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Gruppenbild in Rot-Weiß: Die Verbandsliga-C-Jugend des 1. FC-TSG Königstein, rechts Trainer Ioannis Tsabasopulos.

Fußball

Der 1. FC-TSG Königstein lädt zu einem Jugendturnier der Extraklasse

Aus Saarbrücken, Sandhausen und Würzburg reisen Fußballtalente an. Bei der Planung für das Königsteiner Hallenmasters ließ eine Trainerin ihre Kontakte spielen.

Dass die C-Jugendlichen des 1. FC-TSG Königstein kicken können, haben die Jungs im vergangenen Halbjahr eindrucksvoll bewiesen. In der Verbandsliga Süd belegt das Team um Trainer Ioannis Tsabasopulos nach 16. Spieltagen den fünften Tabellenplatz. Auch vor Duellen mit höherklassigen Teams schreckt man nicht zurück: Am Sonntag sind beim 1. Königsteiner Hallenmasters die Nachwuchsmannschaften von gleich sieben Profi-Vereinen zu Gast in der Sporthalle des Taunusgymnasiums (Falkensteiner Straße 26).

Eintracht Frankfurt, der FSV Frankfurt, Wehen Wiesbaden, der SV Sandhausen, Sonnenhof Großaspach, die Würzburger Kickers sowie der 1. FC Saarbrücken haben zugesagt und schicken ihre U14-Talente ins Rennen. Sonst treten diese in den jeweiligen Regionalligen – der höchsten Spielklasse in dieser Altersstufe – an. Das Teilnehmerfeld dürfte für spannende und hochklassige Spiele sorgen – sowie eine schwierige sportliche Aufgabe für die Hausherren.

Überraschend unkompliziert war es, diese Hochkaräter vom Turnier im Hochtaunus zu überzeugen. Tina Salih, die zwei Jahren die D-Jugend betreute und sich so ein gutes Netzwerk aufbauen konnte, nutzte ihre Kontakte zu den Top-Clubs. Startgelder oder Antrittsprämien werden nach Vereinsangaben nicht gezahlt. „Der FC Königstein ist schon seit längerem ein gerngesehener Testspielgegner“, sagt Tsabasopulos, „und auch wenn wir noch nicht mit den ganz Großen mithalten können, so werden wir dennoch wahrgenommen.“ Spielerscouts werben ab

Aber nicht nur als Testspielgegner ist Königstein auf der Landkarte der Profis eingetragen, sondern auch bei den Spielerscouts, wenn es ums Abwerben von Talenten geht. Im vergangenen Jahr wechselte etwa C-Junioren-Kapitän Mathias Hille aus der Burgstadt ins Nachwuchsleistungszentrum von Drittligist SV Wehen Wiesbaden. Zuletzt zeigten sich die Wiesbadener erneut an drei von Tsabasopulos Schützlingen interessiert. Torwart Finn Landburg wird den Schritt sehr wahrscheinlich wagen, Marvin Sowa und Andy Zuber bleiben dagegen noch in Königstein.

Das ist der Lauf der Dinge im heutigen Fußball, dem sich die FC-Verantwortlichen nicht verschließen können. A-Lizenz-Inhaber und Sportwissenschaftler Tsabasopulos, hauptamtlicher Jugendleiter im Verein, glaubt aber, dass ein Wechsel zum Zwecke der individuellen Förderung nicht unbedingt der richtige Schritt ist. „Ich war selbst zehn Jahre lang in der Jugend von Eintracht Frankfurt und habe erlebt, dass im Nachwuchsbereich der Profivereine ein großer Leistungsdruck herrscht“, erklärt er. Nicht nur die Spieler hätten diesen Druck, auch die Trainer. Die Klasse zu halten, sei im Zweifelsfall wichtiger als die Ausbildung der einzelnen Talente. „Diesen Druck haben wir in Königstein nicht.“

Von einem Platz im Nachwuchsleistungszentrum eines Spitzenclubs träumen seine Jungs natürlich dennoch, wie er weiß. Das Hallenmasters bietet daher die Gelegenheit, sich für einen solchen zu empfehlen. Damit die Spieler auf dem Platz glänzen können, werden über 20 Helfer, darunter auch A-Jugendliche des FC, an zwei Turniertagen mitanpacken. Bereits am Samstag rollt nämlich der Ball im Rahmen eines Qualifikationsturniers mit Vereinen aus der Umgebung sowie der Gastmannschaft des FSV Bissingen (Baden-Württemberg). Der erste Anstoß erfolgt jeweils um 10 Uhr, das Finale am Samstag ist für 17.30 Uhr vorgesehen, am Sonntag soll das Endspiel eine Stunde früher beginnen. Den Einzug ins Halbfinale hält Ioannis Tsabasopulos für sein Team trotz der namenhaften Konkurrenz übrigens durchaus für möglich. Im Vordergrund stehe aber der Spaß an einem tollen Sportevent. Für Zuschauer ist der Eintritt frei.

von ROBIN KUNZE

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