+
Ein verschworener Haufen: Trainer Tobias Fischer, Team-Manager Heiko Pingel und die Mannschaft.

TSG Eddersheim

Fischers Team entwickelt sich immer weiter

  • schließen

In der laufenden Saison haben die Handballerinnen der TSG Eddersheim noch kein Spiel verloren und führen die Tabelle der 3. Liga West an. Aber auch der Blick auf das gesamte, nun zu Ende gehende Jahr stellt die Verantwortlichen mehr als zufrieden.

Bei der Beurteilung des Kalenderjahres 2016 möchte Tobias Fischer die Rückrunde der vergangenen Saison nicht außer Acht lassen. Beginnend mit dem selbst ausgerichteten Vorbereitungsturnier in der Sporthalle der Heinrich-Böll-Schule, bereiteten sich der Trainer und seine Mädels auf die Rückrunde vor.

In den ersten vier Partien blieb Eddersheim bei drei Siegen und einem Remis ungeschlagen, die erste Niederlage setzte es gegen den TuS Lintfort, der später neben der HSG Kleenheim als Aufsteiger den Weg in die 2. Liga antreten durfte.

Am Saisonende durfte sich der Aufsteiger der Vorsaison über den vierten Tabellenplatz freuen, auch wenn das letzte Spiel beim 1. FC Köln aus sportlicher Sicht arg in die Hose ging. Mit 19:35 unterlagen die Gäste deutlich. Und trotzdem: Tobias Fischer verbindet mit der Auswärtsfahrt in die Domstadt eines der schönsten Erlebnisse. „Wir haben im Anschluss in einer Brauerei unseren Saisonabschluss gefeiert. Nicht nur die Mannschaft, sondern auch ein paar Fans waren dabei. Das hat verdeutlicht, dass wir nicht nur als Mannschaft auf dem Feld ganz viel richtig gemacht haben.“

Im Sommer musste die Mannschaft die Abgänge von Michelle Klein, Jana Schmidt, Nina Jost und Amelie Amstutz verkraften. Gerade Michelle Klein, eine in der Abwehr immer unermüdliche Arbeiterin, schien kaum zu ersetzen. Mit Jana Schmidt zog sich eine von nur zwei Linkshänderinnen aus dem aktiven Spielbetrieb zurück. Gemeinsam mit Teammanager Heiko Pingel war Fischer gefordert, für adäquaten Ersatz zu sorgen, den er zunächst nicht zu finden schien. Am Ende stand mit Anna-Lena Kempf (FSV Mainz 05) lediglich ein externer Neuzugang beim Trainingsauftakt auf der Matte. Annika Breitenfelder rückte aus der Zweiten Mannschaft nach oben, und auch Torhüterin Alessa Thiel sowie Kreisläuferin Leonie Kaufmann gehörten dem Drittliga-Kader ab diesem Zeitpunkt nominell an.

Umso erstaunlicher, dass Eddersheim diesen kleinen Umbruch blendend verkraftete. Von Beginn an setzte sich der Außenseiter in der Spitzengruppe fest, übernahm rasch die Tabellenführung und hielt sich selbst in den direkten Duellen mit Spitzenmannschaften wie Köln oder Leverkusen schadlos. Drei Remis stehen zu Buche, alle anderen Begegnungen konnte die TSG Eddersheim vor der Weihnachtspause für sich entscheiden. Auch hier wollte Fischer ein emotionales Highlight nicht unerwähnt lassen. „Beim Auswärtsspiel in Bretzenheim, das sich ohnehin auf einem handballerisch sehr guten Niveau bewegt hat, waren knapp 100 Eddersheimer Fans dabei. Alle in roter Kleidung“, wie der Coach betont. Letztlich war auch das ein Sinnbild für den Erfolg der Mannschaft: Zusammenhalt und eine verschworene Gemeinschaft sind Schlüsselbegriffe, ohne die der Erfolg in diesem Maße nicht gegeben wäre.

Ob der Verein in die 2. Liga aufsteigen kann, wird sich im Frühjahr herauskristallisieren. Aber egal in welcher Spielklasse: Es wird schwer, das Jahr 2016 noch zu toppen. Die Messlatte haben Fischer und Co. selbst ganz weit oben angelegt.

(nmz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare