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Rollkunstläuferin Helena Dambacher

Rollkunstlauf, TSG Friedrichsdorf

Ex-Europameisterin Helena Dambacher läuft beim Hessen-Cup ihre letzte Kür

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Helena Dambacher ist „Sportle-rin des Jahres 2017“ der TZ, Eu-ropameisterin im Rollkunstlauf 2015 und neunfache Deutsche Meisterin. Jetzt hängt sie ihre Rollschuhe an den Nagel: Die weite Welt ruft – und ein Studium in Barcelona. Beim Hessen-Cup, den ihr Verein TSG Fried-richsdorf auf der neuen Roll-sportbahn ausrichtet, läuft sie noch einmal ihre Kür.

Ein letztes Mal wird Helena Dambacher am Samstag in ihr lila Kür-Kleid schlüpfen, an das sie selbst in „einigen schlaflosen Nächten“, wie sie erzählt, mehr als 1000 Glitzersteine angebracht hat. „Ich freue mich schon darauf, dieses Kleid noch mal zu tragen“, sagt Helena Dambacher. „Ich bin zudem froh, dass ich meine Kür noch mal laufen kann, und das ganz ohne Druck“, gesteht die 18-Jährige: „Ich bin schon etwas nervös, denn das letzte Mal habe ich 2017 an einem Wettkampf teilgenommen. Seitdem bin ich raus aus dem Training.“ Verletzungsbedingt – Dambacher hatte immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen – musste die Köppernerin 2017 ihre Rollkunstlaufsaison frühzeitig beenden. „Es ging einfach nicht mehr“, erinnert sie sich. Aus dieser Erfahrung heraus hat Dambacher einen klaren Schnitt gemacht und ihre äußerst erfolgreiche sportliche Karriere beendet.

Kurios: Das letzte Mal auf Roll-schuhen ist in gewisser Hinsicht auch ein erstes Mal. Dambacher feiert am Samstag ihr Debüt in der „Meisterklasse“. „Das ist die Klasse, die nach dem Jugendbereich kommt und in der alle Altersgruppen ab 18 Jahren antreten“, erläutert sie. „Mal in der Meisterklasse zu starten, war schon früher ein Traum von mir“, sagt Dambacher, die es sich auch nicht nehmen lassen wollte, auf der neuen Rollsportanlage für die TSG Friedrichsdorf zu laufen. „Es ist einfach cool, dass unser Verein jetzt endlich auch einen Wettbewerb ausrichten kann“, betont sie.

Zwölf Jahre lang hat der Rollkunstsport ihr Leben geprägt. Deshalb schwinge, sagt sie, beim Abschied auch Wehmut mit. „Aber ich wusste ja schon länger, dass ich nach dem Abi weg von zu Hause gehen werde und vor einem Studium erstmal für ein Jahr durch die Welt reisen möchte“, erzählt Dambacher. In den vergangenen Monaten war sie immer nur mal auf Stippvisite zu Hause. „Ich habe in Costa Rica einen Spanisch-Sprachkurs gemacht, habe in den USA Verwandte und Freunde besucht und einen Roadtrip durch Italien gemacht“, berichtet Dambacher.

Barcelona hat sie verzaubert

Auch durch Portugal und Spanien ist sie kürzlich gereist – und hat dabei ihr Herz an Barcelona verloren. Mit Folgen: Im September wird Helena Dambacher ihre Umzugskisten packen und mit einer Freundin in die katalanische Metropole ziehen. „Ich fange in Barcelona mein Betriebswirtschaftsstudium an“, erzählt sie. In eine der Kisten, verrät sie, wird sie auch ihre Rollschuhe packen. „Vielleicht werde ich auch in Barcelona ab und zu mal auf eine Rollschuhbahn gehen. In Spanien ist der Rollkunstsport verbreiteter als bei uns“, sagt Dambacher.

Die Zeit bei der TSG mit ihrer langjährigen Trainerin Verena Preis wird sie nicht vergessen: „Ich hatte super Erfolge und tolle Erlebnisse“, sagt sie. „Die Teilnahme an den zahlreichen, auch internationalen Wettbewerben habe ich als sehr bereichernd empfunden“, meint sie. „Es war einfach eine sehr schöne und auch lehrreiche Zeit.“

Dank dem Rollkunstlauf und dem damit verbundenen hohen Zeitaufwand für Training, Fitness und Wettkämpfe, erzählt sie, habe sie in all den Jahren auch vieles über Zeitmanagement gelernt. „Ich habe die Zeitfenster, die mir beispielsweise fürs Lernen für das Abi geblieben sind, immer gut genutzt“, berichtet die ehemalige Leistungssportlerin. Das Gefühl, etwas verpasst zu haben, hat sie nicht. „Mir war schon immer klar,, dass ich trotz des Sports mein soziales Leben aufrechterhalten muss“, sagt Dambacher. Das habe sie gut hinbekommen, glaubt sie. „Wenn ich wusste, dass ich am nächsten Tag für einen Wettkampf um 6 Uhr aufstehen muss, bin ich trotzdem mit zur Party und habe dafür aber auf Alkohol verzichtet.“

Der Hessen-Cup ist am Samstag und Sonntag erstmals in Friedrichdorf

Die neue Rollschuhbahn im Sportpark macht es möglich: Am Samstag und Sonntag (18./19. Mai) findet der Hessen-Cup erstmals in Friedrichsdorf statt. Zuschauer sind herzlich willkommen: Sie können im Sportpark an der Edouard-Desor-Straße 1 die ganze Bandbreite des Rollkunstlaufs erleben und sich „nebenbei“ am Grill oder an den Büfetts stärken. Zu dem traditionsreichen Turnier erwartet die TSG Friedrichsdorf mehr als 180 Rollkunstläuferinnen und -läufer aus Hessen. Die Sportler treffen in verschiedenen Wettbewerbs- und Altersklassen aufeinander: vom Kürlaufen über Pflicht bis hin zu Solotänzen und dem Auftritt einer Showgruppe. Am Start sind auch 28 Rollkunstläuferinnen der TSG. Dazu gehört neben Helena Dambacher (siehe Haupttext) auch Tiffany Schnabl, Siegerin der Deutschen Meisterschaft 2018 (Schüler B). Die Wettbewerbe beginnen am Samstag um 7.30 Uhr mit Solotanzen und Pflichtlaufen, am Nachmittag folgen die Kürwettbewerbe und der Auftritt einer Showgruppe. Der Tag endet mit der Siegerehrung um 20.15 Uhr. Auch am Sonntag geht es früh los: Die ersten Pflichtläufer starten um 8 Uhr, ab 12 Uhr beginnen die Kürwettbewerbe. Gegen 19 klingt der Hessen-Cup aus.

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