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Nerea Garmendia (Bad Homburg Falcons, rechts) enteilt Tasnimm Akele (TSV Towers Speyer/Schifferstadt).

Basketball, 2. Bundesliga Süd

Falcons Bad Homburg spielen wie im Rausch - 104:52

Unglaublich: Schon zur Pause führen Bad Homburgs Zweitliga-Basketballerinnen mit 50:20 - und das, obwohl die etatmäßige Aufbauspielerin fehlt.

Bad Homburg.Normalerweise gibt es von Jay Brown immer auch das Saure mit dem Süßen, die Kritik mit dem Lob. Nach dem Spiel gegen den TSV Towers Speyer-Schifferstadt musste der Trainer der Falcons Bad Homburg allerdings kurz nach den richtigen Worten suchen. "Wir haben heute sehr gut gespielt", erklärte er dann schmunzelnd, wohlwissend, dass das eine Untertreibung war.

In Abwesenheit der erkrankten Aufbauspielerin Alexandra Polishchuk dominierte man den Gegner fast nach Belieben und siegte am Ende mit 104:52. Bereits nach dem ersten Viertel führten die Gastgeberinnen mit 22:11, zur Halbzeitpause wurde die Führung auf 50:20 ausgebaut. Bis zum Schluss ließen die zuletzt zweimal unterlegenen Falcons nicht nach. Die weiteren Viertel: 33:17, 21:15.

Isabel Gregor überragt

Über allem stand für Brown eine starke Kollektivleistung. "Wir haben heute sowohl das Tempo wie auch die Rebounds kontrolliert. Es wurde zu hundert Prozent das umgesetzt, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten", lobte er seine Spielerinnen. Einzellob bekam darüber hinaus Isabel Gregor, die Polishchuk im Back-Court vertrat und dabei eine beeindruckende Show ablieferte. Sechs ihrer zehn Würfe - darunter drei Dreipunktversuche - traf die 18-Jährige, erzielte so 20 Punkte und klaute dem Gegner zudem gleich achtmal den Ball. Gemeinsam mit Leah McDerment (zehn Punkte, sieben Assists) setzte sie die gegnerischen Guards permanent unter Druck, weswegen die Towers enorme Probleme im Ballvortrag hatten.

Im Gegenzug sahen sich die Falcons einer Zonenverteidigung ausgesetzt, die im Endeffekt aber gekonnt ausgehebelt wurde. Diesbezüglich spielte auch Lisa-Marie Kämpf eine tragende Rolle. Der Power Forward holte starke sechs seiner insgesamt sieben Rebounds am Brett des Gegners und markierte 13 Punkte in nur knapp 20 Minuten. Die Spielzeit wurde vom Coaching Staff absichtlich gering gehalten.

Es war das Liga-Debüt des deutschen Neuzugangs aus den USA, denn Kämpf - zuletzt für ein College in Portland aktiv - hatte sich Ende September im DBB-Pokal an den Bändern des Knöchels verletzt. Der Gegner hieß damals auch Speyer-Schifferstadt, das Ergebnis fiel mit 87:75 aber deutlich knapper aus als nun. "Ich bin extrem stolz auf mein Team", betonte Brown, "wir haben uns phasenweise in einen Rausch gespielt." In der Tabelle der 2. Bundesliga Süd belegt seine Mannschaft nun den vierten Platz bei jeweils zwei Siegen und Niederlagen.

Bad Homburg: Garmendia (8), Georgieva (18), Gregor (20), Huggins (22), Janovsky (6), Kämpf (13), McDerment (10), Rhein (7), Jugo (nicht eingesetzt).

ROBIN KUNZE

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