Er hat noch länger pausiert als seine Mitspieler: Bastian Schwarz (Mitte) wird am Samstag nach seiner schweren Knieverletzung sein erstes Pflichtspiel seit mehr als zwei Jahren bestreiten. FOTO: marcel lorenz
+
Er hat noch länger pausiert als seine Mitspieler: Bastian Schwarz (Mitte) wird am Samstag nach seiner schweren Knieverletzung sein erstes Pflichtspiel seit mehr als zwei Jahren bestreiten.

Handball, Oberliga

Es kann nur um den Klassenerhalt gehen

  • Volker Hofbur
    VonVolker Hofbur
    schließen

Die TSG Münster vollzieht mit vielen eigenen Talenten eine Entwicklung

Münster -"Ich freue mich sehr auf den Saisonstart", erklärt Daniel Wernig als Trainer des Handball-Oberligisten TSG Münster, "es ist gut für den Kopf, dass der Sport wieder ein Stück Normalität gibt". Nach einer langen Vorbereitung hatten sowohl er als auch die Mannschaft das vergangene Wochenende frei. "Das war gut, dass ich bei dem schönen Wetter noch einmal durchatmen und Zeit mit der Familie verbringen konnte", blickt er auf anstrengende Wochen zurück.

Mit der ersten Phase der Vorbereitung, die vom athletischen Teil geprägt war und ihren Abschluss mit dem Trainingslager in Winterberg fand, war der Trainer sehr zufrieden. Die letzten vier Wochen waren von einigen kleinen Verletzungen geprägt, inzwischen sind aber wieder alle Spieler an Bord.

"Die Entwicklung ist bei den jungen Spielern noch nicht so weit, wie ich es mir vorstelle", erläutert Daniel Wernig, "die Konstanz ist immer ein Thema. Ich muss sie in die Mannschaft bringen, auch wenn ich lernen muss, dass immer wieder Aktionen kommen, die in die andere Richtung gehen". Der Trainer verweist darauf, dass er acht Spieler hat, die noch nicht mal 21 Jahre alt sind. Ihnen muss er zugestehen, dass sie Fehler machen dürfen und noch in der Entwicklung sind, auch wenn sie teilweise schon tragende Rollen in der Mannschaft haben.

Verstärkungen für

Wernigs Mannschaft

Mit den Testspielen war Daniel Wernig zufrieden. Es gab einen Sieg gegen Liga-Konkurrent HSG Wettenberg, eine knappe Niederlage gegen den Aufstiegsfavoriten Pohlheim, aber auch eine Niederlage beim Landesligisten TV Hüttenberg II. "Bei allen Ambitionen und aller Euphorie: Unser Ziel kann nur der Klassenerhalt sein. Es wäre vermessen zu glauben, dass wir mit Sicherheit in die Aufstiegsrunde kommen würden. Wir tun gut daran, mehr zu invertieren. Ich bin zufrieden mit den Leistungen, hätte mir aber gewünscht, dass wir weiter wären", macht Wernig deutlich. Der Trainer ist bestrebt, nachhaltig Ruhe auch ins Umfeld des Vereins zu bekommen, weiß aber auch, dass er sich das mit der Mannschaft hart erarbeiten muss. Sein Team ist im Verein verwurzelt, hat neun bis zehn Spieler, die ihre gesamte Jugend in Münster gespielt haben. Daniel Wernig hält dennoch die Augen offen, um auf Positionen, die die eigenen Jugendlichen nicht abdecken können, externe Verstärkungen zu holen. Ein Thomas Bolling, ein Tim Klotz, ein Jan Fegert und nach langer Verletzung ein Bastian Schwarz haben die Vorbereitung sehr gut absolviert und bringen ihre besonderen Charaktere ein. Thomas Bolling (kam vom TV Hochdorf) bringt mit seiner Erfahrung ein neues Torhüter-Spiel mit ein, dazu kommen unter Anderem die Kreisläufer Tim Klotz (A-Jugend HSG Dutenhofen/Münchholzhausen) und Björn Heller (eigene Jugend) am Kreis sowie Jan Fegert (SG Bruchköbel) und Tom Gerntke (eigene Jugend) auf Rechtsaußen.

Das Hauptaugenmerk liegt für Wernig, die unter ihm begonnene Entwicklung voranzutreiben. Dafür investiert er viel, denkt an seine aktive Zeit beim TV Hüttenberg, mit dem er aus der 3. Liga bis in die Bundesliga gekommen war. Für diese Entwicklung, die die Mannschaft genommen hatte, hatte sie jeden Tag sehr viel investiert. "Das war ein Prozess, der drei bis vier Jahre gedauert hat. So ein Prozess wird seine Zeit benötigen. Und er geht nur über den regelmäßigen Wettkampf", erläutert der Trainer.

Wo seine Mannschaft steht, vermag Daniel Wernig nicht zu sagen. "Es wird darauf ankommen, wer wie in die Saison hereinkommt und wer wieviel investiert hat. Man muss sich vor Augen führen, dass wir Anfang März 2020 unser letztes Spiel bestritten haben. Fast zwei Jahre ohne Wettkampfpraxis sind eine lange Zeit", erläutert er, "es wird davon abhängen, wie du da als Team wieder hereinkommst. Dabei geht es nicht um die Taktik und den Handball, sondern darum, wie du mit dem Druck umgehst und wie jeder von seiner mentalen Auffassung dafür bereit bist". Für ihn ist das ganz schwer zu greifen. "Es ist auch wichtig, dass wir in Münster lernen, das einzuschätzen. Wir wollen hoch und weiter, aber dieser Weg muss über Jahre gehen", macht der Trainer deutlich.

Die Aufgabe für die Mannschaft muss es sein, ab dem ersten Spiel am Samstag (18 Uhr, Hans-Jürgen-Portmann-Halle) bei der HSG Breckenheim Wallau/Massenheim den Rhythmus zu finden. Es gilt für sein Team, so früh wie möglich so viel wie möglich Punkte zu holen. "Ich kann nicht mal einschätzen, wo wir stehen, da kann ich das über die Gegner noch weniger", erklärt Wernig. Sein großes Anliegen, einen breiten Kader zu haben, der auch komplett das Niveau hat, sieht er erfüllt. Dazu ist er im Austausch mit Christian Albat (Zweite Mannschaft) und Tim Dautermann (A-Jugend), wer den Sprung in sein Team schaffen kann.

Münster: Tor: Thomas Bolling, Sven Müller, Moritz Rausch; Rückraum: Marc Zelser, Klaudio Hranjec, Moritz Prause, Stefan Mollath, Bastian Schwarz, Tim Kunz, Julian Schuster. Kreis: Tim Klotz, Linus Marxer, Björn Heller. Außen: Tom Gerntke, Jan Fegert, Felix Ikenmeyer, Sebastian Jakobi. Volker Hofbur

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare