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Gut gelaunt ins Topspiel: Neuzugang Evelyn Ovner.

Basketball, 2. Bundesliga

Falcons: Mit viel Schwung und einem Insider ins Topspiel gegen Bamberg

Evelyn Ovner, schwedischer Neuzugang der Falcons Bad Homburg, fiebert dem Gipfelduell mit ihrem ehemaligen Club entgegen. Bis zum Ende des Jahres hatte die Schwedin noch für Tabellenführer Bamberg gespielt.

Spitzenspiel in der 2. Bundesliga Süd: An diesem Samstag ist Tabellenführer DJK Don Bosco Bamberg zu Gast bei den zweitplatzierten Falcons Bad Homburg (19 Uhr). Diesem Duell fiebern die Basketball-Frauen der HTG Bad Homburg bereits seit Monaten entgegen, schließlich hatte man sich beim Hinspiel im Oktober (knappe 64:71-Niederlage) noch unter Wert verkauft.

Vor dem Wiedersehen am Wochenende muss Falcons Coach Jay Brown die Erwartungshaltung jedoch bremsen. "Bamberg hat in der Spitze enorme Qualität", betont er, "ich hätte gerne ein Spiel gesehen, bei dem wir mit voller Kraft dagegenhalten können. Ich glaube, in Bestbesetzung wären wir leicht favorisiert."

Von dieser ist der Tabellenzweite jedoch weit entfernt. Neben einer Reihe Spielerinnen mit leichten Blessuren bereiten die angeschlagenen Quynne Huggins (Knieprobleme) und Leah McDerment (Fußblessur) umso ärgere Sorgen. Zudem wird die Spanierin Nerea Garmendia Odriozola beim Gipfeltreffen mit Bamberg nicht mitwirken können. Die Führungsspielerin ist beruflich bedingt für die nächsten drei Monate im Ausland gebunden.

Abklatschen vor dem Topspiel: Der HTG-Nachwuchs steht Sarah Kuschel und den anderen Falcons-Spielerinnen Spalier.

Den nach dem Jahreswechsel frei gewordenen Kaderplatz besetzen die Falcons mit einer Spielerin, die menschlich gut ins Team passe und darüber hinaus auch noch Insider-Informationen über den kommenden Gegner mitbringt: Evelyn Ovner. Die Schwedin gehörte in der Hinrunde noch dem Bamberger Kader an, fühlte sich dort zuletzt allerdings nicht mehr wohl und ist jetzt zumindest bis Saisonende in Bad Homburg zu Hause. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich vor diesem speziellen Spiel nicht etwas nervös wäre", gesteht die 26-Jährige ein, "aber ich bin zugleich auch sehr motiviert gegen meinen Ex-Verein. Gegen Bamberg zu gewinnen, wäre besonders schön." Doch das wird nicht leicht, weiß Ovner. "Sie haben einen guten Post, gute Werfer, eine starke Verteidigung, können im Grunde von allem etwas", sagt sie. Doch schon im nächsten Atemzug fügt sie hinzu, dass Bamberg - wie jedes andere Team auch - Schwachstellen hat. "Die müssen wir am Samstag finden und ausnutzen", gibt der Falcons-Neuzugang die Marschroute vor.

"In der Defensive kann ich immer helfen"

Den Unterschied wird im Kampf um den Spitzenplatz wohl die Tagesform ausmachen. Kleinigkeiten werden das Spiel entscheiden, ist sich Ovner ganz sicher. Da trifft es sich gut, dass sie selbst eine Spielerin mit sehr geschultem Blick für Details ist. "Sie hat einen hohen Basketball-IQ, eine schnelle Auffassungsgabe und erledigt im Laufe eines Spiels viele Kleinigkeiten, die eine Mannschaft zusammenhalten können", skizziert Coach Brown seinen skandinavischen Neuzugang. Allerdings brauche sie noch Eingewöhnungszeit. Beim letztwöchigen Debüt gegen Ludwigsburg nahm Ovner in 20 Minuten nur vier Würfe - alle vier gingen daneben. Selbst an solchen Tagen kann sie aber für ihr Team ungemein wichtig sein. Was an ihrer Grundeinstellung liegt. "An erster Stelle steht für mich die harte Arbeit in der Verteidigung. Selbst wenn die Würfe mal nicht fallen: In der Defensive kann ich immer helfen", beschreibt sie sich.

Dass die magere Offensivausbeute gegen Ludwigsburg eher eine Ausnahme war, beweist ein Blick auf ihre Basketball-Vita. Nur in der ersten ihrer insgesamt vier Spielzeiten für die University Bridgeport (Connecticut) lag ihre Wurfquote unter 40 Prozent. Im besten Semester traf sie annähernd mit jedem zweiten Versuch, holte mehr als zehn Punkte und schnappte sich zudem sechs Rebounds pro Partie.

Unabhängig vom Ausgang der anstehenden Partie gegen ihren Ex-Club: Evelyn Ovner ist froh, jetzt in Bad Homburg zu sein. "Beide Teams kann man nicht miteinander vergleichen", sagt sie, "hier herrscht ein wesentlich familiärerer Vibe. Auch findet ein offener Austausch statt. Das schätze ich sehr." Das Kompliment gibt Jay Brown artig zurück: "Evelyn ist ein unglaublich warmherziger Mensch, dabei super unkompliziert." Keine Frage, ihren ehemaligen DJK-Kolleginnen will sie es am Samstag so schwer wie möglich machen. ROBIN KUNZE

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