Riesenjubel in der Königsteiner Kabine nach dem Finale: Trainer Till Sommerfeld und seine Spieler freuen sich über den Kreispokal.
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Riesenjubel in der Königsteiner Kabine nach dem Finale: Trainer Till Sommerfeld und seine Spieler freuen sich über den Kreispokal.

Fußball, Kreispokal Hochtaunus

1. FC-TSG Königstein: Wenn Pokalspezialisten zuschlagen

  • VonRobin Kunze
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Der 1. FC-TSG Königstein ist Kreispokalsieger 2020/21. In einem für den frühen Saisonzeitpunkt überraschend hochklassigen Finale wurde der FSV Friedrichsdorf nach Elfmeterschießen geschlagen. Dabei war der Gegner spät ins Spiel zurückgekommen.

Bad Homburg -Königstein und der Kreispokal - das scheint einfach zu passen. In den vergangenen fünf Jahren stand der 1. FC-TSG viermal im Endspiel. Auf den Triumph in der Spielzeit 2016/17 (8:7 nach Elfmeterschießen gegen den TSV Vatanspor Bad Homburg) folgten zwei Finalniederlagen: 2017/18 scheiterte man an der Usinger TSG und 2018/19 an den SF Friedrichsdorf, jeweils mit 0:3. Am späten Mittwochabend wurde die Bilanz zwischen Sieg und Niederlage ausgeglichen, der FSV Friedrichsdorf vor rund 300 Zuschauern im Sportpark Nord-West mit 5:3 nach Elfmeterschießen bezwungen.

Während der Trophäenübergabe musste Till Sommerfeld, Trainer des Pokalsiegers, das Geschehen erst einmal sacken lassen. "Eigentlich hätte es gar nicht bis ins Elfmeterschießen gehen dürfen", erklärte er und atmete tief durch. Seine junge Elf hatte zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit noch mit 2:0 geführt. Und die beiden Tore fielen eigentlich so, dass sie maximale Wirkung entfalteten: erst sehr früh und dann kurz vor Spielschluss.

Kreispokalfinale Hochtaunus: Starker Beginn von Königstein

Schon in der 4. Minute hatte Finn Zacharidis clever auf Marko Mijailovic durchgesteckt, so dass dieser rechts bis zur Grundlinie durchbrechen und in den Strafraum flanken konnte. In der Mitte erwischte Angreifer Salim Franz Harmal den Ball zwar nicht optimal, doch im Wegrutschen bugsierte er das Rund zum 1:0 unter Keeper Etienne Schmidt hindurch in die Maschen. "Das war natürlich ein extrem dummer Gegentreffer, weil wir komplett gepennt haben. Erst haben wir's auf Außen nicht gut verteidigt und dann lief es auch in der Mitte einigermaßen unglücklich ab", ärgerte sich Metin Yildiz, schon in der 14. Saison Coach des FSV Friedrichsdorf, aber erstmals Finalteilnehmer. Er war genauso wie wohl viele Zuschauer überrascht vom hohen Tempo, das die Teams an den Tag legten. Wenn man bedenkt, dass das Finale äußerst früh (oder aber extrem spät) im Kalender einer Fußballmannschaft ausgetragen wurde, muss man alle Akteure für die Laufleistung loben. Von Verletzungen blieben die Spieler verschont.

Kreispokalfinale Hochtaunus: Die Taktik für die zweite Halbzeit

Nach einer offenen ersten Halbzeit nahmen die Königsteiner im zweiten Durchlauf mindestens einen Gang raus. Das hatte Kalkül, allerdings ging die Taktik nicht ganz auf. "Wir wollten ihnen mit der Führung im Rücken Raum anbieten, um dann nach Balleroberungen blitzschnell umzuschalten", erläuterte Sommerfeld, "aber der FSV hat das mit seiner Cleverness und Routine nicht zugelassen." So gestaltete sich ein wahres Powerplay des FSV, der den Gegner vom Wiederanpfiff an in dessen Hälfte einschnürte. Im letzten Spielfelddrittel wehrte sich das Königsteiner Kollektiv zwar mit Händen und Füßen, doch der Ausgleich schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

In der 62. Minute hätte es aus FSV-Sicht dann eigentlich so weit sein müssen: Der kurz zuvor eingewechselte Torjäger Francesco Marino wurde am Strafraumrand stark freigespielt, legte sich den Ball gut auf den linken Fuß, platzierte den Schuss aber viel zu mittig. Stattdessen schlug Harmal zehn Minuten vor Schluss erneut zu und erhöhte aus ähnlicher Position wie bei seinem ersten Treffer auf 2:0. Game over? Hätte man als neutraler Beobachter meinen können, aber weit gefehlt.

Kreispokalfinale Hochtaunus: Wende in der Schlussphase

"Wir haben den Mut auch nach dem 0:2 nicht verloren", lobte Yildiz. Speziell Zugang Mike Horn stemmte sich gegen die drohende Niederlage: Sein herrlicher Freistoß aus 22 Metern bedeutete das 1:2 (85.), und mit einem wuchtigen Drehschuss aus spitzem Winkel traf Horn auch zum 2:2 (87.).

Kreispokalsieger Hochtaunus, Saison 2020/21: der 1. FC-TSG Königstein.

In der Verlängerung wurde Königstein wieder aktiver, überlegen blieb jedoch der FSV, obwohl die Akkus langsam, aber sicher zur Neige gingen. Tore fielen keine mehr, weswegen die Entscheidung vom Punkt erfolgen musste. Dort hatten die Königsteiner die besseren Nerven: Maurice Rudolph schoss zwar drüber, doch Luis Dahl, Aaron Schlünz und Nico Grill verwandelten. Beim FSV traf lediglich Salko Quezada Martinez. Francesco Marino, Patrick Bussian und Dennis Winter vergaben. "Insgesamt ziehe ich vor meiner jungen Mannschaft, die sich gegen einen sehr starken Gegner durchgesetzt hat, den Hut", freute sich Sommerfeld.

Tore: 1:0/2:0 Salim Franz Harmal (4., 80.), 1:2/2:2 Horn (85., 87./DFS). - Elfmeterschießen: Dahl 1:0, Marino trifft die Latte, Schlünz 2:0, Bussian scheitert an Dursun, Rudolph schießt über das Tor, Martinez 2:1, Grill 3:1, Winter schießt über das Tor.

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