Ergin Cakar (SG Eschbach/Wernborn) orientiert sich nach dem Ball, Nicholas Seiler (EFC Kronberg) kommt zögerlich aus dem Tor. Foto: sp
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Ergin Cakar (SG Eschbach/Wernborn) orientiert sich nach dem Ball, Nicholas Seiler (EFC Kronberg) kommt zögerlich aus dem Tor.

Fußball, Kreisoberliga Hochtaunus

Die SG Eschbach/Wernborn ist die Mannschaft der Stunde

Der FC Oberstedten patzt bei seinem verspäteten Runden-Einstieg. Die Youngster der Usinger TSG II feiern derweil ihren ersten Saisonsieg. Das spannendste Spiel der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus ereignete sich aber am Kirdorfer Wiesenborn.

Wechsel an der Tabellenspitze in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus: Mit einem überraschend klaren 3:0 über den EFC Kronberg löst die SG Eschbach/Wernborn die SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg (3:2 gegen SGE Felsberg) ganz vorne ab. Eine makellose Bilanz haben auch noch der FC Neu-Anspach II (4:3 bei der DJK Bad Homburg II) und Teutonia Köppern (4:1 über die SF Friedrichsdorf II). Beide haben allerdings erst zwei Partien absolviert. Erstmals punktet indes Eintracht Oberursel (1:1 beim SV Seulberg).

Der dritte Spieltag wird am Donnerstag komplettiert, dann empfängt um 20 Uhr die ambitionierte SG Ober-Erlenbach die SG Oberhöchstadt.

SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg - SG Eintracht Feldberg 3:2 (2:1):Zwar gewannen die Homburger auch ihre dritte Partie. Doch der knappe Erfolg "hat mich ein paar graue Haare gekostet", stellte Trainer Ralf Haub fest und nannte das Hauptproblem: "Meine Mannschaft war nicht wiederzuerkennen. Wir haben uns schwergetan, vielleicht haben wir den Gegner unterschätzt."

Turbulent verlief der zweite Abschnitt: Nach dem 3:1 trafen die eingewechselten Massimo Bacchiocchi und Mounir Riquig kurz hintereinander den Pfosten. Wenig später stellte die SGE den Anschluss her und hatte noch die große Chance, auszugleichen.

Tore:0:1 Agricola (17.), 1:1 Weber (25.), 2:1 Minchang (35.), 3:1 El Hamdaoui (55.), 3:2 Spaniol (59.).

SG Eschbach/Wernborn - EFC Kronberg 3:0 (1:0):Keine Frage, die SGEW hat sich die Spitzenposition redlich verdient. Konzentriert und mit mentaler Stärke agierend, rissen die Gastgeber das Geschehen an sich und behaupteten sich in vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. Besonders Philipp Brendel stand vor der Pause im Blickpunkt: Früh traf er zur Führung, verschoss aber auch einen Foulelfmeter (32.).

"In der zweiten Halbzeit war es sogar ein Spiel auf ein Tor. Wir waren überrascht, hatten eigentlich ein Spitzenspiel erwartet", bekundete Spielausschuss Rainer Wacup. Wäre die Chancenverwertung optimal gewesen, hätte es nach 90 Minuten auch 6:0 stehen können.

Tore:1:0 P. Brendel (3.), 2:0 Cakar (50.), 3:0 Moldenhauer (68.).

SV Seulberg - Eintracht Oberursel 1:1 (1:1):"Weder Fisch noch Fleisch" - so lautete das Fazit von Thomas Pflüger aus dem SVS-Spielausschuss. Beide Mannschaften hatten Probleme, das Spiel aufzuziehen, die Initiative an sich zu reißen. Daher blieben Chancen Mangelware. Mit einem feinen Schlenzer brachte Henri Bohdal die Gäste in Führung, Jannis Bornschein hielt mit einem platzierten Kopfballtor dagegen.

Ermuntert durch das 1:1, agierten die Seulberger nach der Pause druckvoller, doch zwingende Momente blieben in der mittelmäßigen Partie aus. "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", sagte Pflüger. Dies gilt freilich auch für die Oberurseler.

Tore:0:1 Bohdal (14.), 1:1 Bornschein (45.).

FC Weißkirchen - Usinger TSG II 1:4 (0:3):Über 70 Minuten spielten die "Kleeblätter" in Unterzahl nach dem rotwürdigen Foul von Daniel Krüger. Doch davon ließ sich das Gästeteam nicht irritieren. Man habe es nicht gemerkt, "dass wir in Unterzahl waren", meinte TSG-Trainer Rainer Birkenfeld, der dann auf ein 4-4-1-System setzte. "Die Taktik setzte meine junge Mannschaft gut um, es war eine Topleistung." Insgesamt zählte er nur zwei Chancen für die Gastgeber.

Mit einem Lupfer brachte Abbas Haschemi die TSG auf die Siegerstraße. Dann behauptete sich zweimal Luka Juko bei langen Bällen, ehe Benito Gonzelez Torres mit großem Willen im zweiten Anlauf erfolgreich war. Der Strafstoß für Weißkirchen, Sven Hrubesch verschuldete diesen, sei laut Birkenfeld berechtigt gewesen, der Ball aber nicht hinter der Linie.

Tore:0:1 Haschemi (13.), 0:2 Juko (25.), 0:3 Juko (36.), 0:4 Gonzalez Torres (71.), 1:4 Metzger (85.).

DJK Bad Homburg II - FC Neu-Anspach II 3:4 (2:0):Es war das spannendste Match des dritten Spieltags, und unterschiedlicher können Halbzeiten kaum verlaufen. "In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, mit Kontrolle. Aber dann ging es Schlag auf Schlag, da hätten wir besser verteidigen müssen. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen", fasste DJK-Abteilungsleiter Goran Skeledzic seine Eindrücke zusammen.

Neu-Anspachs neuer Trainer Martin Schmidt konnte es indes nicht fassen, wie seine Mannschaft vor der Pause auftrat, und registrierte dabei eine "schlechte Leistung. Wir haben alles vermissen lassen." Nach Umstellungen präsentierten sich die Gäste von einer anderen Seite. Nun war die nötige Laufbereitschaft da, und mit Sabit Zejnullahus Treffer in den Winkel kippte alsbald die Partie.

Tore:1:0 Augustincic (7.), 2:0 Karasu (38.), 2:1 Zejnullahu (49.), 2:2 Hansen (52.), 2:3 Zejnullahu (58.), 3:3 Hartmann (81.), 3:4 Hansen (88.).

FC Oberstedten - SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach 0:1 (0:0):Schwer tat sich der Favorit. Zwar hatte der Titelanwärter Feldvorteile, doch mit viel Engagement hielt die SGWP dagegen. "Wir haben in der Defensive gut gestanden, waren sehr gut in den Zweikämpfen", sagte Spielertrainer Tobias Ketter. Und mit Kontern versuchte die Spielgemeinschaft, Nadelstiche zu setzen.

Letztlich habe sein Team sogar mehr Chancen gehabt. Und eine davon nutzte Lars Röske. Nach einem Abschlag unterschätzte ein Abwehrspieler Oberstedtens die Situation, Röske ging durch und "tunnelte" sogar noch den gegnerischen Keeper. Der FCO versuchte, wenigstens noch einen Zähler zu retten, agierte aber zu ideenlos. Am kommenden Spieltag greift die SGWP nicht ins Geschehen ein. "Die Pause tut uns gut, jetzt können wir Wunden lecken", verwies Ketter auf einige angeschlagene Akteure.

Tor:0:1 Röske (68.).

STEFAN FRITSCHI

Fievet nach dem 5:1 im Derby: "Heute hätte jedes Team gewinnen können"

Direkt nach Abpfiff des Friedrichsdorfer Nachbarschaftsduells versammelte Alexander Fievet seine gesamte Mannschaft um sich. Mit seiner ruhigen und sachlichen Art analysierte er kurz die Partie, ehe die Spieler von Teutonia Köppern in die Kabine verschwinden durften. Denn auch wenn der Sieg gegen Aufsteiger Sportfreunde Friedrichsdorf II mit 5:1 (1:1) recht deutlich klingt, war die Partie in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus lange Zeit offen.

"Wir haben uns schwergetan", erklärte der Coach, der gewisse Parallelen zum Auswärtssieg vergangene Woche bei der Reserve der Usinger TSG feststellte. "Heute hätte jedes Team gewinnen können und wir haben es glücklicherweise."

Dabei deutete anfangs alles auf eine recht klare Angelegenheit für die Hausherren hin. Bereits nach sechs Minuten ging Köppern durch Fabian Bannert in Führung. Mit der Führung im Rücken spielten sich die Gelb-Schwarzen weitere gute Tormöglichkeiten durch Tim Junghahn (10.) und erneut Bannert heraus (31.).

Doch mit zunehmender Spieldauer schlichen sich immer mehr kleine Fehler in das Spiel: Bälle versprangen, Pässe wurden unsauber gespielt. Nachdem die ersten beiden daraus resultierenden Konter der bis dahin vor allem mit Defensivarbeit beschäftigten Friedrichsdorfer, scheiterten, glückte der dritte Versuch. Marvin da Silva bekam von Ali Razai den Ball und brauchte nur noch am herauseilenden Köpperner Torwart Felix Schirmer vorbeizuschieben (33.) - nur noch 2:1 für Köppern.

In der Folge kamen die Gäste aus Friedrichsdorf besser in die Partie und hätten kurz nach der Pause bei zwei Chancen von Routinier Razai zum Ausgleich kommen können (58. und 61.). "Wer das erste Tor in dieser Phase schießt, gewinnt", analysierte Marijo Juricic, Spielertrainer der Sportfreunde, nach der Partie, wenngleich Köppern nicht unverdient gewonnen habe.

In der Schlussviertelstunde fand Köppern wieder zu seinem Spiel aus der Anfangsphase zurück. Immer wieder versuchten die Gelb-Schwarzen, mit Pässen in die Schnittstelle die Friedrichsdorfer Abwehr zu überwinden. In der 74. und 76. Minute gelang es ihnen in Form von Bannert dann gleich zweimal - 3:1. "Der Doppelschlag war bitter", erklärte Juricic, der selbst über die volle Distanz gespielt hatte, und schob nach: "Wir haben Köppern lange geärgert."

Ähnlich sah es auch Teutonen-Trainer Fievet. "Friedrichsdorf war heute ein guter Gegner", der spätestens nach dem Ausgleichstreffer "richtig Bock auf Fußball gehabt hat". Seine Mannschaft habe in der Anfangsphase verpasst, den zweiten Treffer nachzulegen.

Die letzten knapp zehn Minuten gehörten Köpperns Mittelfeldspieler Tim Junghahn. Mit einem sehenswerten Distanzschuss erhöhte er zum 4:1 (83.), ehe er in der Nachspielzeit mit einem Schuss aus abseitsverdächtiger Position den Schlusspunkt in einem abwechslungsreichen Spiel setzte.

Tore:1:0 Bannert (6.), 1:1 da Silva (33.), 2:1 Bannert (74.), 3:1 Bannert (76.), 4:1 Junghahn (83.), 5:1 Junghahn (90.).

BJÖRN HAHN

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