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Tim Fischer

Tim Fischer: Innenverteidiger mit dem gewissen Extra

Es läuft die fünfte Spielminute, als FSV-Angreifer Mohamed Naoir nur noch TVB-Verteidiger Tim Fischer vor sich und dem gegnerischen Strafraum hat.

Es läuft die fünfte Spielminute, als FSV-Angreifer Mohamed Naoir nur noch TVB-Verteidiger Tim Fischer vor sich und dem gegnerischen Strafraum hat. „Geh’ an ihm vorbei, der ist langsam“ schallt es von der Gäste-Bank, und auf den ersten Blick scheint der Rat durchaus Sinn zu ergeben. Fischer hat eindeutig ein paar Kilo zu viel drauf – langsam ist Burgholzhausens Nummer 5 deswegen aber nicht. Im Gegenteil: Während der 90 Minuten kann ihn keiner im Laufduell abhängen. Auch weil Fischer eine im modernen Fußball fast schon ausgestorbene Technik meisterhaft beherrscht. „Wenn ich merke, dass ich doch mal nicht hinterherkomme, dann habe ich noch die Grätsche“, erklärt Tim Fischer auf Nachfrage nach der Partie. Aus vollem Lauf stibitzte er mit diesem Mittel gleich zweimal seinem Gegenspieler punktgenau den Ball weg. Das Vorurteil, er sei wegen der Körperfülle behäbig, hört er häufiger, nimmt daran aber keinen Anstoß. „Das macht mir nichts aus“, beteuert er. Wohl aber die Extrapfunde, die sich in einer Fußballpause von zwei Jahren ansammelten. „Ich habe dann auf der Waage gestanden und mir gedacht, dass es so nicht weiter geht“, berichtet Fischer. Daher meldete er sich vor der laufenden Saison beim TVB an, spielte zunächst in der Reserve und ist mittlerweile wichtiger Bestandteil der „Ersten“.

Sein Trainer ist über sein körperliches Format gar nicht so traurig. „Wenn er jetzt noch zehn Kilo abnimmt, dann würde er definitiv nicht mehr B-Liga spielen“, meint Marius Walz. Ausgebildet wurde Fischer übrigens in seiner westfälischen Heimat beim TuS Haltern. Dort machte auch der ehemalige Nationalspieler und Verteidiger von Real Madrid, Christoph Metzelder, seine ersten Schritte als Spieler. rk

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