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Der Blick geht sowohl bei den Spielern der Eisbachtaler Sportfreunde - hier Eito Nakai (in Rot) - als auch der TuS Koblenz in eine ungewisse Zukunft, da noch niemand weiß, ab wann der Ball wieder rollen wird. Doch seit Montagabend scheint zumindest klar zu sein, dass es in der kommenden Saison wieder zuschauerträchtige Derbys geben wird – wenn Corona es zulässt.

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar - Sportfreunde Eisbachtal

Erst in Zwölfer-Staffeln, dann Play-offs

Die Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar - mit den Sportfreunden Eisbachtal - wird in die neue Saison zunächst mit zwei Zwölferstaffeln starten. Dafür haben sich die 24 Vereine um die Sportfreunde Eisbachtal in einer Videokonferenz großer Mehrheit ausgesprochen.

Nachdem die Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar für die kommende Saison in Folge der Corona-Pandemie von 18 Mannschaften auf 24 aufgestockt wird, war vor allen Dingen in Sachen der Liga-Aufteilung nun guter Rat teuer. Eine „Task-Force“, bestehend aus dem Spielausschuss des Fußball-Regionalverbandes Südwest, drei Vereinsvertretern (Diefflen, Dudenhofen, Trier) und dem Präsidium des Regionalverbandes, erarbeitete daher verschiedene Möglichkeiten, die den Vereinen am Sonntagnachmittag per Mail zugesendet worden war und über die nun debattiert wurde. 

Strikt abgelehnt haben die zwei Dutzend Vereine eine normale Runde mit 46 Spieltagen. Mit ein Grund dafür: Es fehlt hier die nötige Flexibilität, um auf mögliche erneute Verschärfungen aufgrund der Corona-Pandemie adäquat reagieren zu können. Auch die hohe Zahl von acht Wochenspieltagen bei einem angepeilten Start der Saison Anfang September schreckte die Vereine ab. Der Vorschlag, zunächst mit vier regionalen Staffeln mit jeweils sechs Mannschaften zu starten, was viele Derbys bedeutet hätte, wurde ebenfalls abgelehnt. 

Letztlich blieb das bereits vorher erwartete Szenario, die Oberliga in zwei Zwölfer-Staffeln aufzuteilen. Hier hatte die Task-Force zwei mögliche Staffel-Einteilungen vorbereitet. Eine Variante sah die Aufteilung in eine West- und eine Ost-Staffel vor. Hier wären den Eisbachtaler Sportfreunden (West) allerdings die reizvollen Derbys gegen Koblenz oder Engers entgangen, da sie der Ost-Staffel zuschlagen worden wären. Das zweite vorbereitete Szenario sah vor, eine Aufteilung in die Staffeln Rhein/Saar (Saar-Vereine und Rheinland-Vereine ohne Salmrohr und Trier) und Mosel/Südwest (Südwest-Vereine mit Salmrohr und Trier). Doch auch dieses Szenario fand in der Diskussion nicht wirklich Anklang, so dass der  Vorsitzende des FV Engers, Martin Hahn, plötzlich eine dritte Variante für zwei Zwölferstaffeln ins Spiel brachte: Eine Nord- und eine Süd-Staffel. 

Derbys bleiben erhalten

Der Vorteil hierbei: den Vereinen aus dem Rheinland bleiben die jeweiligen Derbys genauso erhalten, wie auch den Teams aus dem Südwesten oder dem Saarland. Das Zünglein an der Waage war hierbei allerdings die 2. Mannschaft von Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern. Da sich die Pfälzer, die ohnehin keine Derbys hätten oder kaum Zuschauer haben, letztlich freiwillig bereiterklärten in die Nord-Staffel zu wechseln, konnten so letztlich beide Staffeln zwölf Mannschaften auf sich vereinen. 

„Das Modell, was jetzt kommt, ist für alle die beste Variante, wie ich finde. Natürlich muss man Kaiserslautern ein großes Dankeschön aussprechen, dass sie sich zum Wohle der anderen Vereine darauf eingelassen haben“, sagt Eisbachtals Sportlicher Leiter Patrick Reifenscheidt. In der Nord- und Süd-Staffel sollen alle Teams nunmehr jeweils in Hin- und Rückspiel gegeneinander antreten, was zunächst 22 Spieltage bedeuten würde. Hiernach spielen die sechs besten Teams jeder Staffel in einer gemeinsamen Aufstiegsrunde, die sechs schlechtesten Teams jeder Staffel in einer Abstiegsrunde weiter. Inwieweit die Punkte und Tore aus den Spielen in den Staffeln auch in der Aufstiegs- und Abstiegsrunde zählen und ob dort nur noch gegen die sechs Mannschaften gespielt wird, die aus der anderen Staffel hinzugekommen sind, das soll nunmehr der Spielausschuss des Regionalverbandes klären.

So könnten am Ende, je nach Szenario und Pandemie-Situation, 33, 34 oder 44 Spieltage gespielt werden. Klar ist dagegen: Aufsteigen in die Regionalliga Südwest darf der Meister der Aufstiegsrunde, der Zweitplatzierte spielt mit den Tabellenzweiten der Hessenliga und der Oberliga Baden-Württemberg einen weiteren Platz in der Regionalliga aus. Ziel ist es, dass die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zur Saison 2021/2022 auf 22 Klubs reduziert werden soll. Das würde, je nach Zahl der Absteiger aus der Regionalliga Südwest, zwischen vier und maximal acht Absteiger aus der Abstiegsrunde der Oberliga bedeuten.

In den Folgejahren soll nach Möglichkeit die Anzahl der Mannschaften dann weiter reduziert werden, bis die alte Sollstärke von 18 Mannschaften wieder erreicht ist. Jetzt muss das Präsidium des Fußball-Regionalverbandes Südwest bei seiner Sitzung am Mittwochabend noch grünes Licht für die von den Vereinen gewünschte Variante mit den Nord-/Süd-Staffeln geben, was allerdings nur noch Formsache zu sein scheint. „Wir werden wahrscheinlich den Spielausschuss damit beauftragen, die weitere Saisonplanung in diesem Sinne voranzutreiben“, erklärte der Präsident des Fußballverbandes Rheinland, Walter Desch, der gleichzeitig dem Präsidium des Regionalverbandes im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Staffel-Aufteilung

Nord-Staffel: Hassia Bingen, Sportfreunde Eisbachtal, TSV Emmelshausen, FV Engers, SV Gonsenheim, 1. FC Kaiserslautern 2, FC Karbach, TuS Koblenz, SG 2000 Mülheim-Kärlich, FSV Salmrohr, Eintracht Trier, Alemannia Waldalgesheim. 

Süd-Staffel: FV Diefflen, FV Dudenhofen, SV Elversberg 2, FV Eppelborn, FSV Jägersburg, Arminia Ludwigshafen, TuS Mechtersheim, TSG Pfeddersheim, FC Speyer, Röchling Völklingen, Hertha Wiesbach, Wormatia Worms. sfe

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