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Jörg Loutchan klatscht in die Hände. Der Trainer hat für die nächste Saison beim FC Neu-Anspach zugesagt.

Fußball, Gruppenliga

FC Neu-Anspach: Nach Saisonende soll Loutchan als Trainer auf Henrici folgen

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Rico Henrici muss gehen, darf bis Ende Mai aber noch den FC Neu-Anspach trainieren. Das will der Fußball-Coach tun, obwohl er darüber nicht begeistert ist.

Im Fußball ist es in Mode gekommen, die Trennung von einem Trainer nicht sofort zu vollziehen, sondern es für einen bestimmten Zeitpunkt anzukündigen. Für diese Vorgehensweise entscheidet sich meistens das Management eines Vereins – es sei denn, man heißt Jupp Heynckes und plant sein Karriereende – und der hauptsächliche Grund dafür ist, dass sich der Trainer bereits über längere Zeit verdient gemacht hat und diese Leistung nicht von einem abrupten Rauswurf überschattet werden soll.

FC Neu-Anspachs Manager Michael Caspari und Trainer Rico Henrici haben nun vor, noch bis zum Saisonende gemeinsam weiterzumachen, ehe der derzeit vereinslose Jörg Loutchan das Team übernimmt, aller Voraussicht nach in der Gruppenliga Frankfurt West. Henrici macht das mit. Aber er macht auch keinen Hehl daraus, dass er gerne im Sommer in seine vierte Saison als Cheftrainer des FCNA gegangen wäre.

Michael Caspari gilt als Mann der klaren Worte

Michael Caspari gilt als Mann der klaren Worte, deshalb wird der langjährige Macher des Anspacher Fußballs auch geschätzt. „Der Zeitpunkt ist einfach gekommen“, sagt er nach kurzer Einleitung, in der er vor allem Rico Henrici lobt. Er habe gute Arbeit geleistet und viele junge Leute aus der eigenen Jugend integriert. Überzeugt zeigt sich Caspari davon, dass die Mannschaft mit Henrici noch eine gute Rückrunde spiele, zumal der Kader mit Christopher Stein und Faruk Cirak von Ligakonkurrent DJK Bad Homburg verstärkt worden sei.

Dass jedoch zur nächsten Spielzeit neue sportliche Reize gesetzt werden müssten, verdeutliche auch die Negativserie im Herbst. Am 13. Spieltag war der FC Neu-Anspach Tabellenzweiter, und mancher Anhänger träumte aufgrund des erfrischenden Offensivfußballs wieder von der Verbandsliga. Es folgten jedoch acht Spiele ohne Sieg (Kreispokal-Viertelfinale inklusive). Caspari hat sie gezählt. Auf Platz sieben befindet sich der FCNA nun näher an den Abstiegsrängen als an der Spitzengruppe.

Das Alleinstellungsmerkmal

Weh tue die Nachricht, die ihm vor ein paar Tagen im persönlichen Gespräch überbracht worden sei, sagt Rico Henrici. „Ich hätte gerne weitergemacht.“ Der Übungsleiter ist dort aufgewachsen, hat dort selbst gespielt. Er arbeitet als Lehrer an der Adolf-Reichwein-Schule. Mehr Anspach geht kaum.

„Jetzt gleich aufzuhören, das ist nicht meine Art“, sagt Henrici. Er sei den Jungs, von denen er einigen den Weg in die 1. Mannschaft geebnet habe, etwas schuldig. Bis zum Saisonende möchte er „das Bestmögliche herausholen“. Der Trainer schaut noch weiter nach vorne, auch wenn es ihm weh tut. Er hoffe, dass der Verein seinem Weg treu bleibe, auf viele junge Spieler aus der eigenen Jugend zu setzen. Alleine acht bis zehn seien es in dieser Saison. Ein Alleinstellungsmerkmal genieße der FCNA damit in der Gruppenliga.

Dieses Alleinstellungsmerkmal spricht auch Michael Caspari an. Und damit habe die vorzeitige Verpflichtung des Henrici-Nachfolgers zu tun. Jörg Loutchan, zuletzt bei Vatanspor Bad Homburg gefeuert, habe in seiner langen Schaffenszeit bei der SG Bornheim/Grün-Weiß bewiesen, dass er mit jungen Leuten umgehen könne. Den Frankfurter Verein, inzwischen Verbandsligist, hält er für ähnlich strukturiert wie den FC Neu-Anspach.

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