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Frank Layer (Zweiter von rechts) läuft mit seinen Staffel-Partnern jubelnd in die Festhalle ein.

Frankfurt Marathon

Erst das Laufen neu erlernt, jetzt in der Festhalle gefinisht

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  • Jens Priedemuth
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Der Bad Homburger Frank Layer, vor zwei Jahren noch auf den Rollstuhl angewiesen, erfüllt sich einen TraumEine im wahrsten Sinne des Wortes bewegende Geschichte erhält ein Happy End. Für Frank Layer ist Ankommen das Größte, andere Starter aus dem Hochtaunus laufen in Frankfurt tolle Zeiten.

"Emotionen pur", so Staffelläuferin Dr. Claudia Müller-Eising, spielten sich beim Zieleinlauf in der Festhalle ab. Die Teammitglieder zweier Marathon-Staffeln aus Bad Homburg hatten kurz zuvor Schlussläufer Frank Layer "aufgelauert", um ihn auf den roten Teppich in Frankfurts "Gudd Stubb" zu begleiten. Hand in Hand rissen die Läufer des neurologischen Rehabilitationszentrums "neuroneum" unter dem Applaus der Zuschauer und bei fetziger Musik die Arme in die Höhe.

Frank Layer hatte es geschafft. Der 52-Jährige war - nach schwerer Krankheit zehn Tage im Koma und danach vier Monate im Krankenhaus liegend - vor gut zwei Jahren noch auf einen Rollstuhl angewiesen. Ärzte zweifelten daran, dass er jemals wieder richtig laufen kann.

Und wie er das kann! Layer erfüllte sich mit der Marathon-Staffel einen Traum. Er lief nach Marco Hentsch und Claudia Müller-Eising, den Geschäftsführern des Reha-Zentrums, und Stefanie Fischer, einer seiner Physiotherapeutinnen, von denen er über viele Monate fast täglich behandelt wurde (oder "malträtiert", wie Layer mit einem Augenzwinkern sagt), die letzten 13,5 Kilometer des Marathons. Die Gesamtzeit der Vierer-Staffel betrug 4:33 Stunden. Das zweite Quartett war mit Marta Kubon, Petra Schollmeyer, Ines Beck und Felix Gaus 3:56 Stunden unterwegs.

Klatschnass wegen des Regenwetters am Sonntag, aber strahlend und voller Stolz holte Layer in der Halle dann die Medaillen ab, um sie seinen Teamkollegin zu überreichen. "Einfach geil", freute sich Claudia Müller-Eising. "Ein wunderbares Beispiel dafür, dass es sich lohnt, den inneren Schweinehund zu überwinden, um im Leben voranzukommen." Die Teilnahme der Staffeln für 2020 sei noch am gleichen Tag besprochen und vereinbart worden.

Layer nimmt im Reha-Zentrum, in dem er weiterhin zweimal pro Woche behandelt wird, eine Vorbildfunktion für die vielen Patienten ein, die nach schweren Schädel-Hirn-Verletzungen dort eine therapeutische Nachversorgung auf hohem Niveau erfahren. Manche Menschen erlernen mit Hilfe von High-End-Technik das Laufen wieder neu.

Bastian Dominic Stahl ist bester Taunus-Läufer

Mit dieser Vorgeschichte war der Bad Homburger beim Frankfurt Marathon natürlich eine Ausnahme. Viele der mehr als 14 000 Teilnehmer, die 41,195 Kilometer alleine zurücklegten, trainieren seit Jahren mit mehreren Laufeinheiten pro Woche auf solche Höhepunkte hin. Ein Oberurseler war der stärkste Läufer aus dem Hochtaunus. Bastian Dominic Stahl (Spiridon Frankfurt) überquerte nach 2:39:01 Stunden die Ziellinie in der Festhalle. Das reichte zu einem Platz unter den Top 200. Der Mann aus der Brunnenstadt fand sich in der Endabrechnung auf Rang 197 wieder. In der gleichzeitig durchgeführten Wertung der Hessenmeisterschaft standen ein siebter Platz beziehungsweise Rang vier bei den M20ern für ihn zu Buche.

Flott unterwegs war auch wieder Christian Spaich (368.). Der Vielstarter von der TSG Oberursel holte sich mit 2:47:15 Stunden den Hessen-Titel in der Altersklasse M40. Auch Michael Eitner (TV Burgholzhausen) blieb noch unter der Dreistundenmarke. Seine 2:59:52 Stunden wurden mit "Bronze" in der Altersklasse M50 belohnt. Die gleiche Platzierung, jedoch bei den älteren M55ern, wurde nach 3:26:04 Stunden eine Beute des Bommersheimers Thorsten Winter (TV Waldstraße Wiesbaden). Aus Oberursel kommt auch Marco Diehl (DVAG Marathon Team), der nach 2:49:56 Stunden wieder durchschnaufen konnte, jedoch nicht für die Hessenmeisterschaftswertung gemeldet hatte.

Bei den Frauen konnte sich das Abschneiden von Franziska Baist sehen lassen. Die Langstrecklerin von der SGK Bad Homburg lief als 84. ins Ziel. In der Hessen-Wertung bedeutete dies Position fünf und den Sieg in der W20. Die vereinslose Friedrichsdorferin Marie-Charlotte Fischer (287.) hatte es nach 3:29:05 Stunden geschafft, dicht gefolgt von Laura Tibitanzl (SC Oberursel/289.) in 3:29:13 Stunden. Silke Böhm aus Weilrod beendete die Herausforderung Marathon nach 3:30:37 Stunden (321.), und Laura Gabel Martinez (TSG Oberursel/382.) wurde mit der Zeit von 3:35:57 Stunden gewertet.

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