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Nach zwei Jahren ohne Niederlage in der Verbandsliga angekommen:  die U19 des 1. FC-TSG Königstein.

Fußball, Hochtaunus

1. FC-TSG Königstein: Sprungbrett für Talente

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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Schon zwei Nachwuchsmannschaften spielen in der Verbandsliga. Wie sich die Jugendarbeit des 1. FC-TSG Königstein außerdem auswirkt.

Die Verantwortlichen des 1. FC-TSG Königstein haben einen Traum. Der da heißt: Fußball-Bundesliga. Sie denken dabei aber nicht etwa an ihren Verein und schon gar nicht an ihren eigenen Werdegang, sondern an die Karrieren ihrer Jugendspieler. „Wenn es einer von uns einmal bis zum Bundesligaspieler schafft, würde uns das sehr freuen“, sagt Till Sommerfeld, der seit sechs Jahren als Sportlicher Leiter Senioren den Übergang der kickenden Teenager in den Aktivenbereich begleitet. Er schaffte zudem im Frühjahr als Trainer mit der A-Jugend den Aufstieg in die Verbandsliga Süd.

Die größten Talente sind in diesem Alter freilich schon längst bei größeren Vereinen. Etwa zehn verliert nach Angaben von Ioannis Tsabasopulos (34), Sportlicher Leiter Junioren, der 1. FC-TSG Königstein an die übermächtige Konkurrenz. Zehn pro Saison, versteht sich.

„Wir sehen uns als ein Sprungbrett für Talente“, stellt der 37-jährige Sommerfeld heraus. Und dieser Sprung für hochveranlagten Kicker ist aus dem Taunus zumindest nicht weit. Mit Eintracht Frankfurt, Mainz 05, dem SV Wehen Wiesbaden und Darmstadt 98 werben gleich vier Nachwuchsleistungszentren um junge Spieler mit Potenzial. Kein Wunder, dass die Eintracht kürzlich eine Kooperation mit dem 1. FC-TSG verkündete. Mit der TSG Wieseck, der Spvgg. Oberrad und dem 1. FC Erlensee besteht eine solche schon.

Andreas Möller, NLZ-Leiter der Eintracht, weiß nicht nur aufgrund seines Lebensmittelpunktes im Hochtaunus: Mehr als 500 Kinder und Jugendliche in 26 Nachwuchsmannschaften sorgen dafür, dass der Zusammenschluss aus Königsteins und Falkensteins Fußballern, der 2010 erfolgte, mittlerweile zu den größten Ausbildungsvereinen in Hessen zählt.

Es klingt fast logisch, dass der 1. FC-TSG – mit der U19 und U15 – auch Mannschaften in der hessischen Verbandsliga stellt. Die C-Jugend schickt sich als Tabellenführer (sechs Siege in sieben Spielen, zuletzt 4:0 gegen die TSG Kastel) sogar an, aus der Süd-Gruppe in die Hessenliga aufzusteigen. U15-Trainer Cagakan Kiran bat kürzlich um eine Freistellung von der 1. Mannschaft, die er seit dieser Saison in der Gruppenliga ebenfalls betreute, um sich ganz auf dieses Ziel konzentrieren zu können. Der Verein kam dieser Bitte nach. Sommerfeld sprang erst einmal ein, um für den Verein auf der Suche nach einem neuen Coach Zeit zu gewinnen. Denn einen Schnellschuss soll es nicht geben.

Die Spieler der „Ersten“ musste er nicht erst kennenlernen. Zuletzt nominierte er für das „Spiel der Woche“ dieser Zeitung gegen die Sportfreunde Friedrichsdorf (0:2) mit Ausnahme von Torwart Bugra Dursun ausschließlich Spieler der Jahrgänge 2000 bis 2002, die er in der A-Jugend schon unter seinen Fittichen hatte.

Apropos U19: Die älteste Jugendmannschaft der Königsteiner hat sich für ihre erste Saison in der zweithöchsten hessischen Spielklasse einiges vorgenommen. Bei zwei Aufstiegen in Folge war das Team ungeschlagen geblieben. In der Vorbereitung auf die Runde konnten dann auch noch Erfolge gegen Hessenligisten gefeiert werden. Vielleicht etwas zu viel des Guten. „Unglücklich aufgetreten“ sei sein Team in den ersten Saisonspielen, meint Sommerfeld.

Ein goldener Oktober für die U19

Gegen den VfB Ginsheim (1:4), JFV Alsbach-Auerbach (2:3) und SKV Büttelborn (1:2) musste der Nachwuchs aus dem Taunus erst einmal wieder lernen, mit Niederlagen umzugehen. Nach dem ersten Punktgewinn mit einem 2:2 gegen den JFV Lohberg Nieder-Ramstadt/Modau ging es im Oktober mit der Königsteiner U19 aber steil bergauf. Mit einem 6:0 wurde bei der SG Bornheim/Grün-Weiß der erste Saisonsieg gefeiert, zwischendurch in einem Test die Spvgg. Oberrad gleich mit 10:4 geschlagen.

Als vorläufiger Höhepunkt gilt das 2:0 gegen SKV Rot-Weiß Darmstadt, seines Zeichen Tabellenführer. Die Treffer erzielten Fabia Buscemi (45.) und Luca Morlac (48.), für den es bereits das fünfte Saisontor war. „Wir sind ein Stück weit am Kommen“, hält Trainer Sommerfeld aber den Ball flach, ist er sich doch der Leistungsschwankungen bewusst, die für Fußballer in einem solchen Alter normal sind.

Zuvorderst geht es ohnehin um die Weiterentwicklung der Spieler, von denen wie schon in dieser Saison, als ein Dutzend von ihnen in den Gruppenliga-Kader der 1. Mannschaft aufgenommen worden war, auch im kommenden Jahr möglichst viele hochgezogen werden sollen. Wie Marko Mijailovic, Sohn von A-Jugend-Co-Trainer Nenad Mijailovic, Oder Maurice Rudolph, Leon Enzmann,. Leon Pehle und Deniz Cayli, die alle zum älteren Jahrgang zählen.

Schon über einen langen Zeitraum sehr starke Leistungen zeigen Mathias Hille (16 Jahre, U17-Bundesliga Wehen Wiesbaden), Fabian Windhagen (17, U19-Bundesliga Eintracht Frankfurt) und Nicholas Engels (16, U17-Nationalspieler Mainz 05). Das Trio hat eines gemeinsam: In jungen Jahren machten sie Station in Königstein. Sie sind derzeit die hoffnungsvollsten Nachwuchsspieler, die dafür sorgen könnten, dass sich der Traum der Verantwortlichen des 1. FC-TSG irgendwann erfüllt.

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