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Der Steinbacher Dennis Wegner (weißes Trikot) wird vom Friedrichsdorfer Emin Basdar gestört.

Fußball, Hessenpokal

Die SF Friedrichsdorf spielen frech, sind gegen den TSV Steinbach aber chancenlos - 0:5

Erwartungsgemäß deutlich unterliegen die Sportfreunde Friedrichsdorf im Hessenpokal dem Regionalliga-Zweiten TSV Steinbach Haiger. Trotz des Endstandes von 0:5 (0:2) hat sich der Gruppenligist aber nichts vorzuwerfen.

Mit einem Sieg ihrer Mannschaft im Achtelfinale des Fußball-Hessenpokals hatten die Fans der Sportfreunde Friedrichsdorf am Mittwochabend nicht gerechnet. Doch nach den ersten drei Gegentoren beim gestrigen 0:5 gegen den TSV Steinbach Haiger herrschte Aufregung im Lager der drei Etagen tiefer beheimateten Gastgeber.

Beim 0:1 von Serhat Ilhan (11.) reklamierten nicht nur die Zuschauer, sondern auch SF-Keeper Enver Osmanovic ein Handspiel. Gut möglich, dass dem Angreifer der Ball vor dem Tor an den Arm sprang. Final ließ sich das nicht klären. Der Treffer zählte jedenfalls, wie auch das 0:2 durch Michael Schüler (32.), der nach einer Ecke per Innenseite frei im Fünfmeterraum einschob, sich diese Freiheit allerdings mit einem Rempler verschafft hatte.

SF-Keeper Enver Osmanovic pariert den Elfmeter von Dennis Wegner (9. Minute).

Über das 0:3 durch Jannik Mause (53.) herrschte dann die größte Aufregung unter den 250 Zuschauern. Der Steinbacher wurde in der Folge eines Konters in stark abseitsverdächtiger Position angespielt, doch das Schiri-Gespann entschied im Zweifel für den Angreifer.

Bis dahin hatte sich der Underdog jedoch gut geschlagen. Dennis Wegner hatte zudem einen Strafstoß am Tor vorbei geschossen (nach Foul an Herzig), Enver Osmanovic war in die richtige Ecke abgetaucht (9.). „Wir haben am Anfang sehr gut gestanden, gut gegen den Gegner gearbeitet“, sagte SF-Flügelflitzer Deniz Pekgüzelyigit. Er war es auch, der kurz vorm 0:3 mit dem ersten Torschuss Steinbach Haigers Keeper prüfte, generell viel Laufaufwand und Engagement an den Tag gelegt hatte. „Respekt hatte ich vor dem Gegner, Angst aber auf keinen Fall“, so Pekgüzelyigit. Mit seiner frechen und äußerst giftigen Zweikampfführung „verdiente“ er sich den ein oder anderen Spruch und bösen Blick aus dem Lager der Gäste.

Hohes Tempo, wenig Zeit

Wirklich gefährlich wurden die Sportfreunde jedoch nicht. Dafür legte der Regionalligist – als Tabellenzweiter schärfster Verfolger des Spitzenreiters 1. FC Saarbrücken – einfach ein zu hohes Tempo vor. Die Gastgeber hatten bei Ballbesitz so gut wie nie Zeit, vermieden jedoch trotzdem die langen Schläge und versuchten sich spielerisch aus der Dauerbedrängnis zu lösen. Lobend erwähnen muss man Okan Koyun, der speziell in der zweiten Hälfte eine feine Technik und guten Überblick bewies und sich so zumindest aus einigen Situationen gut befreien konnte. Szenenapplaus bekam zudem Kai Hohmann, der in der Schlussphase Ex-Bundesligaprofi Nico Herzig (Alemannia Aachen) den Ball abluchste. Da lagen die Sportfreunde allerdings schon mit 0:5 zurück – und hatten einen Mann weniger auf dem Feld.

250 Zuschauer verfolgten das Hessenpokalspiel im Friedrichsdorfer Sportpark.

In der 72. Minute sah Alexandros Theodosiadis, der den aus privaten Gründen abwesenden Coach Josip Coric als Spielertrainer vertrat, Gelb-Rot. Er hatte sich offenbar gegenüber dem Linienrichter im Ton vergriffen und sah kurz darauf die Ampelkarte. Auch danach gaben sich die Hausherren jedoch nicht auf, aber Steinbach Haiger nutzte seine Feldüberlegenheit aus. Mause stellte in der 77. Minute nach drei schnellen Querpässen im Friedrichsdorfer Strafraum auf 0:4, Dino Bisanovic besorgte drei Minuten später im Eins-gegen-eins mit Osmanovic den 0:5-Endstand. Zuvor hatte Osmanovic noch zwei gute Chancen für Dennis Wegner vereiteln können (65., 69.). Am Ende hatte der Favorit zwar verdient gewonnen, doch war das Ergebnis um ein oder gar zwei Tore zu hoch ausgefallen. Um es mit den Worten von Deniz Pekgüzelyigit zu sagen: „Der Unterschied von drei Spielklassen war nicht immer zu sehen.“

ROBIN KUNZE

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