Lina Born von der RSG Rosshof Diedenbergen in Aktion. Viele Reiterinnen haben ihrem Sport den Rücken gekehrt foto: marcel lorenz
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Lina Born von der RSG Rosshof Diedenbergen in Aktion. Viele Reiterinnen haben ihrem Sport den Rücken gekehrt

Sportkreis Main-Taunus

Es herrscht keine Panik im Kreis

  • Volker Hofbur
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2850 Mitglieder haben die Vereine in der Pandemie verloren, weil die Neuzugänge fehlen

Main-Taunus -Erwartungsgemäß hat die Corona-Pandemie ihre Spuren hinterlassen, wenn es um die Mitgliederzahlen der Sportvereine geht. Es gab Abmeldungen. Da aber keine Angebote der Vereine in vielen Bereichen möglich waren, muss sich zeigen, wie es nach dem Ende der Pandemie bei den Vereinen weitergeht. Dies betrifft auf der einen Seite, ob die Mitglieder wieder zurückkommen oder sich an die Zeit ohne Sport gewöhnt haben. Die andere Problematik wird sein, ob es den Vereinen gelingt, ihre Trainer, Betreuer und Helfer zu motivieren, nach der langen Pause wieder aktiv zu werden. In dieser Hinsicht wird es darauf ankommen, inwieweit die Vereinsverantwortlichen mit ihnen den Kontakt gehalten haben. Die Auswirkungen der Pandemie werden erst in der kommenden Bestandserhebung sichtbar werden, ob es den Vereinen gelungen ist, Mitglieder zurückzugewinnen, oder ob es danach Lücken in ihren Angeboten geben wird.

Betrachtet man die Mitgliederzahlen zum 1. Januar 2021, so haben die Sportvereine 2850 ihrer bisherigen 78000 Mitglieder verloren. Auffallend ist der große Anteil an Kindern und Jugendlichen. Dort liegt die Quote bei sieben Prozent. Es sind vorwiegend die Kinder im Alter bis 14 Jahren, die von ihren Eltern abgemeldet worden sind, da es schlichtweg keine Angebote der Vereine gab. Das zieht sich durch alle Sportarten.

Schaut man sich den Fußball an, so gibt es im männlichen Jugendbereich 350 Abmeldungen, während es 199 Zugänge im Aktivenbereich gab. Bei den Frauen gab es keine Veränderungen.

In Grenzen halten sich die Abmeldungen bei den Handballern. 111 Spielerinnen und Spieler sind ausgetreten, die Hälfte davon bei den Männern zwischen 41 bis 60 Jahren und Frauen von 27 bis 40 Jahren. So beträgt die Quote der Austritte 2,5 Prozent.

Schaut man auf eine Kampfsportart wie Karate, die in Pandemiezeiten nicht möglich war, so fällt bei den Kindern bis 14 Jahren der Austritt von 47 der 169 Sportler auf. Jeder sechste Karateka ist nicht mehr im Verein aktiv.

Schwer getroffen wurde der Reitsport. 143 Mitglieder sind dort ausgetreten, davon 127 im weiblichen Bereich und 125 Mädchen im Alter bis 18 Jahren.

Noch krasser trifft es den Nachwuchsbereich der Schwimmer. Da die Vereine in der Pandemie keine Schwimmkurse anbieten können, wurden 248 von 897 Kindern im Alter bis zu sechs Jahren abgemeldet.

Ähnlich sieht es beim Tanzen aus. Bei den Mädchen bis 14 Jahren sind 164 von 651 Mitgliedern ausgetreten, das ist mehr als jede Vierte.

Auch eine Sportart wie Tischtennis ist betroffen, doch vorwiegend bei den Männern ab 41 Jahren. 104 Spieler sind in diesen Altersklassen ausgetreten, das macht fast zwei Drittel aller Austritte im männlichen Bereich aus. Erstaunlich ist, dass es 83 Zugänge im weiblichen Bereich gab.

Positiv sind die Tendenzen beim Golf und beim Tennis. 74 neue Mitglieder verzeichnet der einzige Golfclub des Kreises, der GC Hof Hausen aus Hofheim, während es gar 131 Frauen und Männern bei den Tennis-Vereinen gab, die im Sommer ihre komplette Medenrunde absolvieren konnten.

Schwer gebeutelt wurden die Turnvereine mit ihren Kursen und Angeboten für Kinder, die nicht realisiert werden konnten. 1374 von 24780 Turnern haben sich abgemeldet, davon 920 im weiblichen Bereich. 531 Mädchen bis 14 Jahre und 411 Frauen im Alter zwischen 27 und 60 Jahren bilden das Gros der Austritte, dazu sind 821 Kinder bis sechs Jahre abgemeldet worden.

Erstaunlich gut kamen bisher die Volleyballer durch die Pandemie, die nur 40 Austritte verzeichnen mussten. Auch dort könnte eine Rolle gespielt haben, dass im Sommer das Training auf dem Beachplatz möglich war.

Diese Zahlen spiegeln nur die Entwicklung bis zum Ende des Jahres 2020 wider. Wie sich die Zahlen nach weiteren viereinhalb Monaten in der Pandemie entwickelt haben, in denen ja zum Großteil auch kein Sport möglich war, werden die Mitgliederzahlen Ende des Jahres ergeben. Verbunden vielleicht auch mit der Hoffnung, ob einige Kinder, Jugendliche und Aktive bei einem günstigen Verlauf der Pandemie den Weg zurück zu den Vereinen finden und wieder aktiv ihrem Sport nachgehen.

Schaut man auf die zehn größten Vereine des Kreises, so hat der TV Hofheim die Spitzen-Position übernommen. Auffällig hohe Verluste haben mit der TuRa Niederhöchstadt und der TG Hochheim zwei der Vereine, die ein großes Kursangebot in ihren vielen Abteilungen haben. Dennoch lässt sich sagen, dass die Vereine aus den Kreisen bisher recht gut durch die Pandemie gekommen sind. Keiner hat zweistellige Verluste. Volker Hofbur

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