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Fabris Brayan Afou Nga (Vatanspor, rechts) hat es auf den Ball abgesehen, den Kai Hohmann (-Sportfreunde) führt

Fußball, Hochtaunus

SF Friedrichsdorf müssen beim TSV Vatanspor doch noch um den Sieg zittern - 4:2

Der dritte Elfmeter bringt im Taunus-Derby der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West die Entscheidung. Vatanspor Bad Homburg hat derweil einen neuen Sportchef vorgestellt.

Im Spiel der Woche hatten beide beteiligten Mannschaften etwas gutzumachen. Vatanspor Bad Homburg verlor zuvor mit 2:6 beim SKV Beienheim, die Sportfreunde Friedrichsdorf mit 3:7 gegen die FG Seckbach. Zwar zeigten beide Teams am Samstag bemüht Ansätze, doch insgesamt blieben sie erneut einiges schuldig. Die Gäste aus Friedrichsdorf siegten am Ende mit 4:2 im Sportzentrum Nord-West, doch trotz der sechs Tore genügte die Leistung nicht den Ansprüchen, die man an Gruppenligisten stellen darf.

Nachdem der Aufsteiger zwischenzeitlich mit 3:0 in Führung lag, geriet der Auswärtssieg spät im Spiel noch einmal in Gefahr. „Unglaublich, dass man nach diesem Spielverlauf dann doch noch mal zittern muss“, schüttelte SF-Sportchef Martin Schmidt den Kopf.

Nicht erst in der Schlussphase wirkten die Sportfreunde fahrig. Schon zu Beginn ließ man die Gastgeber gewähren, doch Vatanspor blieb bei allem Engagement im letzten Drittel äußerst harmlos. Der Verbandsliga-Absteiger trat erneut in einer Notbesetzung an, konnte jedoch im Vergleich zum Beienheim-Spiel mit Jan Bieker (zurück aus dem Urlaub) immerhin einen gelernten Torwart aufbieten. Dafür herrschte bei den Gästen Notstand zwischen den Pfosten. Aufgrund des Ausfalls von Enver Osmanovic hütete Torwart-Trainer Daniel Eick den Kasten. Der mittlerweile 41-Jährige machte seine Sache gut, wurde aber nur selten gefordert.

Bieker bekam hingegen etwas mehr zu tun und musste sich in der 38. Minute erstmals geschlagen geben. Schon kurz zuvor hatte Vatanspors neuer Sportlicher Leister Fabian Durst eine Schwachstelle auf der linken Seite erkannt. Genau diese nutzten die Sportfreunde. Eine Flanke vom Flügel legte Deniz Pekgüzelyigit uneigennützig auf Alexandros Theodosiadis ab, woraufhin dieser aus rund zwölf Metern zum 1:0 einschob.

Kurz vor der Pause ergab sich für die Sportfreunde eine gute Kontergelegenheit, um auf 2:0 zu erhöhen. Nach einer Ecke der Gastgeber schalteten die Gäste blitzschnell um, doch Ömer Hotaman verhinderte in einer Unterzahlsituation mit gutem Stellungsspiel Schlimmeres. Kurz nach dem Wechsel fiel dann aber doch der zweite Treffer für die Sportfreunde. Die Hintermannschaft von Vatanspor klärte in der Szene zweimal zur Mitte, wo schließlich Emin Basdar aus dem Rückraum zum Abschluss kam. Sein platzierter Flachschuss markierte das 2:0 (53.). Als Ali Razai nach rund einer Stunde einen Strafstoß verwandelte (3:0/61.), schien die Partie entschieden. Friedrichsdorf lag komfortabel vorn, ohne wirklich überzeugen zu müssen.

Angetrieben von TSV-Coach Necip Incesu, der sich bereits in der 56. Minute einwechseln musste, kamen die Hausherren aber nochmal zurück in die Partie. Luka Coric erzielte mit einem feinen Distanzschuss das 1:3 (70.), Danyal Tekin verwandelte einen Foulelfmeter zum 2:3 (89.). Doch der Anschlusstreffer fiel zu spät, die Kräfte der dezimierten Heimmannschaft waren aufgebraucht. Zudem wurde der bis dahin unauffällige Florian Kister in der Nachspielzeit bei einem starken Dribbling elfmeterwürdig gefoult. Der insgesamt dritte Elfer, der vom eingewechselten Dino Cakovic verwandelt wurde (90.+2), brachte die Entscheidung.

„Wir kamen nach dem 0:3 wieder, hatten sogar die Chance zum 3:3“, so Incesu, „ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen.“ Trotz der vielen Verletzten und Angeschlagenen – schon in der ersten Halbzeit signalisierten gleich drei Spieler ihren Wechselwunsch – bewies Vatan Moral. Zählbares nahmen jedoch nur die Gäste mit. „Wir haben uns schwergetan“, gestand SF-Trainer Josip Coric, „am Ende heißt es aber ,Mund abputzen‘. Wir haben die drei Punkte geholt.“

TSV Vatanspor Bad Homburg: Bieker – Penava (61. Boutahar), Da Silva, Hotaman – Afou Nga, Fung, Ujma (45.+1 Benhima), Coric – Tekin – Pekdemir, Usfa (56. Incesu). Trainer: Necip Incesu. Sportfreunde Friedrichsdorf: Eick – Razai, Paci, Strenkert, Theodosiadis – Pulino – Pekgüzelyigit, Koyun (70. Jurisic), Basdar (84. Cakovic), Hohmann (74. Horn) – Kister. Trainer Josip Coric. Tore: 0:1 Theodosiadis (38.), 0:2 Basdar (52.), 0:3 Razai (61./FE), 1:3 Luka Coric (70.), 2:3 Tekin (89./FE), 2:4 Cakovic (90. + 2). Torchancen: 5:8. – Eckbälle: 1:3. – Zuschauer: 120. – Gelbe Karten: Hotaman/ Pekgüzelyigit, Basdar, Horn. Beste Spieler: Afou Nga, Da Silva, Coric/Eick, Theodosiadis, Pekgüzelyigit. Spielnote: 4-. Es gibt viele unterhaltsame Aktivitäten für einen Samstagabend – diese Partie gehörte nicht dazu. Schiedsrichter: Eric Wettels (Fulda). Note: 2. Lag bei den Elfmeterentscheidungen richtig, wirkte auch sonst meist souverän.

Vatanspor: Neuer Sportchef Fabian Durst möchte U19-Team bilden

Der TSV Vatanspor Bad Homburg hat einen neuen Sportlichen Leiter. Kurz vor der Partie gegen die Sportfreunde Friedrichsdorf unterschrieb Fabian Durst bei dem vormaligen Verbandsligisten. Zuvor trainierte der 27-Jährige die U19 der TSG Wieseck, die als Amateurverein mit einem erfolgreichen Nachwuchsleistungszentrum ausgestattet ist. Aufgrund seiner Tätigkeit beim Gießener Stadtteilclub wurde unter anderem auch Vatanspors neuer Vorstandschef Yasin Bozdag auf Durst aufmerksam. „Den ersten Kontakt gab es vor rund zwei Jahren“, sagt sich Bozdag. Über eine Zusammenarbeit habe man damals noch nicht gesprochen, wie beide nun erzählen, allerdings hätten sich die Fußballbegeisterten auf Anhieb gut verstanden. Als Bozdag dann nach Bad Homburg ging, erinnerte er sich an Durst und dessen Kompetenzen speziell im Nachwuchsbereich.

Eigentlich sollte er das ,Team hinter dem Team‘ ab dem Sommer ergänzen, doch nach dem Abgang von Sportchef Hüseyin Güven wurde Dursts Verpflichtung vorgezogen. „Nach fast sechs Jahren als Trainer in Wieseck wollte ich eine Veränderung“, sagte Durst, „und ich glaube, ich passe gut zu Vatanspor und der Philosophie, auf junge Spieler zu setzen.“ Kurzfristig gilt es die Rückrunde zu planen. Für den zweiten Teil der Saison möchte Durst drei bis fünf Spieler holen, um den Kader in der Breite zu verstärken. Mittelfristig will er sich mit Bozdag und dem Vorstand einer noch größeren Herausforderung stellen: Der Gründung einer U19. „Dafür benötigt es viel, viel Zeit, Geduld und Anstrengung“, betont Durst, „aber mit der Manpower, die es hier gibt, habe ich gar keine Bedenken, dass wir das hinbekommen.“

ROBIN KUNZE

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