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FC Waldbrunn und RSV Weyer zwischen Hoffen und Bangen

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Säulen ihrer Mannschaft: Lukas Scholl vom FC Waldbrunn (links) und Kapitän Luca Seibel vom RSV Weyer.
Säulen ihrer Mannschaft: Lukas Scholl vom FC Waldbrunn (links) und Kapitän Luca Seibel vom RSV Weyer. © Klaus-Dieter Häring/Patrick Jahn

Winterpause im NNP-Fußball-Land. Das ist die Gelegenheit, Halbzeitbilanz in den Spielklassen von den Oberligen Hessen und Rheinland-Pfalz/Saar bis zu den Kreisligen C Limburg-Weilburg zu ziehen. Heute blicken wir hinter die Kulissen der Verbandsliga Mitte mit dem RSV Weyer und dem FC Waldbrunn.

Oberstes Gebot für die beiden Kreisvertreter in der Fußball-Verbandsliga Mitte ist selbstverständlich der Klassenerhalt, auch wenn der FC Waldbrunn in den vergangenen Jahren eher im oberen Bereich der Tabelle mitgespielt hatte. In dieser Runde zeigt sich aber, dass die Verbandsliga-Luft im Westerwald rauer wird - entsprechend schwierig gestaltet sich die Lage der Mannschaft von Neu-Coach Torsten Kierdorf.
Zur Winterpause rangiert der FC Waldbrunn auf einem Abstiegsplatz (16.), den er aber - sofern sich die personelle Situation im kommenden Jahr stabilisieren wird - selbstredend verlassen möchte und kann. Für den RSV Weyer ist es ohnehin eine ganz feine Sache, überhaupt in dieser Spielklasse vertreten zu sein. Nachdem die Elf von Trainer Frank Wissenbach, der bekanntlich im Sommer in sein zehntes Jahr als RSV-Übungsleiter gehen wird, in der vergangenen Saison vor allem zu Beginn noch viel Lehrgeld gezahlt hatte, sorgt sie in diese Runde in regelmäßigen Abständen immer wieder für Überraschungen und freut sich zu Weihnachten über einen starken neunten Tabellenplatz.
Dass die Saison beim FC Waldbrunn keine einfache werden würde, war bereits im Vorfeld klar. Das Spielertrainer-Duo um Christian Mehr und Steffen Moritz, das auch auf dem Feld für Furore gesorgt hatte, wurde durch Torsten Kierdorf und - auf dem Feld - Steffen Rücker (Co.-Trainer) ersetzt. Zudem hatten die Waldbrunner auch noch den einen oder anderen Leistungsträger, wie beispielsweise Claudius Fürstenau, zu ersetzen. War die Vorbereitung mit insgesamt sehr ordentlichen Testspielresultaten verlaufen, so erreichte Waldbrunn am 1. Spieltag in einem verrückten Spiel ein 4:4 beim FC Gießen 2. Dass die Zweitvertretung zur Winterpause Tabellenletzter sein würde, hatte zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch niemand erwartet.
Unfassbare acht Niederlagen in Folge
Genauso wenig zu erwarten war, was dann passierte: Bis in den Oktober hinein kassierte der FC Waldbrunn unfassbare acht Niederlagen in Folge. Vor allem in dieser Phase kam für Torsten Kierdorf & Co. alles Negative zusammen: Viele Verletzungen, fehlendes Spielglück, Pleiten trotz Führungen - es war wie verhext und eben auch das Pech eines Teams, das im Tabellenkeller steckt. Die logische Folge war der Sturz auf den letzten Tabellenplatz.
Weil im Verein aber so ziemlich alle die Nerven behalten haben, und das Vertrauen in die Mannschaft nicht weniger geworden war, folgte der Befreiungsschlag; und dass ausgerechnet beim VfB Marburg (2:1), gegen den es noch nie zuvor einen „Dreier“ zu feiern gegeben hatte.
Und urplötzlich sollte ein Rädchen wieder ins nächste greifen: Die SpVgg. Eltville wurde besiegt (2:1), und auch bei Germania Schwanheim (3:0) und gegen den FV Biebrich (4:2) gab es Grund zum Jubel. Durch vier Siege am Stück hatte sich die Lage, auch wenn sie bedrohlich bleibt, erheblich verbessert. Nach zwei Punkteteilungen beim FC Cleeberg (0:0) und im irren Derby gegen den RSV Weyer (3:3) kassierten die Kierdorf-Schützlinge aber zum Jahresende noch einmal eine deutliche 0:5-Packung bei TuBa Pohlheim, das aber als Tabellenvierter ohnehin in anderen Sphären agiert. Zu einem mehr als stattlichen Achtungserfolg reichte es am letzten Spieltag, als der noch immer unbesiegte Liga-Primus, TSV Steinbach 2, beim torlosen Remis nur einen Zähler mit nach Hause nehmen durfte. Die letzten zwei Monate des Fußballjahres 2021 hatten also klar gezeigt, dass die grobe Richtung beim FC Waldbrunn stimmt. Natürlich sind sich die Verantwortlichen im Westerwald darüber bewusst, wie knifflig die Restrunde werden kann. Aber Hand auf‘s Herz: Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird der FCW den Klassenerhalt schaffen. Ganz davon abgesehen, ist die Leistungsdichte in der Verbandsliga Mitte enorm eng, was der Rückstand von nur sechs Zählern auf Rang acht klar belegt. Von größeren Verletzungen einiger Leistungsträger sollten die Waldbrunner hoffentlich verschont bleiben.
Diszipliniert und erfolgreich
Der RSV Weyer, seit Jahren für seine Kontinuität bekannt, erwischte in die neue Saison - anders als im Vorjahr - einen Auftakt nach Maß. Mit gehöriger Disziplin rang die Elf vom Weilersberg am 1. Spieltag den VfB Marburg in die Knie (1:0), ehe es bei der SpVgg. Eltville zu einer Punkteteilung kam. Die folgenden beiden Partien gegen Germania Schwanheim (4:1) und beim FV Biebrich (3:2) gewannen die Weilersberger, was natürlich erst einmal für Beruhigung sorgte. Die Mannschaft war spätestens zu diesem Zeitpunkt mehr als im Soll, wobei vor allem der 3:2-Auswärtssieg in Biebrich, bei dem die Grün-Weißen einen Rückstand noch in einen späten „Dreier“ zu drehen verstanden, den starken Charakter der Truppe offenbarte. Dass es immer wieder mal Rückschläge geben würde, war ebenso klar wie einkalkuliert. Das 1:7 auf eigenem Platz gegen den FC Cleeberg war ein solches Negativ-Erlebnis, von dem sich in Weyer aber selbstverständlich niemand beunruhigen ließ. Beleg hierfür war der 3:2-Erfolg eine Woche später gegen die SG Walluf, der die Mannschaft in der oberen Tabellenhälfte zementierte.
Nach einem 0:2 bei TuBa Pohlheim folgte der nächste starke Auftritt, als Tabellenführer TSV Steinbach auf dem Weilersberg lediglich ein 1:1 erreichte. Dennoch war es nicht an der Zeit, von einem „goldenen Oktober“ aus Sicht des RSV zu sprechen. Ohnehin gab es bis zum Jahresende bis auf das 3:0 beim FC Gießen 2 keinen „Dreier“ mehr zu bejubeln, dafür aber eine Reihe von Punkteteilungen (das mehr als achtbare 1:1 beim FC Ederbergland, 1:1 gegen die SG Kinzenbach, 3:3 beim FC Waldbrunn, 2:2 gegen den SC Waldgirmes 2). Dazwischen lagen aber auch Pleiten: Gegen SF/BG Marburg kassierten Andi Petri & Co. ein 1:4, gegen den SV Bauerbach ein 1:5 und beim FV Breidenbach ein 0:3.
Ein Nachholspiel in der Hinterhand
Keine Frage, auch wenn aus den letzten sieben Spielen sicherlich der eine oder andere Sieg geholfen hätte, dürften die RSV-Verantwortlichen mit dem bisherigen Verlauf mehr als nur zufrieden sein. 21 Punkte - zudem noch ein Nachholspiel beim SV Niedernhausen in der Hinterhand - bedeuten Rang neun. Aber Vorsicht: Der Schein der Tabelle trügt gewaltig, denn der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nur magere drei Pünktchen.
Die Weyerer sind aber gut beraten, auch in 2022 einzig und allein auf sich selbst zu achten. Bleibt das Team derart intakt - und davon ist auszugehen - sollte es im Endeffekt zum Klassenerhalt reichen. Und das wäre für den RSV Weyer ein weiterer, großartiger Schritt, sich in der zweithöchsten Spielklasse Hessens zu etablieren. PATRICK JAHN

Halbzeittabelle

Verbandsliga Mitte
1. (1) TSV Steinbach 2 17 13 4 0 41:8 43
2. (2) FC Ederbergland 17 12 2 3 39:12 38
3. (3) SV Niedernhausen 16 12 2 2 39:15 38
4. (4) FC TuBa Pohlheim 17 10 4 3 45:24 34
5. (5) SF/BG Marburg 17 8 3 6 37:24 27
6. (6) Spvgg. Eltville 17 8 2 7 33:28 26
7. (7) FV Breidenbach 17 7 4 6 40:38 25
8. (8) SG Kinzenbach 17 6 4 7 36:41 22
9. (9) RSV Weyer 16 5 6 5 26:35 21
10. (10) VfB Marburg 17 6 2 9 29:27 20
11. (11) SC Waldgirmes 2 17 6 2 9 40:46 20
12. (12) SV Bauerbach 17 6 2 9 42:51 20
13. (13) FC Cleeberg 17 5 4 8 31:40 19
14. (14) SG Walluf 17 5 3 9 29:38 18
15. (15) FV Biebrich 17 6 0 11 35:40 18
16. (16) FC Waldbrunn 17 4 4 9 23:40 16
17. (17) Germ. Schwanheim 17 4 3 10 30:50 15
18. (18) FC Gießen 2 17 3 1 13 26:64 10
Nachholspiel (Termin noch offen): SV Niedernhausen - RSV Weyer.

Torjäger

1. Orkun Zer (FV Biebrich 02) 15 Tore
2. Ahmet Marankoz (FC TuBa Pohlheim) Kevin Rennert (FC TuBa Pohlheim) Maxim Zich (FC Ederbergland) 13
5. Felix Baum (FV Breidenbach) Sebastian Greb (FC Cleeberg) Henrik Keller (SG Kinzenbach) 11
8. Noah Brämer (Germania Schwanheim) Paul Jura (SV Bauerbach) 10 10. Lukas Scholl (FC Waldbrunn) Sascha Huhn (SF/BG Marburg) Dominik Ortega Tapia (SV Niedernhausen) Hüsni Tahiri (TSV Steinbach 2) 9
14. Guilherme Prestes da Siva (SV Bauerbach) Glodi Bebe (SC Waldgirmes 2) Thomas Brewer (SV Niedernhausen) Dominik Karge (SF/BG Marburg) Milano Michel (SF/BG Marburg) Lucas Ortmüller (FV Breidenbach) Steffen Rücker (FC Waldbrunn) 8
21. Raphael Schmidt (RSV Weyer) Tobias Bellin (SG Walluf) Dennis Hinz (SC Waldgirmes 2) Patrick Lieb (Spvgg. Eltville) Javier Recio-Perez (SC Waldgirmes 2) Andreas Schoch (VfB Marburg) 7

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