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Tolle Eindrücke gewannen Moritz Steinhauer, Tobias Rösler und Claudius Fürstenau (von links) bei ihrem Rad-Abenteuer über die Alpen. Hier stehen sie vor dem Reschensee mit dem versunkenen Kirchturm von Nauders.

Fußball/Radsport

FCW-Trio: Von Garmisch zum Gardasee

Not macht bekanntlich erfinderisch. Selten hat sich dieses geflügelte Wort so bewahrheitet wie in der Corona-Zeit. Auch drei Fußballer des Verbandsligisten FC Waldbrunn waren hinsichtlich ihres Fitnessprogramms überaus kreativ.

VON FABIAN HÖHN

Claudius Fürstenau, Tobias Rösler und Moritz Steinhauer vom FC Waldbrunn haben ihre Schienbeinschoner gegen Fahrradhelme getauscht und sich auf den Weg von Garmisch-Partenkirchen über die Alpen bis nach Riva del Garda/Italien gemacht. Wie kommt man als Fußballer auf die Idee, mehr als 450 Kilometer bei knapp 5000 Höhenmetern innerhalb von fünf Tagen auf dem Rad zurückzulegen?

Auslöser für dieses Abenteuer war eigentlich der Kreuzbandriss, den sich Moritz Steinhauer im Heimspiel gegen den SV Bauerbach im November 2019 zugezogen hatte. Im März erhielt er grünes Licht vonseiten seines Arztes, dass er nun allmählich mit dem Radfahren beginnen könne. So fuhr Moritz Steinhauer fortan regelmäßig; zunächst kürzere Strecken in der Gegend rund um Waldbrunn, später wurde er forscher und unternahm etwas längere Touren im Westerwald.

Mit den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen stieß dann der Spielertrainer der 2. Mannschaft, Tobias Rösler, dazu, und die beiden radelten fortan gemeinsam. Über einen Freund erfuhr Moritz Steinhauer von einer Trans-Alpin-Tour. Die Idee fand auch bei Tobias Rösler und Mitspieler Claudius Fürstenau Anklang. Die Planungen begannen und wurden immer konkreter.

Claudius Fürstenau bastelte an einer Strecke mit unterschiedlichen Profilen, aber auch mit tollen Seen und Sehenswürdigkeiten, so dass schließlich die Strecke von Garmisch-Partenkirchen im Süden Bayerns an den Gardasee nach Riva del Garda im Norden Italiens dabei herauskam. Mit dem Zug kamen die drei Fußballer in Garmisch an und verbrachten dort noch entspannt einen Abend, bevor es am nächsten Morgen über den Eibsee und die Zugspitze ins 65 Kilometer entfernte Tarrenz in Österreich ging. Bei strahlendem Sonnenschein führte sie der Weg weiter nach Nauders und über den Reschenpass nach Bozen. Das tolle Wetter hatte aber auch seine Nachteile, wie Claudius Fürstenau berichtet: „Die Temperaturen waren für uns eine große Herausforderung, denn wir hatten teilweise mehr als 36 Grad Celsius.“ Das viele Wasser, das man besonders bergauf verliert, mussten die Kicker durch Quellwasser oder Wasser aus dem Supermarkt wieder auffüllen.

„Auf diesen 120 Kilometern habe ich zum ersten Mal am eigenen Leib erfahren, wie kraftsparend und sinnvoll es ist, im Windschatten zu fahren“, berichtet Tobias Rösler. Über den Mendelpass fuhr das Trio nach Taio, vorbei an zahlreichen Apfelplantagen und Weinbergen. „Wenn man die letzten Serpentinen herunterzählen kann und dann langsam den ersten Blick ins Tal erhascht, dann ist das schon episch“, schwärmt Claudius Fürstenau.

Die Ankunft am Gardasee

Schließlich kam das Trio des FC Waldbrunn in Riva del Garda an. „Wir hatten super Wetter und eine richtig tolle Strecke, die uns Claudius zusammengestellt hat!“, zieht Moritz Steinhauer ein positives Fazit und ergänzt: „Trotz anstrengender Steigungen, die ja doch noch mal anders sind als hier im Westerwald, konnten wir die Landschaft genießen und hatten viel Spaß an der Tour. Wir sind aber auch froh, wenn wir den Helm wieder gegen die Schienbeinschoner eintauschen können und mit unseren Mannschaften auf dem Platz stehen.“

Auch Tobias Rösler möchte diese Erfahrung nicht missen: „Man muss sich natürlich quälen und sich mit vielem arrangieren – wir hatten beispielsweise kaum Gepäck dabei, weswegen wir täglich unsere Kleidung waschen mussten. Der Blick auf den Gardasee ist dann aber der perfekte Lohn für die ganze Mühe.“

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