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Farbenfroher Punkt für totgeglaubten TuS Dietkirchen

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Kopfballduell zwischen dem Stadtallendorfer Muhamet Arifi (links) und Dennis Leukel vom TuS Dietkirchen.
Kopfballduell zwischen dem Stadtallendorfer Muhamet Arifi (links) und Dennis Leukel vom TuS Dietkirchen. © Patrick Jahn

Was für ein Spieltag in der Aufstiegsrunde der Fußball-Hessenliga: Der TuS Dietkirchen feierte trotz 0:2-Rückstandes und schier aussichtsloser Lage noch ein achtbares 2:2-Unentschieden gegen Tabellenführer Eintracht Stadtallendorf. Nach Spielende gingen einigen TSVlern dann die „Gäule durch“. 

TuS Dietkirchen – Eintracht Stadtallendorf 2:2 (0:1). Unfassbare Schlussphase auf dem Reckenforst: Bis zur 80. Spielminute hatte nichts, aber auch rein gar nichts dafür gesprochen, als könne der TuS Dietkirchen nach Abpfiff einen Punktgewinn bejubeln. Doch der Reihe nach...

In den ersten zehn Minuten zog der Favorit direkt mal das Tempo an, und es schien nur eine Frage der Zeit, wann die TSV-Führung fällig sein würde. Torwart Max Gotthardt parierte einen 20-Meter-Schuss Timo Cecens stark (5.), und beim Durchbruch des pfeilschnellen Del Angelo Williams hatte der Keeper Glück, dass Stadtallendorfs Kapitän nur das Außennetz traf (9.).

Dietkirchen fing sich allmählich, sah sich aber einem ballsicheren und spielstarken Widersacher gegenüber. Der „lange Hafer“ war das Mittel, mit dem der TuS sein Spiel ausrichtete. Gefährlich wurde es aber bis auf einen Abseitstreffer von Dennis Leukel und einen zu harmlosen Abschluss Maximilian Zuckrigls nicht (30., 36.). Stadtallendorf biss sich im weiteren Verlauf die Zähne an der vielbeinigen TuS-Defensive aus – einzig Timo Cecen hatte den Torschrei auf den Lippen, doch Max Gotthardt rettete per Fußabwehr aus kurzer Distanz (41.).

Aus einem eigenen Freistoß resultierte dann ausgerechnet der Führungstreffer für den Favoriten: Maximilian Wiessner startete einen starken Lauf über links, bediente Del Angelo Williams im Zentrum, der nur noch das Füßchen hinhalten musste – 0:1 (43.).

Nach Wiederbeginn hätte die Partie bis zur Stunden-Marke entschieden sein können: Nach doppeltem Doppelpass zwischen Maximilian Wiessner wurde der Abschluss von Del Angelo Williams und Timo Cecen gleich doppelt geblockt (54.), dann scheiterte Williams nach schlecht geklärter Flanke wuchtig am Pfosten (59.). Dietkirchens erste richtige Torgelegenheit folgte im Gegenzug, als Maximilian Zuckrigl von der Grundlinie zurücklegte, Dennis Leukel aber in Schlussmann Tolga Sahin seinen Meister fand (60.).

Die Schwarz-Roten zeigten auch ohne Moses Nickmann, Steffen Moritz und Kevin Kratz kämpferisch eine beachtliche Leistung, leisteten sich im Passspiel aber zu viele Fehler. Die logische Konsequenz war der Treffer zum 0:2, als Rolf Sattorov Del Angelo Williams freispielte und dieser mit Hilfe des Innenpfosten die vermeintliche Entscheidung besorgte (77.). Dietkirchen schien sportlich „erlegt“, doch plötzlich wendete sich das Blatt.

Dennis Leukel verschaffte sich mit einem hart an der Grenze stattfindenden Rempler freie Bahn und schloss wuchtig zum 1:2-Anschlusstreffer ab (80.). Und plötzlich wurde es kuschelig. Nur 180 Sekunden danach sorgte eine Fehlerkette von Malcolm Philipps und Torhüter Tolga Sahin nach langem Ball dafür, dass Maximilian Zuckrigl ins leere Tor einschieben durfte (83.) – 2:2. Was war denn hier los?! Del Angelo Williams passte an diesem Nachmittag so einiges nicht. Auch nicht die Leistung von Schiedsrichter Alessandro Scotece. Das hatte er ihm dann mitgeteilt – Gelb-Rot (84.). Zwar hatte Maximilian Wiessner noch eine gute Gelegenheit zum 2:3 (88.), doch es blieb beim für die Eintracht unfassbar unnötigen Remis.

Nach Abpfiff holten sich Malcolm Philipps und Trainer Dragan Sicaja nach heftiger Kritik am Unparteiischen auch noch den „Roten Karton“ ab. Bitter für Stadtallendorf: Nächste Woche geht’s im Topspiel gegen Hadamar um wichtige Punkte. Dragan Sicaja meinte nach Abpfiff: „Manchmal wiederholt sich Geschichte. Vor drei Jahren haben wir beim 2:2 auch drei Platzverweise kassiert. Es geht mir auch nicht um den Schiedsrichter, denn wir haben das Spiel selbst verbockt. Wir hätten das dritte Tor machen müssen, deswegen fassen wir uns an die eigene Nase, auch wenn der Schiedsrichter das Spiel kaputt gemacht hat. Und die Gegentore legen wir uns dann auch noch selbst rein, Wahnsinn.“

Dietkirchens Trainer Thorsten Wörsdörfer war natürlich besser gelaunt: „Man darf uns nicht abschreiben. Es spricht wieder für den Charakter der Mannschaft, dass wir zurückgekommen sind. Aber natürlich hätte Stadtallendorf das Spiel normalerweise gewinnen müssen, sie sind nicht umsonst Tabellenführer. Die Jungs haben trotzdem eine tolle Moral gezeigt, und dafür sind wir belohnt worden.“ PATRICK JAHN

Dietkirchen: Gotthardt, Müller (90. Thaler), Hautzel, Leukel, Dankof, Zuckrigl, Stahl (87. Gross), Bergs, Schmitt, Enders, Schmitz (78. Lengwenus) – Stadtallendorf: Sahin, Williams, Schütze, Phillips, Ofori, Sattorov, Arifi, Bartheld, Wiessner (67. Geisler), Cecen (79. Eshele), Seck (53. Halimi) – SR: Alessandro Scotece (Walldorf) – Tore: 0:1 (43.), 0:2 (77.) beide Del Angelo Williams, 1:2 Dennis Leukel (80.), 2:2 Maximilian Zuckrigl (83.) – Gelb-Rote Karte: Del Angelo Williams (S./84., Reklamieren) – Rote Karten: Malcolm Philipps (S./nach Spielende, Beleidigung), Dragan Sicaja (S., Trainer/nach Spielende, Beleidigung) - Zuschauer: 250.

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