Vorbeigezogen: Friedrichsdorfs Kapitän Adrian Bitiq (links) lässt sich von Vito Corrado (TuS Merzhausen) nicht aufhalten.
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Vorbeigezogen: Friedrichsdorfs Kapitän Adrian Bitiq (links) lässt sich von Vito Corrado (TuS Merzhausen) nicht aufhalten.

Fußball, Gruppenliga

Das 4:3 in Friedrichsdorf stellt keinen zufrieden

Fehlende Cleverness auf der einen, eine Reaktion, die zu spät kam auf der anderen Seite ? das Gruppenliga-Derby zwischen Friedrichsdorf und Merzhausen ließ allerorts Wünsche offen .

Die gute Nachricht für Metin Yildiz lautete nach dem Spiel seines FSV Friedrichsdorf gegen den TuS Merzhausen: Dank des 4:3-Erfolges konnte man sich mit drei Punkten vom Konkurrenten im Abstiegskampf der Fußball-Gruppenliga absetzen. Zum Jubeln war dem Trainer aber dennoch nicht zumute. „Dass wir uns nach einem 3:0 noch einmal das Heft so aus der Hand nehmen lassen, ist eigentlich ein Unding“, stöhnte er.

Richtig gelesen: Nach einer halben Stunde lagen die Gastgeber in dem so wichtigen Derby komfortabel mit 3:0 vorne. Dieses Zwischenergebnis hatte auch nichts mit Glück zu tun. Der FSV verdiente sich den Vorsprung durch ein kompaktes Auftreten in der Verteidigung und feinen Angriffen in die Tiefe. Dass diese so häufig in Abschlussmöglichkeiten mündeten, hatte auch mit den Gästen zu tun. Der TuS Merzhausen stand „hoch“ und sah nach Ballverlusten meist nur noch die Hacken der Gegenspieler. Damit war das Abwehren von Angriffen meist Schlussmann Tom-Luca Meiller überlassen.

„Mir hat die Leistung unseres Torwartes heute sehr gefallen, er hat uns mehrere Male im Spiel gehalten“, lobte TuS-Betreuer Ralf Sartoris, „aber er hat mir in gewisser Weise auch leidgetan, denn er wurde von den Vorderleute zu oft allein gelassen.“ Anders als der suspendierte Onay Sen, der fast schon als Libero agiert, hat Nachwuchsmann Meiller seine Stärken auf der Linie. Als er sein Tor in der 10. Minute gezwungenermaßen verlassen musste, weil Francesco Marino frei durch war, brachte Meiller den FSV-Stürmer zu Fall. Den Strafstoß verwandelte Sabit Zejnullahu souverän ins rechte Eck, wurde dann von Schiedsrichter Volker Höpp (Dauernheim) allerdings zurückgepfiffen, um letztlich im zweiten Anlauf präzise ins linke Eck zu treffen.

Leichtfertige Ballverluste im Merzhausener Spielvortrag nutzte Friedrichsdorf per Marino-Doppelschlag zum 2:0 (26.) und 3:0 (30.). Erst hatte Steffen Fuchs den mitgelaufenen Stürmer mit viel Übersicht bedient, dann hatte Burak Sahin mustergültig aufgelegt. Beide Male kam der FSV mit Tempo über die linke Seite. Merzhausen konnte aber durch Kai Wanner noch vor der Pause Hoffnung schöpfen. Friedrichsdorf schaffte es nicht, einen Eckball entscheidend zu klären, so dass Wanner den Ball an der Strafraumkante aus der Luft annehmen und mit der nächsten Berührung im langen Eck versenken konnte (42.). Verdient war der Treffer nicht unbedingt, aber technisch hervorragend vollendet allemal.

Nach dem Seitenwechsel dürstete die Heimmannschaft wohl danach, den alten Vorsprung wieder herzustellen. Statt das 3:1 clever zu verteidigen, rückte das Team plötzlich weit auf. Die Räume nutzte erneut Wanner. Einen Steilpass erlief er, drehte dann von der Grundlinie zum Tor und donnerte den Ball mit einem satten Linksschuss in die Maschen (54.).

Das große Aufbäumen von Merzhausen blieb danach zunächst aus. Auch die Gastgeber scheiterten mal an sich selbst, dann wieder am starken Meiller. Erst nachdem Steffen Fuchs aus abseitsverdächtiger Position zum 4:2 traf (75.), setzten die Gäste zum Sturmlauf an. Schon in der 77. Minute verkürzte Wanner mit seinem dritten Streich auf 4:3.

Tore fielen danach keine mehr – es flog aber noch ein Spieler. Labinot Lugolli war erst in der 90. Minute für den FSV aufs Feld gekommen und holte sich in fünf Minuten wegen Trikothaltens und einer Undiszipliniertheit Gelb/Rot ab. Yildiz zu diesem ,Kunststück‘ seines Wechselspielers: „Eine Frechheit.“ So richtig glücklich war am Ostermontag niemand im Friedrichsdorfer Sportpark.

FSV Friedrichsdorf: Mohr – Koyun, Mouma, Schwarzer, Rüdiger – Celikci, Bitiq, Zejnullahu – S. Fuchs (90. Lugolli), Marino (84. Vaughan), Burak (86. F. Fuchs). – TuS Merzhausen: Meiller – Corrado. Zrakic, Paci, Hartmann (30. Tesfamicael) – Hohmann, Iwan (67. A. Razai), Banchetto, F. Razai – Salihovic, Wanner. – Tore: 1:0 Zejnullahu (11./FE), 2:0/3:0 Marino (26., 30.), 3:1/3:2/4:3 Wanner (43., 54., 77.), 4:2 S. Fuchs (75.). – Gelb-Rote Karte: Lugolli (FSV, 90.+5).

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