Bekommt es auch in der Regionalliga mit Weltranglisten-Gegnerinnen zu tun: Sarah Gronert. FOTO: Lorenz
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Bekommt es auch in der Regionalliga mit Weltranglisten-Gegnerinnen zu tun: Sarah Gronert.

Tennis, Regionalliga Damen

Fast wie zu Jugendzeiten

  • VonAlexander Wolf
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Eschborns neue Regionalliga-Spitzenspielerin Sarah Gronert schätzt den TeamgeistSarah Gronert hat die Situation falsch eingeschätzt. Die 35-Jährige war aus der Bundesliga zum Regionalliga-Aufsteiger Tennis 65 Eschborn gewechselt, um sich mehr auf ihre berufliche Karriere konzentrieren zu können. Nach drei Begegnungen für das Main-Taunus-Team sieht sie die Sache anders - womit sie durchaus gut leben kann.

Eschborn -"Damit habe ich nicht gerechnet", gibt die aktuelle Nummer 26 der Deutschen Damen-Rangliste zu, "alle meine Gegnerinnen waren bisher Top-500 oder sogar 400 der Weltrangliste. Das ist ein Niveau wie in den Bundesligen." Sarah Gronert muss es wissen: Die 35-Jährige aus Linnich am Niederrhein spielte jahrelang in der I. oder II. Liga und tritt erst jetzt, wo es um ihre Karriere als Influencerin, Tennis-Model und Social-Media-Expertin geht, etwas kürzer. "Wenn ich aktuell pro Tag anderthalb Stunden zum Trainieren komme, machen die Profispielerinnen das Doppelte oder Dreifache", weiß Gronert.

Und doch konnte sie beim 8:1-Auswärtssieg über Post Südstadt Karlsruhe ein 7:5, 2:6, 13:11 gegen Aneta Laboutkova erzielen. Die 21-jährige Tschechin ist die Nummer 594 der Weltrangliste und forderte Gronert enorm. "Ich musste mein bestes Tennis zeigen und fühle mich jetzt erst richtig gut", gibt sie Einblicke in ihre Sportlerinnen-Seele.

Morgen Heimspiel gegen Heidelberg

Berufliche Karriere hin oder her, Gronert ist ehrgeizig genug, um das Optimum aus der Situation zu machen. "Ich trainiere jede freie Minute und wusste, dass ich nach der fehlenden Wintervorbereitung und der dritten Corona-Welle zehn Matches brauche, um es wieder zu fühlen." Bis auf die Hessenmeisterschaften und ein Preisgeld-Turnier im holsteinischen Pinneberg konnte sie keine Wettkampfpraxis sammeln. So gab es trotz 5:2-Führung gegen Reutlingens Rumänin Cristina Dinu ein 5:7, 0:6. "Da habe ich den Faden verloren, und meine Fehlerquote war gigantisch", denkt sie an das erste Einzel für Tennis 65 zurück. Dass es dann auch gegen Bernhausens Justina Mikulskyte aus Litauen ein 4:6, 7:5, 4:10 gab, wurmte Gronert schon. "Ich habe zwar im Doppel meinen Teil zum guten Saisonstart beigetragen, definiere mich aber schon sehr über das Einzel."

Da dieser Knoten zuletzt gegen Laboutkova geplatzt ist, blickt die 35-Jährige optimistisch auf den kommenden Doppelspieltag. "Ich werde am Freitag schon nach Eschborn reisen und freue mich dann auf die Duelle gegen Heidelberg und bei Ludwigshafen II."

Slowenin Zala Dovnik erstmals dabei

Dass auch dort wieder mit bärenstarken Gegnerinnen zu rechnen ist, weiß Gronert und nimmt die Herausforderung an. Schlusslicht Heidelberg kassierte bisher ohne Ausländerinnen drei Niederlagen und ist deswegen unberechenbar. Bundesligist Ludwigshafen möchte seine Reserve möglichst in die II. Liga bringen und dürfte als punktgleicher Dritter in Bestbesetzung gegen den Vierten aus Eschborn antreten.

Gut, dass das Main-Taunus-Team mit Zala Dovnik erstmals auf seine slowenische Nummer fünf zählen kann. Diese kennt Gronert bisher nur aus der teaminternen WhatsApp-Gruppe, ist sich aber sicher, dass auch die 23-Jährige super ins Team passt. "Das freundschaftliche Verhältnis zwischen allen Spielerinnen erinnert mich wirklich an meine Jugendzeit, wo es im Tennis noch richtige Mannschaften gab. Das hat nichts mit einer Söldnertruppe zu tun", lobt Gronert den Teamgeist bei ihrem neuen Klub. "So etwas hatte ich zuletzt bei meinem Heimatverein in Lintorf, und jetzt fühlt sich das wie ein Sechser im Lotto an." Damit das 6er-Team auch 2022 zusammen Drittliga-Tennis spielen kann, müssen die Eschbornerinnen drei Mannschaften hinter sich lassen. "Wir haben schon zwei Siege, brauchen aber nochmal zwei, um sicher drin zu bleiben", glaubt Sarah Gronert. Am Samstag zu Hause gegen die TSG Heidelberg und tags darauf beim TC Ludwigshafen II (jeweils 11 Uhr) könnte der Klassenerhalt also schon gesichert werden. Alexander Wolf

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