+
Der eine hat Sorgen, der andere nicht: Während Tillmann Stillger (links) vom FCA Niederbrechen einer ruhigen Restsaison entgegenblickt, muss Tobias Kremer von der TSG Oberbrechen um den Klassenerhalt bangen.

Fußball-Kreisoberliga Limburg-Weilburg

Der TuS Frickhofen dominiert das Kreisoberhaus

Winterpause im NNP-Fußball-Land. Das ist die Gelegenheit, die Spielklassen von der Hessenliga abwärts bis zu den Kreisligen C Limburg-Weilburg etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute blicken wir hinter die Kulissen der Kreisoberliga.

VON PATRICK JAHN

Nachdem der SV Elz und die SG Kirberg/Ohren/Nauheim die Spielklasse Richtung Gruppenliga Wiesbaden verlassen hatten, kristallisierten sich zwei Teams heraus, denen der große Wurf zugetraut wurde. Der SV Mengerskirchen, der die Aufstiegsspiele auf kuriose Art und Weise verpasst hatte, galt sogar als der Topfavorit auf den Titel in der Kreisoberliga Limburg-Weilburg schlechthin. Doch entgegen der Vermutungen erwischte der SVM eine sehr durchwachsene Saison, die ihn aktuell auf Tabellenplatz sieben führt. Zehn beziehungsweise 14 Zähler Rückstand auf das Spitzentrio sind schon „ein Haufen Holz“.

An der Tabellenspitze steht derweil ein Team, das eigentlich niemand so richtig auf der Rechnung hatte. Der TuS Frickhofen begeistert die Liga mit erfrischendem Offensivfußball. Großen Anteil am Erfolg der Frickhöfer hat neben Trainer Metin Kilic der Torgarant schlechthin, nämlich Ilir Tahiri. 39 Tore hat der Stürmer bisher erzielt, satt wirkt er noch lange nicht. Mit 49 Punkten und 77 Treffern gibt es derzeit an der Vormachtstellung des TuS keinerlei Zweifel.

Lediglich zwei Mannschaften war es gelungen, dem Spitzenreiter ein Schnippchen zu schlagen: Der TuS Dietkirchen 2 entführte beim 3:1 in Frickhofen die Zähler, die SG Selters gewann auf eigenem Platz 2:1. Interessant wird zu beobachten sein, ob die Mannschaft von Metin Kilic die klasse Form auch ins Jahr 2019 transportieren kann. Wenn das drin ist, könnte der große Wurf sogar gelingen.

Mindestens zwei Vereine haben aber die Möglichkeit, noch ein Wörtchen mitzureden. Die SG Niedershausen/Obershausen, die als Mitfavorit gehandelt wurde, wird ihrer Stellung gerecht. Bei der Elf aus dem Kallenbachtal gab es nur Hop oder Top – 15 Siegen stehen sechs Niederlagen gegenüber. Gegen Jahresende kassierte die Spielgemeinschaft in den letzten fünf Spielen drei Niederlagen. Daher konnte die SGNO den zweiten Platz nur aufgrund der besseren Tordifferenz halten.

Wäre die Saison zu Ende, würde sich die Verteilung anders gestalten. Dann nämlich wäre der FC Waldbrunn 2 Tabellenzweiter. Die Verbandsliga-Reserve, die den direkten Vergleich gegen Niedershausen/Obershausen gewonnen hat, ist neben dem TuS Frickhofen die positive Überraschung der Saison. Oftmals in den Abstiegskampf verwickelt, präsentiert sich das Team von Spielertrainer Steffen Borbonus in der bisherigen Runde ungemein stabil und abgezockt. Nicht umsonst stellt der FCW 2 mit nur 24 Gegentreffern die beste Defensive der Liga. Auch bei den Westerwäldern wird es spannend sein zu sehen, wie die Restsaison verläuft. In oberen Gefilden jedenfalls dürfte sich Waldbrunn 2 wohlfühlen.

Apropos beste Defensive: Diesen Anspruch hatte eigentlich auch die SG Selters, und lange Zeit sah es auch danach aus. Zwei katastrophale Auswärtsspiele – beim FC Waldbrunn 2 (0:6) und bei der SG Niedershausen/Obershausen (0:7) – machten diesem Plan einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Dennoch finden sich die Selterser nach einer insgesamt starken Hinrunde als Vierter im oberen Tabellendrittel wieder. Vielleicht haben die „Wassermänner“ sogar noch Außenseiterchancen, um Platz zwei mitzuspielen. Dafür müsste aber im neuen Jahr nahezu alles passen.

Hochzufrieden dürften die Verantwortlichen auf dem Limburger Stephanshügel sein. Der VfR 07 spielt als Aufsteiger eine fantastische Runde und belegt den fünften Platz. Vor allem spielerisch ist die junge Mannschaft eine echte „Hausnummer“ und dürfte auch im nächsten Jahr ihren Gegnern einige Probleme bereiten.

Recht glücklich dürfte man auch bei der SG Oberlahn (6.), dem FCA Niederbrechen (8.) und der SG Weinbachtal (9.) sein. Während die Oberlahner eine ähnlich gute Runde wie im vorigen Jahr spielen, deutet bei Niederbrechen und Weinbachtal vieles auf eine sorgenfreie Restsaison hin. Vor allem die SG Weinbachtal, die in 2017/2018 lange Zeit Abstiegssorgen hatte, wird mit dem bisher Erreichten ziemlich zufrieden sein.

Ab dem Zehnten SG Merenberg nimmt die Abstiegszone Gestalt an. Ob tatsächlich fünf Vereine den Gang in die Kreisliga A antreten müssen, hängt natürlich vom Ausgang in der Gruppenliga Wiesbaden ab. Ohne die notwendige Gewissheit scheint aber jedes Team darauf angewiesen zu sein, weiter eifrig zu punkten.

Bei den Merenbergern war eine schwierige Saison zu erwarten. Das Durchschnittsalter ist nicht unbedingt unten angesiedelt, und auch der eine oder andere Leistungsträger ist nicht mehr mit an Bord. Am Ende sollte die Qualität aber ausreichen, um nicht in Probleme zu geraten. Gute Karten, auch in der nächsten Saison in der Kreisoberliga zu spielen, haben Aufsteiger SG Winkels/Probbach/Dillhausen (11.) und der TuS Dietkirchen 2 (12.). 27 beziehungsweise 26 Punkte dienen als ordentliche Grundlage, die notwendigen Zähler in der Restrunde noch einzufahren.

Zwei Teams abgeschlagen

Ganz unten im Keller sieht es für zwei Vereine schon schlecht aus. Schlusslicht TuS Obertiefenbach hat mit nur sieben Punkten nur noch theoretisch eine Chance, die Klasse zu halten. Kaum besser gestaltet sich die Lage bei der TuS Lindenholzhausen (13 Punkte). Da hilft wohl nur noch ein Fußballwunder.

Richtig „kuschelig“ wird’s im Übrigen zwischen dem 13. und 16. Platz. Vier Teams trennen lediglich sechs Punkte, so dass Woche für Woche Verschiebungen im Bereich des Möglichen liegen. Mittendrin statt nur dabei sind auch der SC Offheim und VfL Eschhofen.

Die beiden Limburger Stadtteilclubs sind zweifelsfrei die negativen Überraschungen der bisherigen Saison. Mit ganz anderen Ambitionen ausgestattet müssen sowohl die „Bären“ als auch der VfL zusehen, so schnell wie möglich die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren. Von der Qualität her müsste das im Normalfall auch klappen. Besonders bitter: Die Eschhöfer waren mit neun Punkten aus drei Spielen gestartet, ehe dieselbe Punktzahl in 18 weiteren Partien eingefahren wurde.

Aufgrund eines starken Schlussspurts mit drei Siegen hintereinander lebt die Hoffnung bei Aufsteiger SG Ahlbach/Oberweyer wieder. Vor allem das 4:2 gegen die SG Niedershausen/Obershausen hat gezeigt, zu was die Mannschaft im Stande sein kann. Setzt die Meilelf diesen Aufwärtstrend 2019 fort, ist der Ligaerhalt ein nicht unrealistisches Ziel.

Ähnlich gestaltet sich die Lage bei der TSG Oberbrechen. Bleiben die Gelb-Schwarzen von größeren Verletzungen verschont, müsste die Heimstärke normalerweise für den Klassenverbleib ausreichen. Für das scheidende Spielertrainerduo Christian Michel/Andreas Weyl wäre es das perfekte Ende einer über fünf Jahre andauernden sehr guten Zusammenarbeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare