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Samuel Rainger legte einen Versuch für den RK Heusenstamm beim Viertelfinalspiel in Pforzheim.

Deutsche Rugby-Meisterschaft

Das Erfreuliche überwiegt beim RKH

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Wie erwartet gelang es dem RK Heusenstamm nicht, den klaren Favoriten Pforzheim zu überraschen und ins Halbfinale um die Deutsche Rugby-Meisterschaft einzuziehen.

Eine Halbzeit konnte der RK Heusenstamm beim TV Pforzheim recht passabel mithalten. Doch das reichte nicht, um das DM-Viertelfinale zu überstehen. Nach dem 47:14 (28:14)-Erfolg trifft der Vizemeister aus Baden in der Runde der besten vier Teams am Sonntag auf den SC Neuenheim. Bereits am Samstag steht das Derby zwischen Titelverteidiger Heidelberger RK und der RG Heidelberg auf dem Halbfinal-Programm.

Noch acht Minuten waren in Halbzeit eins zu spielen, da überraschte das RKH-Team manch Experten und vielleicht auch ein bisschen seinen Trainer Jens Steinweg. Nach einer Gasse schob der Heusenstammer Sturm den der Pforzheimer über 20 Meter zurück ins Malfeld – und Pascal Drüge-möller legte den Ball ab. Ausgerechnet gegen das zweitbeste Team hierzulande gelang dem RKH, der nicht gerade als sturmstark bekannt ist, solch eine Aktion. Schon zu Beginn hatten die „Füchse“ Nehmerqualitäten gezeigt und den frühen Rückstand nach nur 120 Sekunden schon fünf Minuten später durch Samuel Rainger egalisiert.

Nach der Pause erlaubten sich die Gäste allerdings zu viele individuelle Fehler. So baute Pforzheim seine Führung kontinuierlich zu einem „eigentlich etwas zu hohen Endstand“ aus, wie Steinweg befand. Und der Heusenstammer Coach legte nach: „Nicht zu verstehen ist, dass in einem Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft die Linienrichter dem Gastgeberverein sehr nahe standen. Die ein oder andere gelb-würdige Aktion wurde nicht angezeigt.“

Trotz dieser Misstöne beim Schlussakkord überwog das Positive beim Club vom Sport- und Kulturzentrum Martinsee. „Im vergangenen Jahr sind wir im Achtelfinale schon rausgeflogen“, sagte Co-Trainer Markus Walger. Etwas stieß jedoch negativ auf: Den Rot-Grünen gelang es diese Saison nicht, einen der drei Heidelberger Clubs zu bezwingen, die in Reichweite sind – auch wenn fast immer ein Sieg möglich war, ja zum Greifen nahe lag, wie etwa bei den Niederlagen gegen die RGH (27:28 und 21:25). „Der letzte Tick, etwas Glück und Abgebrühtheit hat da gefehlt“, meinte Ex-Nationalspieler Walger und führte aus: „Die Fehler gilt es peu á peu abzustellen, das bedeutet viel Arbeit. Wir wollen uns steigern und die Spiele gewinnen, die wir knapp verloren haben. Unser Ziel ist nächste Saison Platz drei oder vier, dann haben wir in den Play-offs Heimrecht.“ Im Kader wird es wohl keine größeren Veränderungen geben, mit dem Portugiesen Diogo Reis, der in sein Heimatland zurückkehrt, steht bislang nur ein Abgang fest.

Für den RKH beginnt nach einer Woche Pause die Saison im Siebener-Rugby. Nach einem Turnier im rheinischen Bad Honnef (16. Mai) stehen unter anderem die Hessischen Meisterschaften im Juni sowie die nationalen Titelkämpfe im Juli auf dem Programm. Ob der RKH die Deutsche Meisterschaft wie in den vergangenen Jahren ausrichtet, ist laut Walger noch nicht geklärt.

RKH: Otterbein, Gennaro (60. Joswig), Drügemöller (5 Punkte/58 Steven Happ) – Heberer, Polheim – Horta (70. Erfiliz), Sabinarz, Nicholas Rainger – Schuster – Leon Hees (4) – Apelt, Samuel Rainger (5), Utikal (68. Fernandez), Walzig (41. Laurent Hartmann) – Zinzan Hees.

(fri)

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