Nach der glatten Niederlage bei der HSG Lumdatal gilt es für Berit Mies, mit der TSG Oberursel schnell wieder aufzustehen. foto: rhode
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Nach der glatten Niederlage bei der HSG Lumdatal gilt es für Berit Mies, mit der TSG Oberursel schnell wieder aufzustehen.

Handball, Oberliga Hessen

Kopflos und ängstlich: TSG Oberursel ist kein Spitzenreiter mehr

Das Team von Paul Günther verliert durch die 25:32-Niederlage im Topspiel bei der HSG Lumdatal die Tabellenführung. Der Oberurseler Trainer ist enttäuscht über die Leistung.

Oberursel.-Bei allem sportlichen Ehrgeiz, den Paul Günther ohne Frage hat, bleibt der Handballtrainer normalerweise nach Spielen im Erfolg wie auch in der Niederlage gelassen. Nach dem Rückrundenauftakt bei der HSG Lumdatal am Samstag war dem Trainer von TSG Oberursels Oberliga-Frauen die Enttäuschung aber deutlich anzumerken. "Man kann mal verlieren. Wichtig ist aber, dass man nach dem Spiel in den Spiegel schaut und sagen kann: Wir haben Vollgas gegeben und alles versucht. Das war bei uns diesmal leider nicht der Fall", sagte Günther nach der 25:32 (11:14)-Schlappe Niederlage beim Tabellendritten und dem damit einhergehenden Verlust der Tabellenspitze an TuS Kriftel (24:22 bei HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden).

Den Ausfall von Führungsspielerin Nadine Okrusch (Knieverletzung) wollte Günther nicht gelten lassen. "Wir wollten trotzdem mutig auftreten, stattdessen haben wir über weite Strecken kopflos, ungeduldig, überhastet, später sogar ängstlich agiert", so das harte Urteil des Trainers.

Verwunderlich ist, dass die ersten zehn Minuten eigentlich noch sehr ansprechend ausgefallen waren. "Wir hatten 4:2 geführt, lassen dann drei oder vier hundertprozentige Chancen liegen und vergeben zudem noch einen Siebenmeter", ärgerte sich Günther. Warum es zu diesem extremen Bruch in der Leistung seiner Mannschaft kam, konnte er am Samstag nach dem Spiel und auch am Sonntag noch nicht sagen. "Dem muss ich am Montag im Training auf den Grund gehen, direkt nach dem Spiel waren die Mädels sehr niedergeschlagen", berichtet er. Das immerhin zeigt, dass auch der Kader sich mehr erhofft hatte.

Trotz der Ernüchterung ist Günther aber auch weiterhin von seinem Team überzeugt. "Ich habe ihnen direkt am Kreis nach dem Spiel gesagt, dass wir das Ganze zum Glück ja schnell wieder geradebiegen können. Und daran glaube ich auch", so seine Überzeugung. Schließlich habe man auch in der Hinrunde gegen die TSV Böddiger (27:34) "einen auf die Kassette bekommen", anschließend aber gegen die Topteams Kriftel, Kirchhof II und Walldorf gewonnen.

Um jetzt eine ähnliche Serie zu starten, müssen die TSGO-Frauen aber wieder an ihre Schmerzgrenze gehen. Zudem dürfen sich Leistungsträgerinnen wie Viktoria Heilmann, die gegen Lumdatal offensiv wie defensiv blass blieb, keine Ausreißer nach unten mehr erlauben. Und letztlich müsse wieder deutlich mehr Kontrolle über das Tempo gewonnen werden. "So viele Gegenstöße, wie in der zweiten Halbzeit dieses Spiels haben wir in der ganzen bisherigen Saison nicht zugelassen", kritisierte Günther.

TSGO:Zeiler, Petri - M. Okrusch (6), Mies (5), Müller (4/1), Heilmann (3/2), Walde, Stahl (je 2), Zsigmond, Greb, Löbrich (je 1), Kürten.

ROBIN KUNZE

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