Jan Lüßen als Mannschaftsführer des Hessenligisten TuS Hornau freut sich, dass es in seiner Mannschaft erst einmal bis auf weiteres bei sechs Spielern bleiben wird foto: marcel lorenz
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Jan Lüßen als Mannschaftsführer des Hessenligisten TuS Hornau freut sich, dass es in seiner Mannschaft erst einmal bis auf weiteres bei sechs Spielern bleiben wird

Entscheidung des Hessischen Tischtennis-Verbands

Erleichterung bei Hessen- und Verbandsligisten

  • Volker Hofbur
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Sechser-Mannschaften bleiben bei Herren - Damen mit neuem Spielsystem

Main-Taunus -Im Bereich des Hessischen Tischtennis-Verbandes (HTTV) wird die Vereinheitlichung in Spielsystemen und Mannschaftsstärken, die deutschlandweit angestrebt wird, noch auf sich warten lassen. Der Antrag, nur noch mit Vierer-Mannschaften anzutreten, fand in den Hessen- und Verbandsligen in einer Testabstimmung eine zu geringe Mehrheit, so dass der Vorstand den Antrag zurückzog und ihn nun besser vorbereiten will. Damit bleiben bei den Männern alle Ligen von den Kreisligen bis zur Hessenliga bei sechs Einzelspielern und drei Doppel, während die Oberliga als bundesweite Klasse ab nächste Saison auf vier Spieler und zwei Doppel reduziert wird. Die Damen werden nicht mehr im Werner-Scheffler-System, sondern im Bundessystem spielen. Damit spielen sie nur noch zwei Doppel und acht statt bisher zwölf Einzel. Bei Vierer-Mannschaften werden nicht alle Spiele durchgespielt.

Was sagen die Vereine dazu? Wie nehmen sie es auf, dass der lang erwartete Wechsel von Sechser- auf Viererteams "bis auf weiteres" verschoben wurde? Einige Mannschaftsführer der heimischen Ober-, Hessen- und Verbandsligisten äußerten sich dazu.

Sechserteams im Sinn

der Gemeinschaft

Ingo Voss als Mannschaftsführer der TuS Kriftel ist von der bundesweiten Umstellung von Sechser- auf Viererteams betroffen, da die Mannschaft in der Oberliga spielt. "Ich werde ohne Probleme in die Zweite Mannschaft gehen, das habe ich ja schon einmal gemacht", erklärt Voss, der nun in der Hessenliga mit Martin Schlicht das vordere Paarkreuz bilden wird. Seit zwei Jahren wussten die Spieler in der Oberliga-Mannschaft, dass die Umstellung auf Bundesebene kommen wird. "Ich finde es nicht gut. Ich bin im Sechser-System groß geworden, da ist mehr sozialer Zusammenhalt, der bei Vierer-Mannschaften gar nicht möglich ist, weil du als Spieler deinen Mitspieler nicht mehr betreuen kannst, da zwei spielen, einer als Schiedsrichter tätig ist. So müsste sich der verbleibende Spieler um zwei Teamkollegen kümmern", erklärt Voss, "aber wir können es nicht verhindern". Er spricht auch von der Umfrage bei den Vereinen. Der Tenor sei, dass in den Vereinen Qualität und Quantität verloren geht. Das versucht der Verband zu regulieren.

Tobias Laible als Mannschaftsführer des Verbandsligisten TSG Eddersheim findet die Beibehaltung von Sechser-Teams im Sinn des Sports und der Gemeinschaft gut. "Es wäre eine Hauruck-Aktion geworden und hätte einige Spieler dazu bewogen, mit ihrem Sport aufzuhören", glaubt er, "kurz oder lang wird es kommen, auch wenn ich es unglücklich finde. Es mag aus zeitlichen Gründen für Vierer-Mannschaften sprechen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Spieler im hinteren Paarkreuz sicher zu drei Einsätzen kämen. Ich finde aber, man sollte das jetzige System beibehalten".

Ähnlich äußert sich Jan Lüßen als Mannschaftsführer des Hessenligisten TuS Hornau: "Wir sind mit dem jetzigen System groß geworden. Bei den Schülern habe ich zum letzten Mal in einer Vierer-Mannschaft gespielt. Es ist schöner, wenn du mit mehr Leuten zusammen feiern kannst. Sonst könnten die Spieler aus dem hinteren Paarkreuz nicht mehr mit dabei sein. Wenn das kommt, müsste man mehr Mannschaften melden. Und das würde für die Vereine teurer werden".

Umstellung führt

zu Engpässen

Auch Christian Beul als Mannschaftsführer des Verbandsligisten TV Wallau ist erst einmal froh, in der jetzigen Konstellation weiterzumachen. "Ich befürchte aber, dass es kommen wird. Das wird in den Mannschaften zu Engpässen führen, denn so haben wir derzeit eine Lücke zwischen der Dritten und Vierten Mannschaft. Das würde Ärger geben und dazu führen, dass Spieler aufhören werden. Aber der Verband kann so seine Mannschaftszahlen halten, das zählt für ihn". Er selbst war seit Beginn der zweiten Welle nicht mehr in der Halle: "Seit zwei Wochen kann der Verein wieder trainieren, mit sechs Leuten in der gesamten Halle. Wir waren überrascht, dass die Halle freigegeben wurde".

Ruben Wiechers als Mannschaftsführer der Spvgg. Hochheim tendiert zu Vierer-Teams: "Ich würde es begrüßen. Mir hat es auch im Sechser-Team Spaß gemacht, aber es wurde oft auch spät. Das ist ein familiärer Aspekt. Ich finde es auch schöner, wenn man in einem Auto zum Spiel fahren kann. Das ist noch einmal eine andere Sache."

Doris Grieshaber spielt mit den Damen der SG Kelkheim in der Hessenliga bereits mit einem Vierer-Team. Für sie überraschend kam die Änderung, dass sie mit ihrem Team nun nicht mehr jeweils drei Einzel, sondern nur noch jeweils zwei bestreiten wird. "Ich wusste gar nicht, dass darüber überhaupt gesprochen wurde. Das kam für mich ohne Vorwarnung. Dann sind die Spiele schneller vorbei. Wir haben manchmal schon weite Fahrten. Dann kann es sehr schnell gehen und steht zur langen Fahrt nicht mehr in Relation", fasst sie ihre Gedanken zusammen, "aber wenn es eng wird, kann es nach dem bisherigen System auch sehr spät werden. Ich muss mir darüber mal Gedanken machen und auch mal mit meinen Teamkolleginnen reden". Volker Hofbur

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