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Für Guinevere Kreh (SG Wehrheim/Obernhain, links) wird es im Zweikampf mit Emma Weißenborn (TSG Oberursel III) ungemütlich.

Handball, Hochtaunus

Erster "richtiger" Sieg für das Damen-Team der SG Wehrheim/Obernhain

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In der Handball-Bezirksoberliga der Frauen ist das Feld für ein Spitzenspiel mit Hochtaunus-Beteiligung am kommenden Sonntag bestellt. Jedoch können weder Spitzenreiter TSG Oberursel II noch SG Anspach überzeugen.

Eine Stunde beträgt die Nettospielzeit eines Handspiels. Das sind 60 Minuten oder 3600 Sekunden. Und genau eine Sekunde reicht manchmal dafür aus, um über Sieg oder Niederlage oder keines von beiden zu entscheiden. Die Handballerinnen der TSG Oberursel IIhätten sich in der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurtnicht beschweren dürfen, wenn sie bei der HSG Goldstein/Schwanheim IInoch den Ausgleichstreffer kassiert hätten. Der letzte Wurf der Gastgeberinnen war auch im Tor, jedoch war gerade die Schlusssirene in der Sporthalle der Carl-von-Weinberg-Schule ertönt. Oberursel gewann mit 24:23 (11:13).

"Glück gehabt", kommentierte TSGO-Betreuerin Kathrin Nüchter. Sie monierte, dass der ersatzgeschwächt angetretene Tabellenführer im Verlauf der Partie viermal mit vier Toren in Führung gelegen habe (zuletzt beim Stand von 15:19 in der 45. Minute), es jedoch jeweils wieder spannend gemacht habe. Hektische Aktionen im Angriff luden die HSG zu Tempogegenstößen ein, die nach 53 Minuten wieder gleichauf war (20:20). Von den letzten vier Oberurseler Treffern erzielte die erfahrene Linksaußen Lara Kürten deren drei, den letzten eine Minute vor Schluss, so dass es zum finalen Goldsteiner Angriff kam - der erst in der "61. Minute" abgeschlossen wurde.

TSGO-Tore: Kramp (7), Kürten (5), Limbacher (5/1), von der Wehl (3), Ried, Weißenborn, Budnik (je 1) Tina Knoblauch (1 1).

SG Anspach - SV Bad Schwalbach 25:25 (14:15).  Ausgerechnet gegen die bisher punktlosen Gäste aus dem Rheingau-Taunus-Kreis erlaubten sich die Anspacherinnen wieder mal einen Punktverlust. Schon deshalb werden sie am Sonntag (15 Uhr) bei Spitzenreiter TSG Oberursel II eher als Außenseiter ins Topspiel gehen. "Wir konnten am Ende noch froh sein, unentschieden gespielt zu haben", sagte SGA-Trainer Ralf Kern.

In einem Spiel mit stets knappen Zwischenergebnissen traf Anspach gut aus dem Positionsangriff, lief aber nicht schnell genug zurück, weshalb der Gast vor allem durch Tempogegenstöße erfolgreich war. Zudem habe man zu viele Chancen ausgelassen, kritisiert Kern. "Eigentlich müssen wir das Spiel trotzdem über die Runden bringen", sagte er, denn vier Minuten vor dem Ende lag sein Team mit 24:22 vorne. Nach Nadine Kölls Tor zum 25:24 (59.) monierten die Anspacherinnen "Fuß" beim Gegner. Es gab jedoch Siebenmeter für den SV und eine Zeitstrafe für die SGA. Nach dem Ausgleichstreffer durch Janina Jedmowski gaben die Gastgeberinnen den Ball nicht mehr her.

SGA-Tore: Kalman (6/1), Köll (5), Koch (4), Schindler (3/3), C. Kretzschmar (3), Kujovic (2), S. Kretzschmar, Bauernschmitt (je 1).

TuS Nordenstadt - SV Seulberg 17:14 (10:11).  "Drei Tore in der zweiten Halbzeit können nicht reichen", teilte der enttäuschte Manfred Müller mit. Seulbergs Trainer hatte gehofft, den Abwärtstrend stoppen zu können, da sich die eigene Bank wieder füllte und der Gegner ersatzgeschwächt antreten musste. Zudem habe Torfrau Jenny Heinrich überragend gehalten, alleine fünf Strafwürfe wurden zu ihrer Beute. Doch im eigenen Angriff lief nach der Pause nichts mehr zusammen. Stefanie Richters Siebenmeter zum 15:14 war bereits das letzte Seulberger Tor (48.).

"Was aufs Tor flog, waren eher Rückpässe zur Torfrau oder man traf Gebälk oder die Torfrau auf der Flucht", kritisierte Müller, der sich an "ein Handballspiel der 80er Jahre" erinnert fühlte.

SVS-Tore: Richter (5/3), Wenserski (4), Weyand (2), Weiershäuser, Bützow und Schiewer (je 1).

Bezirksliga A, Männer

SG Wehrheim/Obernhain - MSG Sulzbach/Niederhofheim 34:30 (18:14).

Nach dem bereits fünften Sieg in Folge sind die SG-Trainer Sebastian Wagner und Marcel Heid verstärkt damit beschäftigt, die Spieler auf dem Teppich zu halten. "Ein zähes Spiel, mit dem wir nicht zufrieden sein können", lautet ihr Kommentar zum Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten. Nach einem Wechsel "en bloc", ähnlich dem Eishockey, setzten sich die Gastgeber noch vor der Pause auf sechs Tore ab. Der Vorsprung geriet danach nie in Gefahr. Glanzpunkte setzte die SG aber nicht.

SG-Tore: Butsch (7/3), Terkowsky (7), Pierags, Bonin (je 4), Fuß, J. Faust (je 3), Dawid, Goslar, Pohl (je 2).

TSG Oberursel II - HSG BIK Wiesbaden 38:33 (19:15).  Das Spiel stand unter besonderen Vorzeichen, da es die letzte Partie von Jürgen Merz auf der Bank war, der sich nur noch auf die 1. Mannschaft konzentrieren möchte. Vorübergehend übernehmen die verletzten Spieler Ekram Amirzad (Knie) und Benjamin Weber (Schulter) die Leitung. Am Heimsieg gab es vor allem aufgrund einer kompakten Abwehr nichts zu rütteln, auch wenn die Spielgemeinschaft aus den Wiesbadener Stadtteilen Bierstadt, Igstadt und Kloppenheim um Torjäger Daniel Hergl (9) immer dagegen hielt.

Die höchste Oberurseler Führung gelang durch schnelles Umschalten nach Ballgewinnen in der 43. Minute (31:22), danach agierten die Gastgeber im Angriff zu hektisch, so dass BIK wieder bis auf vier Tore herankam. Stark spielte bei der TSGO Steven Bond.

TSGO-Tore: S. Bond (8), Ormond (6), Strauch (6/4), Kluger, Rummel (je 5), Ried (3), Bechtold, Ebel (je 2), Hadziabdic (1).

Bezirksliga B, Männer

MSG Dortelweil/Bad Vilbel - SV Seulberg 30:34 (12:19).

Dass der SV Seulberg, erst über die Relegation aufgestiegen, eine beachtliche Entwicklung genommen hat, belegt der jüngste Erfolg. Er gelang beim Mitaufsteiger in Bad Vilbel, dem souveränen C-Liga-Meister. Seulbergs Trainerin Carola Schröder freute sich, dass ihr Team die Vorgaben direkt umsetzte: Über eine starke Defensive erarbeiteten sich die Gäste schnell einen 10:5-Vorsprung (10.) und bis zur Pause den entscheidenden Vorteil.

Die MSG konnte auch mit einer doppelten Manndeckung die Partie nicht mehr drehen. Wermutstropfen war die Verletzung von Stefan Pfeiffer, der mit einem Muskelfaserriss länger ausfällt.

SVS-Tore: B. Steffan (5/5), Witzke, Bergerfurth (je 5), Dammbach, Hennig (je 4), Zeuner, J. Schröder, R. Hostert (je 3), J. Hostert (1), Pfeiffer (je 1).

Bezirksliga B, Frauen

SG Wehrheim/Obernhain - TSG Oberursel III 24:20 (12:12).

In der B-Liga kann der Trainerjob ein hartes Brot sein. Seitdem Stephan Hnatkows Team mit zwei Niederlagen den Start im September verpatzt hat, durfte es nicht mehr ran. Nach dem kampflosen Sieg gegen die Frankfurter TG gab's für die SGWO-Damen jetzt endlich den ersten "richtigen" Sieg - und dann auch noch im Taunus-Derby. Nach der 7:2-Führung für die Gastgeberinnen (14.) kämpften sich die TSGO in die Partie. Das letzte Ausgleichstor gelang Emma Weißenborn (15:15, 37.).

In der entscheidenden Phase erhöhten für Wehrheim/Obernhain Nina Wagner, Daniela Ohly, Anne Niestrath und nochmals Ohly von 19:18 (49.) auf 23:18 (57.). Wehrheims Ricarda Hartmann erhielt für ihre Leistung zwischen den Pfosten ein Sonderlob ihres Trainers.

SG-Tore: Wagner (6), Ohly (4), Serra (3/1), Kreh, Günther, Dieterle (je 2), Lenzner (2/1), Niestrath, Hoffmann, Oerter (je 1). - TSGO-Tore: Schreiber (7/3), Specht (4/1), E. Weißenborn (3), Weiß (2), Jendrzok, Frauenstein, Gampfer, Eisele (je 1).

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