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2. Liga und Oberliga: Auf ihre Kosten kommen heute die Besucher des Wingert-Domes. Zwei Spiele werden dort zeitgleich absolviert.

Tischtennis

So etwas hat es noch nie gegeben

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Zwei Fliegen mit einer Klappe können heute Abend die Tischtennis-Fans im Wingert-Dome schlagen. In der 2. Bundesliga geht’s gegen einen Favoritenkiller, in der Oberliga stellt sich der Tabellenführer vor.

Beim TTC OE Bad Homburg steigt heute Abend von 18 Uhr an eine Premiere der ganz besonderen Art. Zum allerersten Mal in der mehr als 30-jährigen Vereinsgeschichte werden nämlich im Wingert-Dome zwei Heimspiele der obersten Herrenmannschaften zeitgleich ausgetragen.

In der 2. Tischtennis-Bundesliga der Herren erwartet die 1. Ober-Erlenbacher Mannschaft den TTC GW Hamm. Diese Partie war vom vergangenen Samstag auf heute verlegt worden. Und in der Oberliga Hessen tritt die „Zweite“ des TTC OE parallel gegen Tabellenführer TG Obertshausen an.

„Um grünes Licht für die Doppelveranstaltung zu erhalten, mussten wir die Zustimmung vom Deutschen Tischtennis-Verbandes einholen, denn eine solche Konstellation hat es bis dato noch nicht gegeben“, gewährt Björn Hampl, Kapitän des TTC OE II, einen Blick hinter die Kulissen. Da der DTTB der Verlegung zugestimmt hatte, konnte er folglich auch dem Doppel-Event nicht widersprechen. Die Organisatoren müssen somit heute eine außergewöhnliche Konstellation bewältigen.

Gegen Bad Hamm mit seinem französischen Nationalspieler Damien Eloi (Olympiateilnehmer 2008 in Peking) erwartet die Ober-Erlenbacher auch in sportlicher Hinsicht ein hartes Stück Arbeit, denn die Grün-Weißen haben Spitzenreiter und Meisterschaftsfavorit 1. FC Saarbrücken-TT II zuletzt eine 2:6-Niederlage beigebracht und sich wichtige Punkte beim Kampf um den Klassenverbleib gesichert.

Erfolgserlebnisse genossen allerdings unlängst auch drei Bad Homburger Profis. Wie unsere Zeitung aktuell berichtet hatte, errangen der Schwede Harald Andersson, der Ungar Nandor Ecseki und der Slowene Alexander Valuch bei ihren jeweiligen nationalen Meisterschaften in den Doppel-Konkurrenzen den Titel. Diese Leistungen werden heute Abend vor Spielbeginn durch den TTC-Vorstand entsprechend gewürdigt.

Die Bad Homburger Bundesliga-Truppe muss wegen der Terminverlegung des Hamm-Spiels am morgigen Sonntag übrigens gleich nochmal ran und gastiert um 15 Uhr beim Tabellenvierten TTC Frickenhausen. „Frickenhausen wird zum Saisonende zurückziehen, was mich als Tischtennis-Fan und stellvertretenden Ressortleiter der Herren-Bundesliga sehr traurig stimmt“, bekennt Ober-Erlenbachs Teammanager Jo Herrmann, „wir wollen unseren Hinspiel-Sieg in jedem Fall bestätigen und nach dem Wochenende wieder auf Platz zwei zurückkehren. Der sportliche Erfolg ist die Basis unseres Projekts Aufstieg 2020.“ Auf den 6:2-Erfolg am 6. Januar gegen den FSV Mainz 05 folgten vier Begegnungen ohne Sieg mit mageren 1:7 Zählern.

Der TTC Shakehands Frickenhausen wird sich nach 34-jähriger Zugehörigkeit aus finanziellen Gründen aus dem Profisport verabschieden. Die Verträge mit den Großsponsoren Shakehands und OSG laufen nach dieser Saison aus. „Auch mehrere kleinere Partner zierhen sich zurück – da ist an Bundesliga-Tischtennis nicht mehr zu denken“, begründet Frickenhausens Manager Jürgen Veith das bevorstehende Zweitliga-Aus seines Teams.

Ausgerechnet vor der zu erwartenden Rekordkulisse muss der TTC OE Bad Homburg II gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter TG Obertshausen mit einer Rumpftruppe antreten.

„Wir werden bestenfalls zwei oder drei Punkte holen können“, gibt sich TTC-Kapitän Björn Hampl keinen größeren Illusionen hin. Er selbst fällt mit einer bakteriellen Entzündung im Ellenbogen aus (eine Operation ist derzeit nicht ausgeschlossen), achwuchs-Ass Tayler Fox befindet sich mit der deutschen Schüler-Nationalmannschaft noch bis Ende des Monats in China und Michael Maxen wurde dieser Tage zum zweiten Mal Vater.

Vor dem Hintergrund dieser personellen Konstellation schicken die Ober-Erlenbacher das Sextett Dennis Haberle, Dirk Lüttich, Jonas Richter, Fabian Zhou, Mübin Alku und Sören Sobek ins Rennen, das sich so gut wie möglich aus der Affäre ziehen soll.

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