoffen auf eine Genehmigung", erklärt Brech. Sollten Anfang Juni doch Zuschauer erlaubt sein, was freilich alle Beteiligten hoffen, gibt es dafür auch Pläne. "Dann werden wir das gerne machen und unter anderem auch Verköstigung anbieten wie etwa eine Würstchenbude."

Die weiteren Qualifikationsrennen neben Eschborn finden am 13. Mai in Chemnitz, am 24. Mai in Borsum (Niedersachsen), am 11. Juli in Walsrum (Nordrhein-Westfalen) und am 31. Juli in Sulgen (Baden-Württemberg) statt. Jeweils 20 Fahrer qualifizieren sich für das Finale in Gießen, wo somit maximal 100 Fahrer antreten werden. Die Rundkurse der einzelnen Rennen sind zwischen 900 und 1500 Meter lang. Gefahren werden Distanzen zwischen 60 und 70 Kilometern.

125-Jahr-Feier im November geplant

Das "Problem" der Zuschauer war laut Charly Brech auch der Grund, weshalb das Traditionsrennen Eschborn-Frankfurt auf den 19. September verschoben werden musste. "Daran ist die Austragung am 1. Mai gescheitert", so Brech. "Denn der Veranstalter hätte wegen Corona garantieren müssen, dass die Zuschauer zurückverfolgt werden können." Das ist bei Radrennen generell kaum möglich.

Für Brech und Co. gibt es noch ein weiteres Ziel: Der 1895 gegründete RV Sossenheim, einst jahrzehntelang von den Gebrüdern Moos geführt, will in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag nachfeiern. Das Fest war im vergangenen Jahr ebenfalls dem Corona-Lockdown zum Opfer gefallen. Nun soll das Jubiläum im November nachgeholt werden. "So ist es geplant. Wir werden sehen, ob es stattfinden kann", sagt Charly Brech und betont: "Wenn man zum Beispiel nur 80 Leute in einen 400 Quadratmeter großen Raum reinlassen darf, dann macht das keinen Sinn." Eine gewisse Ausgelassenheit und Freude sei einfach wichtig. Harald Joisten

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