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Im Kreise seiner Spieler fühlt sich 1. FC Oberursels Trainer Eray Balkan (links) laut eigener Aussage ?wie in einer Familie?.

Fußball

Eray Balkan setzt auf die Euphorie im Verein und einen großen Kade

Bereits 1904 wurde der 1. FC Oberursel gegründet. 1952 krönte sich der Traditionsverein mit dem Sieg im Hessenpokal. Zuletzt war der Club jedoch bis in die Kreisliga B abgedriftet. Dort kam es zum Umschwung.

Bereits 1904 wurde der 1. FC Oberursel gegründet. 1952 krönte sich der Traditionsverein mit dem Sieg im Hessenpokal. Zuletzt war der Club jedoch bis in die Kreisliga B abgedriftet. Dort kam es zum Umschwung. Unter neuem Vorstand und mit Eray Balkan als neuem Trainer gelang die Rückkehr in die Kreisliga A.

Nach einem 4:1-Auftaktsieg gegen den FSV Friedrichsdorf II sowie dem Weiterkommen im Kreispokal gegen Kreisoberligist SGK Bad Homburg (8:7 nach Verlängerung) könnte sich der Aufwärtstrend in dieser Saison fortsetzen. Der große Druck aus dem Vorjahr sei jedenfalls nicht mehr da, wie Trainer Balkan im Interview mit TZ-Reporter Robin Kunze verrät.

Herr Balkan, Sie sind im ersten Jahr als Trainer beim 1. FC Oberursel direkt aufgestiegen. Hatten Sie eigentlich damit gerechnet?

ERAY BALKAN: Während der vergangenen Hinrunde habe ich das – ehrlich gesagt – noch nicht für möglich gehalten. Wir hatten viele Verletzte, außerdem war die Trainingsbeteiligung nur sehr unregelmäßig. Im Winter haben wir uns dann noch einmal verstärkt und die Rückrunde lief dann mit Ausnahme der Partie gegen den FSV Steinbach auch wirklich super.

Da Sie Steinbach erwähnen – die Begegnung wurde abgebrochen und vor dem Sportgericht verhandelt. Welche Konsequenzen hat der Verein aus den damaligen Vorkommnissen gezogen?

BALKAN: Wir haben uns in der Folge von zwei Spielern getrennt, obwohl beide privat wirklich super Kerle sind. Aber für uns war es das A und O, dass wir ein Zeichen setzen. Sich auf dem Fußballplatz danebenzubenehmen, das geht einfach nicht.

Wie sorgen Sie als Trainer dafür, dass die Spieler sich aufs Sportliche konzentrieren?

BALKAN: Die meisten Spieler, die ich mit nach Oberursel gebracht habe, kenne ich ja schon, seit sie noch klein waren. Das ist wie eine Familie für mich. Aber auch die bekommen regelmäßig gesagt, dass sie mitziehen müssen.

In der zurückliegenden Saison entstand durch den Umbruch innerhalb des Vereins eine regelrechte Euphorie. Haben Sie Angst, dass diese nun eine Klasse höher schnell wieder verfliegen könnte?

BALKAN: Um Gottes Willen, nein! Ich bin froh, in diesem Verein zu sein, denn der Vorstand lässt mich und die Mannschaft machen. Wir haben jetzt auch nicht das Ziel, sofort noch einmal aufzusteigen.

Sondern?

BALKAN: Erst einmal möchten wir einfach nur so viele Punkte wie möglich holen, um nicht in der Tabelle unten reinzurutschen. Gerade auf der Stierstädter Heide wollen wir dabei möglichst viele Teams ärgern. Dann lässt sich in der Winterpause immer noch schauen, ob wir weiter oben angreifen können. Der Druck aus dem Vorjahr in der B-Liga, unbedingt aufsteigen zu müssen, ist jedenfalls raus.

Wie kann man sich eigentlich das Zusammenspiel mit ihrem Co-Trainer Frank Rosenkranz vorstellen?

BALKAN: Frank und ich, wir kennen uns schon sehr, sehr lange. Wir sind schon vor der Fußballzeit befreundet und er steht mir immer zur Seite. Er kümmert sich vorwiegend um das Training unter der Woche und ich übernehme dann das Sagen am Wochenende bei den Spielen.

Ihnen steht ein recht großer Kader zur Verfügung. Gab es eigentlich mal die Überlegung, noch eine zweite Mannschaft zu melden?

BALKAN: Ja, das stimmt. Wir haben nominell 35 Mann und daher auch über eine Reserve nachgedacht. Doch letztlich fallen weiterhin wie im Vorjahr regelmäßig sieben oder acht Spieler aus. Für das Spiel bei der SGE Feldberg werden unter anderem Erhan Özkaratas, Özcan Hotaman und Tufan Duroglu fehlen. Das schmerzt uns schon.

Was erwarten Sie denn für ein Spiel gegen die SG Eintracht Feldberg?

BALKAN: Ich habe mich bei einigen Trainerkollegen über sie schlaugemacht. Uns erwartet ein spielstarker Gegner. Gegen den Meisterschaftsfavoriten SG Eschbach/Wernborn haben sie am ersten Spieltag gleich 4:4 gespielt.

Welches Ergebnis erhoffen Sie sich für den Sonntag?

BALKAN: Da wir auswärts spielen, würde ich mich über ein Unentschieden freuen. Ein knappes 2:1 für uns wäre natürlich top, aber es wird ein sehr schweres Spiel.

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