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Für Florian Kröner, Kapitän des Gruppenligisten FC Dorndorf, geht es auch abseits des Platzes hoch hinaus: Im Sommer 2020 bestieg er Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze (2962 Meter).

NNP-Serie: Die Kapitäne

Florian Kröner: Hoch hinaus beim Klettern und mit dem FC Dorndorf

  • Yannick Wenig
    vonYannick Wenig
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Sie genießen den Respekt ihrer Mitspieler und der Trainer, tragen die Binde am Arm mit Stolz und haben etwas zu sagen: die Kapitäne. Im Vereinsdress auf dem Platz kennt man sie als "Leader" ihrer Mannschaft. Wir wollen wissen, wer der Mensch ist, der in diesem Trikot steckt. Heute lernen wir Florian Kröner vom Fußball-Gruppenligisten FC Dorndorf etwas näher kennen.

Fragt man Florian Hammel, den Spielertrainer des FC Dorndorf in der Fußball-Gruppenliga Wiesbaden, nach seinem Kapitän, gerät er regelrecht ins Schwärmen. "Er ist ein super Typ", sagt Florian Hammel. Insbesondere charakterlich passe Florian Kröner "zu 100 Prozent" in die junge Dorndorfer Mannschaft. Sportlich sei Florian Kröner aufgrund seiner Erfahrungen im Fußball ohnehin über jeden Zweifel erhaben. "Er hat Führungsqualitäten, die für uns im Zentrum enorm wichtig sind. Das macht ,Flo' zu meinem verlängerten Arm auf dem Platz", sagt Florian Hammel.

Dieses hohe Ansehen genießt der aus Obertiefenbach stammende Florian Kröner, der erst vor der aktuell laufenden Saison 2020/21 nach Stationen bei den Sportfreunden Eisbachtal und dem Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar in den Dorndorfer Oiwern-Park zurückgekehrt war, auch innerhalb der Mannschaft. Schließlich waren es seine eigenen Mitspieler, die ihn zu ihrem Kapitän gewählt haben.

Grund für den Sommer-Wechsel zu dem Verein, mit dem er in der Spielzeit 2013/2014 in die Verbandsliga Mitte aufgestiegen war, war laut dem 29-Jährigen aber auch seine aus Dorndorf stammende Freundin Kristina, mit der er inzwischen seit acht Jahren liiert ist. Im Juni 2019 bezogen die beiden auch eine gemeinsame Wohnung in Dorndorf. "Meine Intention bei dem Wechsel war auch, ein wenig kürzer zu treten, vielleicht öfter mal in den Urlaub zu fahren", erklärt Florian Kröner. "Ich kannte den Verein und das Umfeld ja schon gut."

Doch schnell packte den Mittelfeldspieler der Ehrgeiz. "Wenn es dann losgeht, will man ja doch helfen und alles für den Erfolg tun", sagt er. "Ich wusste, dass wir in Dorndorf eine junge talentierte Mannschaft haben. Die Aufgabe, auf und neben dem Platz Verantwortung zu übernehmen, reizt mich", so der Spielführer der Schwarz-Weißen. Nach dem starken Saisonstart - Platz drei mit nur einem Zähler Rückstand auf Tabellenführer TuS Hornau und punktgleich mit dem SV Rot-Weiß Hadamar 2 - hat der Corona-Lockdown dem Traum Florian Kröners, den FCD zum zweiten Mal nach 2014 in die Verbandsliga zu führen, einen Riegel vorgeschoben.

Doch es entspricht nicht seinem Naturell, Trübsal zu blasen. Im Gespräch zeigt sich Florian Kröner optimistisch und sieht auch etwas Positives an der aktuellen Situation. Sein Geld verdient er in Wiesbaden als Projektmanager und Disponent. "Das ist schon ein schöner Ritt jeden Morgen", sagt er. "Da hatte die Pandemie für mich auch was Gutes, weil ich dadurch nur noch zwei bis drei Tage in der Woche im Büro arbeite und ansonsten im Home Office bin." Sein Arbeitgeber hat sich bereits vor mehr als 25 Jahren darauf spezialisiert, Rücknahmesysteme für Kunststoffverpackungen zu entwickeln. Das Thema Nachhaltigkeit stehe dabei natürlich auch im Vordergrund, sagt Florian Kröner. Über die Tage im Büro freue er sich aktuell umso mehr, schließlich ist es dieser Tage nicht selbstverständlich, seine Kollegen überhaupt sehen zu können.

Neben Beruf und Fußball besucht der Dorndorfer Mittelfeldregisseur auch in aller Regelmäßigkeit ein Fitness-Studio, um sich individuell zusätzlich mit Krafttraining fit zu halten. In den letzten Jahren sei aber auch eine weitere Leidenschaft hinzugekommen: das Reisen. "Früher war ich eher für einen entspannten Strandurlaub, inzwischen will ich auch was sehen von der Welt", sagt er. Durch die Umstände in diesem Jahr habe er außerdem den Gefallen am Wandern gefunden. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Kristina hat er die Zugspitze (2962 Meter) bestiegen, besuchte den Achensee in Österreich und den bayerischen Walchensee.

Dass das Wandern in der Bergwelt so schön sein kann, das hätte Florian Kröner zuvor nicht gedacht, sagt er. "Ich war wirklich überrascht, dass es mir so gut gefällt, und auch wie anstrengend es sein kann", erzählt der FCD-"Captain". Sobald es die weltweite Reise-Situation wieder zulässt, möchte er sich gemeinsam mit seiner Reisepartnerin auch vermehrt Fernzielen widmen. Gerade die USA und Australien stehen weit oben auf der Liste des 29-Jährigen.

Bis es allerdings soweit ist, möchte Florian Kröner mit seinem FC Dorndorf aber erst einmal weiter die Gruppenliga Wiesbaden aufmischen. "Wir wollen noch ein paar Top-Teams ärgern sobald es wieder losgehen kann. Am Ende schauen wir dann, was dabei in der Tabelle herausspringt." 

In der nächsten Folge tauchen wir ein in die Kreisoberliga Limburg-Weilburg und treffen einen Spieler, der mit nur 21 Jahren schon Verantwortung im Team übernimmt und sich zudem verstärkt der Nachwuchsarbeit verschrieben hat.

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