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Trainer Enis Dzihic hadert auf der Bank. Seit 16 Pflichtspielen sind die SF Friedrichsdorf ungeschlagen. Trotzdem muss der Trainer gehen.

SF Friedrichsdorf

Sportfreunde: Dick kommt für Dzihic

Nach gut neun Monaten ist die Zusammenarbeit zwischen Enis Dzihic und den SF Friedrichsdorf Geschichte. Der ambitionierte Kreisoberligist holt dafür einen renommierten Trainer quasi aus dem Ruhestand.

Die Fußballmannschaft überwintert auf dem ersten Tabellenplatz mit 39 Punkten aus 17 Spielen. Nur zwei Begegnungen wurden verloren, die letzten 16 Partien (Kreispokal eingerechnet) nicht mehr. Das Torverhältnis lautet 73:24. Da spricht eigentlich alles gegen eine Diskussion über den Trainer. Noch mehr als das hat es bei den Sportfreunden Friedrichsdorf gegeben. Noch vor dem Vorbereitungsauftakt auf die Restrunde hat sich der ambitionierte Kreisoberligist von Trainer Enis Dzihic getrennt und Bodo Dick als Nachfolger verpflichtet.

Dass die Ansprüche bei den Sportfreunden in dieser Saison hoch sind, wusste Enis Dzihic, Ex-Profi von RW Erfurt, VfR Mannheim und SV Wehen Wiesbaden. Der 44-Jährige war bereits in der Endphase der Vorsaison eingestiegen und war demnach mit Sicherheit auch in die Zusammenstellung des Kaders involviert, in dem es vor Spielern mit höherklassiger Erfahrung nur so wimmelt. Den Königstransfer landete der Kreisoberligist während der Runde, als von Regionalligist Hessen Dreieich Alexandros Theodosiadis nach Friedrichsdorf geholt wurde.

„Tabellarisch im Soll“

Klar, dass der Marschbefehl Meisterschaft und Aufstieg lautete. Auf dem Weg dorthin befinden sich die Sportfreunde auch, allerdings dicht gefolgt vom EFC Kronberg und der SpVgg Bad Homburg. Kommt im Verein eventuell schon Nervosität auf, wenn man nicht alle Gegner klar besiegt?

Bodo Dick ist neuer Trainer der SF Friedrichsdorf.

„Tabellarisch sind wir im Soll“, sagt Martin Schmidt, Sportlicher Leiter bei den Sportfreunden. Aber die nackten Resultate sind bekanntlich nicht alles. In jeder Fußballmannschaft muss ein Klima herrschen, als Voraussetzung für den sportlichen Erfolg. Und offensichtlich gab es bei den Sportfreunden atmosphärische Störungen. „Die gab es auch“, möchte Schmidt dies gar nicht leugnen. Er schiebt jedoch hinterher: „Die gibt es aber bei jeder Mannschaft und die waren nicht ausschlaggebend.“

Vielmehr hätte es unterschiedliche Auffassungen gegeben über die weitere Entwicklung in der Mannschaft und im Verein, sagt Martin Schmidt. „Enis hat da eine andere Philosophie als ich, das hat nicht mehr gepasst.“

Dzihic bestätigt diese Aussage. „Wir haben andere Vorstellungen“, sagt der frühere Stürmer. „Ich arbeite gern mit jungen, hungrigen Spielern zusammen und verlange eine professionelle Einstellung. Mir war schon bei Zusammenstellung des Kaders bewusst, dass es Probleme geben kann. Wir haben Super-Charaktere in der Mannschaft, aber klar war, dass nie alle spielen können. Es gab Unzufriedenheit bei denen, die auf der Bank saßen, gerade wenn es namhafte Leute waren.“ Am liebsten hätte Dzihic professioneller gearbeitet, etwa dreimal statt zweimal wöchentlich trainiert, aber auch dagegen hätte es Widerstand gegeben, erzählt er.

„Stets perfektes Training“

Dzihic, der zurzeit seine Trainer-A-Lizenz absolviert, gehe mit ruhigem Gewissen. „Die Mannschaft bekam unter mir immer ein perfektes Training geboten“, stellt er unaufgeregt heraus. Seinem Nachfolger habe er die besten Voraussetzungen hinterlassen, die Saison erfolgreich zu beenden.

Der neue Trainer ist im Hochtaunus ein alter Bekannter. Bodo Dick hat als Spieler wie als Trainer einen guten Namen. Bei der SpVgg 05 Bad Homburg war er schon in der A-Jugend ein erfolgreicher Torjäger. Er schoss später für die „Nullfünfer“ und andere Vereine in der Oberliga Hessen Tore am Fließband. Als Trainer war er erfolgreich unter anderem bei seinem Heimatverein FV Stierstadt, der Usinger TSG und TuS Merzhausen.

Der 68-jährige Dick ist auch vom Typ her ein echtes Kontrastprogramm zu Dzihic. Für viel Gesprächsstoff rund um die SF Friedrichsdorf, die Ende des Monats wieder das Training aufnehmen werden, ist auf jeden Fall gesorgt.

von Wolfgang Kullmann

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