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Ob Jay Brown Bad Homburgs Basketballerinnen heute coacht, entscheidet sich kurzfristig – aus erfreulichem Grund.

Basketball, 2. Bundesliga Süd

Bei den Falcons Bad Homburg ist einiges in Bewegung

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Einen Neuzugang aus Schweden, mehrere dauerhafte Ausfälle und ein kurzfristiges Trainerproblem gibt es beim Zweitligisten.

Das erste Spiel im Jahr 2020 in der 2. Basketball-Bundesliga Süd der Damen steht für die Bad Homburg Falcons unter keinem allzu guten Stern. Möglicherweise muss der Tabellenzweite, der von seinen elf Spielen bisher stolze neun gewann, heute Abend um 17.45 Uhr bei der BSG Basket Ludwigsburg (sechs Siege aus zwölf Spielen) nämlich ohne Trainer auskommen.

Grund Nummer eins ist ein sehr erfreulicher. In diesen Stunden soll der zweite Sohn von Headcoach Jay Brown und dessen Frau Ewa das Licht der Welt erblicken, „und bei der Geburt im Kreißsaal dabei zu sein, hat natürlich Vorrang“, sagt Brown, der verständlicherweise Prioritäten setzt.

Co-Trainer Markus Kühn steht definitiv nicht zur Verfügung, denn er ist auch noch Coach der Herrenmannschaft der Turnerschaft Griesheim. Der Aufsteiger tritt in der 2. Regionalliga zeitgleich heute Nachmittag um 17.30 Uhr in eigener Halle zum Derby gegen die Frankfurter Eintracht an.

Der dritte potenzielle Kandidat ist Bernd Betz. Nach einer mehrmonatigen Auszeit, die familiär und beruflich begründet war, steht der langjährige Assistent von Brown den Falcons seit Jahresbeginn zwar wieder zur Verfügung. Betz ist jedoch ausgerechnet an diesem Wochenende unabkömmlich.

Sollten alle Stricke reißen und Brown auch nicht mitfahren können, würde Gergana Georgieva quasi als Spielertrainerin auf dem Spielberichtsbogen notiert. Die Trainerin der Bad Homburger Regionalliga-Mannschaft und Centerspielerin des Zweitliga-Teams ist Inhaberin der B-Lizenz und somit im Besitz der notwendigen Qualifikation.

Was die Personalsituation angeht, müssen die Falcons zu Beginn des Jahres 2020 mit einem äußerst kleinen Kader leben. Der größte Verlust ist das Fehlen von Nerea Garmendia. Die 31-jährige Spanierin arbeitet in den nächsten drei Monaten als Product Managerin im Rahmen eines Trainee-Programms ihres Arbeitgebers (ein Getränke- und Lebensmittelkonzern) in Dubai.

Spielerinnen zieht es nach Dubai und Mailand

„Maximal ein- oder zweimal wird sie uns bis zum Ende der regulären Saison zur Verfügung stehen, danach allerdings die kompletten Playoffs“, erläutert Brown. Deren Erreichen würde die Falcons heute mit einem Sieg näher rücken lassen. Ludwigsburg belegt derzeit Position fünf – den ersten Rang, der nicht mehr für die Endrunde um den Titel genügt.

Doch zurück zu den Falcons: Ebenfalls nicht mehr zum Aufgebot gehört Zoe Janovsky. Der 20-jährige Neuzugang, der vor Saisonbeginn vom MTV Kronberg in den Feri-Sportpark gewechselt war, absolviert zurzeit ein Auslandssemester in Mailand und fehlt deshalb vor allem der Regionalliga-Mannschaft der HTG.

Überaus fraglich ist heute in Ludwigsburg überdies der Einsatz von zwei Leistungsträgerinnen: Die Fußverletzung von Leah McDerment erweist sich trotz absoluter Schonung in den Weihnachtsferien als so hartnäckig, dass Brown sogar überlegt, die Engländerin bis auf weiteres freizustellen, um ihren Einsatz in den Playoffs nicht zu gefährden. Sorgen bereitet derzeit auch die zu Saisonbeginn gekommene US-Amerikanerin Quynne Huggins. Die 22-Jährige befindet sich wegen ihrer Knieprobleme bei Physiotherapeut Tino Lehmann in Behandlung.

Ein sehr positiver Aspekt ist angesichts dieser vielen schlechten Nachrichten die Meldung, dass Sarah Kuschel ab sofort wieder zur Verfügung steht, nachdem sie die beiden Trainingswochen in diesem Jahr beschwerdefrei absolviert hat.

Auf den Ausfall von Nerea Garmendia (Brown: „Sie ist für uns eine eminent wichtige Spielerin“) hat das Management der Falcons unterdessen reagiert und kurzfristig Evelyn Ovner verpflichtet. „Evelyn hatte sich bei Don Bosco Bamberg nicht mehr wohlgefühlt und deshalb zu uns Kontakt aufgenommen“, erläuterte Brown diesen Wechsel, der für die HTG zum Glücksfall werden könnte.

Verstärkung kommt vom Spitzenreiter

Die 26-jährige Schwedin hat nach Aussage ihres Coachs nicht nur einen „super Charakter“. Die 1,79 Meter große Korbjägerin dürfte mit ihren sportlichen Eigenschaften allein wegen ihrer durchschnittlich knapp zehn Punkte, die sie für Bamberg erzielte, eine Verstärkung darstellen. Zudem wird der Spitzenreiter aus Franken (zehn Siege aus zwölf Spielen) durch ihren Abgang womöglich geschwächt.

Zur Partie in Ludwigsburg: Der 102:58-Kantersieg der Bad Homburgerinnen im Hinspiel am 24. November hat für Brown lediglich statistische Bedeutung. „Das Rückspiel ist meines Erachtens völlig offen, wobei wir natürlich gewinnen wollen, um unseren zweiten Tabellenplatz zu festigen.“

Als Vorteil für die BSG Basket Ludwigsburg sieht Brown es an, dass die Gastgeberinnen am vergangenen Samstag bereits ein Spiel in der 2. Bundesliga Süd ausgetragen haben und mit einem 78:53 beim TSV Speyer/Schifferstadt zu einem Erfolgserlebnis gekommen sind. Die Falcons hingegen waren am ersten Spieltag des Jahres spielfrei, so dass die am 21. Dezember begonnene Winterpause noch eine Woche länger als die der Konkurrenten gedauert hat.

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