Bei diesem Flankenlauf von Christopher Skoczny (DJK Bad Homburg, rechts) muss sich Verteidiger Joshua Schwer sputen. Foto: Strohmann
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Bei diesem Flankenlauf von Christopher Skoczny (DJK Bad Homburg, rechts) muss sich Verteidiger Joshua Schwer sputen.

Fußball, Hochtaunus

Fast alle Taunus-Teams drehen in der Gruppenliga auf

Kylie Howie (DJK Bad Homburg) und Christian Kaus (Usinger TSG) gelingt in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West ein "Dreierpack". Der FV Stierstadt feiert eine Premiere, und die Sportfreunde Friedrichsdorf sind auch ohne Emin Yalin stark.

Hochtaunus -Wenn das mal keine prima Bilanz ist: Am 4. Spieltag der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West bleiben bei strahlendem Sonnenschein nur in einer Hochtaunus-Mannschaft die Mienen finster. Gleich sechs Teams aus der Region gewinnen.

DJK Bad Homburg - SV Steinfurth 5:1 (0:0):Gegen die defensiv eingestellten Gäste tat sich die ersatzgeschwächte DJK lange recht schwer, was für Trainer Ibrahim Cigdem aber auch kein Wunder ist. Denn die maßgeblichen Offensiv-Kräfte spielen erst seit dieser Saison in neuem System zusammen, und der angeschlagene Kapitän Soufian Chihab konnte gar nicht mitwirken.

Umso schöner für den früheren Torjäger Cigdem, dass sich "unser Sturmduo mehr und mehr findet". Salih Yasaroglu erzielte nach einer Stunde die Führung. Philipp Landvogt glich zwar schon bald für den Aufsteiger per Strafstoß aus - Cigdem: "Vier unserer fünf bisherigen Gegentore waren Elfmeter" - doch sein Team habe eine super Moral gezeigt und gleich wieder hochgeschaltet, so der Trainer. Kyle Howie brachte den Favoriten nach Pass von Yasaroglu auf die Siegesstraße (70.), und nach einem Eigentor von Daniel Beul (78.) legte Howie noch zwei Treffer nach (80., 86.). Am Mittwochabend empfängt die DJK nun Spitzenreiter Usingen. (rem)

FV Stierstadt - Olympia Fauerbach 4:1 (2:1):Großer Jubel beim Meister der KOL Hochtaunus: Im vierten Anlauf gelang der erste Sieg, und Stierstadts Sportlicher Leiter Marco Hentsch wusste genau, wen er herausheben musste. Fauerbach war durch einen Kopfball von Ignat Chekmazov (13.) in Führung gegangen und hätte nachlegen können. Doch Torwart Marcel Dumann lenkte sowohl beim Fernschuss von Wischtak (21.) als auch der Großchance von Chekmazov (33.) den Ball an die Latte - im zweiten Fall in überragender Manier. Nicht nur das: Dumann warf direkt auf Nico Matticoli ab, der zu Marvin Diehl weiterleitete - 1:1.

"Das war die Schlüsselszene", meinte Hentsch. Noch vor der Pause brachte Levi Ofoe den FVS mit einem fulminanten 25-Meter-Schuss in Führung (44.), die Marcel Biskup nach Vorarbeit von Ofoe ausbaute (50.). Auch die Gelb-Rote Karte für Diehl (wiederholtes Foulspiels/57.) und die Einwechslung des Fauerbacher Spielertrainers Andreas Baufeldt brachte die Gastgeber nicht mehr aus dem Konzept. Biskup machte nach einem Konter mit seinem zweiten Treffer alles klar (82.). Kurz darauf sah Fauerbachs David Clement wegen einer Tätlichkeit an Matticoli die Rote Karte. "Die Mannschaft hat eine sehr gute Reaktion gezeigt", lobte Hentsch, am Mittwoch noch 0:6-Verlierer in Usingen. (rem)

SV Gronau - 1. FC-TSG Königstein 4:0 (2:0):Spätestens seit dem gestrigen Sonntag ist Cagakan Kiran bewusst, dass man in dieser "verrückten Liga" gar nichts vorhersagen kann. Hatte seine blutjunge Elf am Mittwoch dem FSV Friedrichsdorf alles abverlangt (2:2), so kassierte Königstein beim bis dato sieglosen Bad Vilbeler Stadtteilclub jetzt eine Schlappe. "Das war unterirdisch, wir haben Gronau zum Sieg geführt", bedauerte Kiran. Die Gastgeber waren durch einen Handelfmeter nach einer Viertelstunde in Führung gegangen, doch Nico Grill hätte gleich im Gegenzug ausgleichen können. Er wollte jedoch den Torwart ausspielen - die falsche Entscheidung. Die Gäste machten in der Folge "viele, viele Fehler" (Kiran), so dass der Endstand schon nach einer Stunde fix war. (rem)

FSV Burg-Gräfenrode - Vatanspor Bad Homburg 1:3 (0:0):Beim Neuling aus dem Karbener Stadtteil holte der TSV den zweiten Auswärtssieg in vier Tagen. Wie schon beim überraschenden 1:0 in Seckbach spielte Ömer Hotaman als Torschütze eine große Rolle. Er nutzte bald nach der FSV-Führung durch Georg Agi (69.) nämlich einen kapitalen Abwehrfehler zum Ausgleich (73.). Alexander Ujma (78.) und Jerome Seipp (90. + 5) ließen Vatanspor mit ihren Toren jubeln. (rem)

Usinger TSG - SG Westend Frankfurt 3:1 (1:0):Nach dem Warmmachen musste Usingens Senkrechtstarter Max Miot Paschke abwinken. Den Mittelfeldmann, der bereits siebenmal traf, setzte eine Zerrung außer Gefecht, womit die TSG schon vor dem Anpfiff mit Gzim Berisha den einzigen wirklich fitten Ersatzmann bringen musste.

"Wir wussten, dass wir mit einem kleinen Kader in die Saison gehen und zahlen dem jetzt schon nach vier Spieltagen Tribut", sagte Trainer Marius Walz. Die gute Nachricht: Trotz Miot Paschkes Ausfall bleibt Usingen ohne Punktverlust Tabellenführer. Garant dafür war erneut eine geschlossene Mannschaftsleistung und ein "Dreierpack" von Christian Kaus. Das 1:0 erzielte er nach einem abgewehrten Ball aus der Drehung und gut 16 Metern Distanz zum Tor. Aus ähnlicher Entfernung schweißte Kaus zudem einen Freistoß direkt in den Winkel ein (63.). Perfekt war sein Hattrick knapp zehn Minuten vor Schluss, als Kaus bei einem Sololauf zwei Verteidiger abschüttelte und cool zum 3:0 einschob.

Auch die Gäste kamen noch zu einem sehenswerten Treffer. In der 84. Minute versuchte Usingen erfolglos auf Abseits zu spielen, was Victor Gonta mit einem satten Schuss aus 14 Metern in den Winkel bestrafte. "Am Ende haben wir gegen acht Feldspieler gespielt und konnten trotzdem nichts mehr nachsetzen, weil wir konditionell einfach fertig waren", sagte Walz. Die Frankfurter Danijal Brkovic (58.) und Abdelhadi Assim (78.) sahen Gelb-Rot.

Tore:1:0, 2:0, 3:0 Kaus (26., 63., 81.), 3:1 Gonta (84.). (rk)

SKV Beienheim - FSV Friedrichsdorf 0:1 (0:1):Nach sieben Gegentoren aus den ersten drei Gruppenligapartien bleibt der FSV erstmals ohne Gegentreffer. "Wir waren wirklich von der ersten Minute an voll da", lobte Trainer Metin Yildiz. Schon in der vierten Minute wurden die Weichen auf Sieg gestellt, als Francesco Marino das letztlich entscheidende 1:0 erzielte. Andre Stoss war über die linke Seite durchgestoßen, wurde aber von Beienheims Hintermannschaft ausgebremst. Den zweiten Ball antizipierte Marino clever, und anschließend jagte er den Ball ohne Kompromisse unter die Latte.

Danach ließ der FSV nichts mehr anbrennen. "Wir hatten einen guten Matchplan, den wir auch nahezu komplett umgesetzt haben", so Yildiz. Wichtig war es, die beiden Spielgestalter Admir Pllana und Ante Paradzik aus dem Spiel zu nehmen. Ohne deren Zuspiele blieben Beienheims schnelle Außen sowie die Stürmer wirkungslos. Einen weiteren Gegner konnte man allerdings nicht wirklich bespielen. "Der Rasenplatz von Beienheim war schon immer schlecht und ist jetzt noch schlechter geworden", betont Yildiz. Sein Rat an die Spieler lautete daher vor dem Anpfiff: "Vergesst heute für 90 Minuten alles, was ich euch in der Vorbereitung über Fußball beigebracht habe!" Das beherzigten seine Spieler. Am Donnerstag müssen Marino und Co. aber wieder umdenken, wenn es gegen die FG Seckbach weitergeht. Dann auf dem feinen Kunstrasen in Friedrichsdorf.

Tor:0:1 Marino (4.). (rk)

SF Friedrichsdorf - FC Karben 4:0 (1:0):Überraschend war Stürmer Emin Yalin Ende der Woche zu Türkgücü Frankfurt zurückgewechselt, doch die Sportfreunde haben keinen Grund, dem im Sommer erst gekommenen Angreifer hinterher zu trauern. Die Partie gegen Karben zeigte, dass man auch ohne den türkischstämmigen Ex-Profi in der Offensive stark besetzt ist. Nach rund einer halben Stunde überwand René Krieg die Gäste-Abwehr mit einem "Chip-Pass" auf Kai Pulino, der schon in aussichtsreicher Position nochmals querlegte auf Florian Kister, der wiederum eiskalt zum 1:0 traf.

Das 2:0 erzielte Markus Hofmeier mit einem herrlichen Schlenzer aus über 20 Metern (69.) nach Zuspiel von Ali Razai. Das 3:0 machte Hofmeier dann auf eigene Faust: Nach einem dynamischen Lauf über die rechte Seite versenkte er die Kugel mit dem Vollspann aus rund acht Metern (75.). Den Schlusspunkt setzte Kister mit seinem zweiten Treffer, bei dem er nach einem geblockten Schuss gedankenschnell nachsetzte (84.).

"Wir sind schwer reingekommen, da merkt man die englischen Wochen schon jetzt", so Alexandros Theodosiadis. Der Trainer konnte jedoch aufgrund des gut besetzten Kaders ein paar frische Beine "reinrotieren". Dass die von Yalin jetzt wo anders kicken, fiel nicht wirklich ins Gewicht.

Tore:1:0, 4:0 Kister (33., 84.), 2:0, 3:0 Hofmeier (69., 75.). (rk)

Hochklassiges Spiel: Weber rettet Anspach gegen Seckbach einen Punkt

Die Serie geht weiter. FC Neu-Anspachs Sommer-Neuzugang und Rückkehrer Marco Weber trifft auch im vierten Ligaspiel in Folge. Mit seinem Strafstoßtor zum 1:1 (0:1) gegen die FG Seckbach zehn Minuten vor Schluss konnte er die erste Saisonniederlage der Anspacher in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West noch abwenden.

"Letzte Saison hätten wir so ein Spiel wohl verloren", stellte FCNA-Trainer Jörg Loutchan nach Abpfiff fest. Auch deshalb könne er mit dem Ergebnis gut leben. "Es ist ein gerechtes Ergebnis", resümierte der Coach nach der Partie, die durch intensive Zweikämpfe und ein hohes Tempo geprägt war.

Gerade zu Beginn der Partie taten sich die in grün spielenden Hausherren noch schwer. Die Gäste aus dem Osten Frankfurt hatten zunächst die besseren Chancen. Die Mannschaft von Coach Loutchan brauchte etwas Zeit, fand dann aber immer besser ins Spiel und hatte in der 33. Minute die große Gelegenheit zur Führung. Nach feinem Zuspiel von Niklas Kraus setzte Stürmer Weber den Ball knapp am rechten Torpfosten vorbei. Zwei Minuten vor der Halbzeit ging jedoch Seckbach in Führung. Nach einem laut Loutchan "überflüssigen und unnötigen" Ballverlust im Mittelfeld genügten den Gästen zwei, drei Pässe, um die in der Vorwärtsbewegung befindlichen Anspacher zu überspielen. Am Ende brauchte Amin Asil nach einem Querpass von Raphael Sahl nur noch den Fuß hinzuhalten - 0:1. Die zweite Hälfte begann mit einem Schockmoment für Neu-Anspach. Niklas Kraus blieb nach einem Zweikampf mit Schmerzen im Arm liegen, konnte jedoch kurz danach die Partie fortsetzen. In der Folge übernahmen die Hausherren die Spielkontrolle und wurden mutiger, wenngleich zunächst keine zwingende Torchance heraussprang.

Trotz der laut Loutchan "besten ersten Halbzeit der Runde" können sich die Anspacher am Ende aber mit dem Punktgewinn glücklich schätzen. Glücklich insofern, da der Ball in der 73. Minute nach einem direkt getretenen Freistoß durch Seckbachs Spielertrainer Manuel May das zweite Mal im Kasten der Hausherren lag. Doch Schiedsrichter Leon Reuben aus Frankfurt gab den Treffer nicht, was sowohl auf dem Feld als auch unter den Zuschauern für Unverständnis sorgte.

Nach der Partie im Gespräch mit dieser Zeitung verwies Reuben auf eine Regeländerung bei Freistößen. "Wenn drei oder mehr Spieler in der Mauer stehen, müssen die Spieler der angreifenden Mannschaft einen Meter Abstand halten", erklärte der Unparteiische. Da dieser Abstand nicht eingehalten wurde, hätte der Freistoß indirekt ausgeführt werden müssen. Weiterhin mit nur einem Tor Rückstand blieb Anspach am Drücker und belohnte sich für die viele Mühe gegen weiterhin gefährliche Seckbacher. Nach einem Foul an Kraus zeigte Schiedsrichter Reuben auf den Punkt. Weber versenkte die Kugel unten links zum 1:1. Er markierte mit seinem achten Saisontreffer den Schlusspunkt in einer hochklassigen Partie (80.). (bmh)

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