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Friedel Metz in ihrem "Element".

Duathlon/Triathlon

Friedel Metz - Die Grande Dame des Duathlon wird 80

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Das schönste Geburtstagsgeschenk hat sich Friedel Metz schon vor drei Wochen selbst gemacht. Da hat sie den Weltmeistertitel im Duathlon der Altersklasse W80 im spanischen Pontevedra gewonnen. Am Samstag, 18. Mai, feiert die Grande Dame des Duathlons ihren 80. Geburtstag.

Wenn man sie so sieht, mag man es gar nicht glauben, dass sie bereits in ihr neuntes Lebensjahrzehnt geht. Friedel Metz ist fit und drahtig wie eh und je, ihr Ehrgeiz ungebrochen. Auch die schwere Zeit nach dem Verlust ihres lieben Mannes Aloys hat sie irgendwie gemeistert und wieder neuen Lebensmut gefunden. Das Ergebnis konnte man bei der Duathlon-Weltmeisterschaft in Spanien sehen. 

Friedel Metz darf man mit Fug und Recht als die Pionierin des Duathlons und natürlich auch des Triathlons im NNP-Land bezeichnen. Diese hochdiffizilen, technisch anspruchsvollen und abwechslungsreichen Sportarten liegen der Hadamarerin tatsächlich im Blut. Nach dem 2. Weltkrieg war sie die Erste gewesen, die – mit ein paar gleichaltrigen Jungs im Schlepptau – jeden Sonntag in „Dons Saal“ auf Rad-Saal-Maschinen zum Trainieren ging. Der Niederhadamarer Radfahrverein war 1946 gerade wieder aktiv geworden. Friedel Metz verfeinerte das bloße Radfahren, indem sie ein paar artistische Übungen einstudierte, die sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum Besten gab. Springen über den Lenker gehörte zu ihren Spezialitäten.

1950 bekam sie ihr erstes eigenes NSU-Rad, und die Zeiten, in denen sie sich auf einem alten Herrenrad abgequält hatte, waren endlich vorbei. Eigentlich sollte die kleine Friedel das Rad für Erledigungen für den väterlichen Schneidereibetrieb nutzen, doch weit gefehlt: Friedel Metz machte auf eigene Faust weite Radtouren, am liebsten zum Herthasee in Holzappel oder ins Frickhöfer Freibad. Dort schnell ein paar Runden geschwommen und rasch wieder heim. Auch zur Schule in Limburg kam sie mit dem Rad viel schneller als mit dem Bus. So ging das weiter. Als sie später in Frankfurt-Bockenheim wohnte, zur Arbeit aber nach Sachsenhausen musste, lief sie einfach die Strecke über den Hauptbahnhof und die Friedensbrücke zum Büro in der Forsthausstraße, wo sie duschen konnte. Die drei Triathlon-Disziplinen hatte sie auf ganz natürliche Art und Weise in sich vereint. 

In den späten 1970er Jahren schwappte die Triathlon-Welle vollends von Amerika nach Deutschland über. 1986 wurde im Taunus der erste Wettkampf angeboten: 1200 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen. Friedel Metz war die einzige weibliche Teilnehmerin. Bei der Anmeldung sagte man ihr: „Wenn Sie das schaffen, haben Sie schon gewonnen.“ Sie schaffte das. Und sie hatte fortan Blut geleckt und trainierte nun gezielt – mit den neuesten Informationen von ihrem Sohn Dieter versorgt, der zu dieser Zeit in Darmstadt studierte, der Hochburg des Triathlon in Deutschland. 1988 gründete Friedel Metz den Lauftreff der Spielvereinigung Hadamar und scharte Gleichgesinnte um sich herum. Auch bei der Gründung der Tria-Equipe Elz, dem ersten Triathlon-Verein im NNP-Land, war sie 1989 mit dabei. Friedel Metz ist mehrfache Deutsche Meisterin und Europameisterin im Triathlon. 

Im Duathlon – ihrer eigentlichen Stärke, weil sie hier das Schwimmen ignorieren darf – ist sie seit vielen Jahren die beste auf der Welt in ihrer Altersklasse, wie ihr jüngster Titelgewinn zeigt. Hier sehen in der Regel etliche wesentlich jüngere Athletinnen nur die Fersen von Friedel Metz. In ihr haben der heutige SV Rot-Weiß Hadamar und die Triathlon Equipe Elz ein absolutes Juwel, das es auf Händen zu tragen gilt. Die jetzt 80-Jährige ist nicht nur sportlich ein Idol, sondern ein Mensch mit Herz, zu dem man aufschaut, dem man großen Respekt zollt und dem man zuhören sollte, wann immer es geht. 

Deshalb wird die Gratulantenschar heute groß sein bei Friedel Metz. Alle werden sie kommen, die Familie, die Freunde, die Vereinskameraden, viele Mitstreiter aus etlichen harten, stets fair geführten Wettkämpfen.

Auch die Sportredaktion der Nassauischen Neuen Presse gratuliert einer großen Sportlerin von Herzen und wünscht sich, noch viele Jahre lang über Friedel Metz’ Heldentaten berichten zu dürfen!

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