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Anfang der Sechziger Jahre sahen nicht nur die Tore auf dem Sportplatz an der „Sandelmühle“ noch etwas anders aus.

Sportplatz an der "Sandmühle"

Erinnerungen an glorreiche Zeiten des Bad Homburger Fußballs

Was für Kirdorf der Kirdorfer Bach und für Ober-Erlenbach der Erlenbach ist, das ist für den alten Bad Homburger Stadtkern der Heuchelbach. Dort gab es mehrere Mühlen. Eine davon war die Sandelmühle unterhalb der Straße „Am Mühlberg“. Schon nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Mühlenbetrieb aber eingestellt. Zwischen dem Mühlweg und dem Hessenring erstreckte sich eine Kleingartenanlage, „es Gärtche“ genannt. Dieses Areal wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum Sportplatz „Sandelmühle“ umgewandelt. Die Anlage erlangte durch die Erfolge der Spielvereinigung 05 in Hessen einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Deutsche Meisterschaft der Amateure, seinen größten Erfolg, feierte der Verein 1973 allerdings auf dem Bieberer Berg in Offenbach, nach dem 1:0 im Finale gegen die Amateure des 1. FC Kaiserslautern. Torschütze war Helmuth Reidel.

Die Vorläufervereine der „Nullfünfer“ hatten mehrfach ihre Sportstätten in der Kurstadt gewechselt. Von 1906 bis 1911 spielte man an der unteren Promenade, von 1911 bis 1939 an der Dietigheimer Straße. Von 1939 bis 1949 trug der Verein, der vom 1. Februar 1946 an Spielvereinigung 05 hieß, seine Heimspiele auf einem Sportplatz hinter dem Güterbahnhof aus. „Im Birkengrund“ heißt das Gebiet. Die Seitenauslinien des damaligen Spielfeldes waren mit Birken begrenzt, die aus der Ferne aussahen, als würden sie Spalier stehen. Mit den Trümmern des bei einem Bombenangriff im Jahr 1945 zerstörten alten Kurhauses wurde dann nach dem Krieg das Gelände zwischen dem Mühlweg und dem Hessenring aufgefüllt. Und auf diesen Trümmern legte man den Sportplatz „Sandelmühle“ an.

Platz für 7000 Fans

Anfang der Siebziger Jahre wurde die heute noch vorhandene Stahlrohrtribüne aufgestellt. Und das Fassungsvermögen von rund 7 000 Zuschauern benötigten die Gastgeber in den glorreichen Jahren der Spielvereinigung mehrfach bis zum letzten Platz.

Auswärtige Besucher loben heute noch während der Kreisoberliga-Spiele den Panoramablick vom Sportplatz aus auf den Weißen Turm, die Erlöserkirche und die Marienkirche. Ehemalige Spieler des Clubs, der bis 1998 in der Hessenliga mitmischte, ehe er finanziell in Schwierigkeiten geriet, aufgelöst und neu gegründet wurde, bekommen eine Gänsehaut, wenn sie an frühere Samstagspiele an der Sandelmühle zurückdenken. Pünktlich um 17 Uhr läuteten die Kirchenglocken. Für die Fußballer der Nullfünfer war das ein Signal für die letzte Viertelstunde, in der sie vielleicht auch mit Beistand „von oben“ manchen Rückstand noch aufholen konnten.

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