+
Der beste WM-Torschütze aller Zeiten und sein „Co“ aus dem Taunus: Miroslav Klose (rechts) und Slaven Skeledzic.

Miro Kloses rechte Hand

Wie der frühere Taunus-Torjäger Slaven Skeledzic als Jugendtrainer beim FC Bayern landete

Weltenbummler Slaven Skeledzic ist in München angekommen. Er arbeitet als Co-Trainer Miroslav Klose zu. Einen Scout des FC Bayern kennt der frühere Hochtaunus-Torjäger noch aus seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt.

Dass Miroslav Klose, der Weltmeister von 2014 und mit 16 Treffern bester WM-Torschütze aller Zeiten, die U-17-Junioren des deutschen Rekordmeister FC Bayern München trainiert, ist vielen Fußball-Fans in Deutschland hinlänglich bekannt. Keinen Rummel gibt es um den Co-Trainer, der an Kloses Seite die B-Jugendlichen betreut, die in der Tabelle der Bundesliga Süd/Südwest nach 12 Spieltagen mit 33 Punkten und 29:12 Toren souverän an der Tabellenspitze stehen und sich somit berechtigte Hoffnungen machen dürfen, um die Deutsche Meisterschaft der Altersklasse U 17 mitzuspielen.

Kloses Assistent ist ein ehemaliger Stürmer, der im Hochtaunuskreis aus seiner aktiven Zeit bei der SpVgg 05 Bad Homburg und der Usinger TSG noch vielen Sportplatz-Besuchern in guter Erinnerung geblieben ist und als lizensierter Fußball-Lehrer etliche spätere Profis unter seinen Fittichen gehabt hat: Slaven Skeledzic. 

Der Weltenbummler in Sachen Fußball hat vor Beginn der Saison einen Vertrag im Nachwuchs-Bereich des FC Bayern unterschrieben. Nicht nur, weil er zum zweiten Mal heiratete, ist er im Juni in München angekommen. Fünf Kilometer vom Bayern-Campus entfernt, fand er – mit Kloses Hilfe – eine schöne Wohnung.

Glücksfall für jeden Trainer

„Beim FC Bayern München arbeiten zu können, ist ein Glücksfall für jeden Trainer“, schwärmt Skeledzic, der über seine Eltern, Bruder Dragan und die beiden Kinder aus erster Ehe noch immer einen guten Draht in den Taunus hat. „Die Rahmenbedingungen im Nachwuchsleistungszentrum sind hier in München so optimal, wie man sich das nicht besser wünschen kann.“

Auch von der U 17-Mannschaft, die er an der Seite von Miro Klose betreut, ist er sehr angetan: „Von den 21 Spielern gehören 12 noch dem jüngeren Jahrgang an und haben allesamt enormes Potenzial.“ Ob es einer von ihnen wirklich einmal in den Profi-Kader des Rekordmeisters oder bei einem anderen Verein schafft, hängt von Umständen ab, die ein Nachwuchstrainer nicht mehr oder nur noch in ganz geringem Maße beeinflussen kann.

Dass ihn der Weg von Afghanistan über China nach München führte, hat Skeledzic seinem immens großen Fußball-Netzwerk zu verdanken. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit beim FC Bayern ist ihm beispielsweise Marco Neppe über den Weg gelaufen. Es folgten ein großes „Hallo“ und eine freundschaftliche Umarmung, denn der 31-jährige Neppe – inzwischen Leiter der Scouting-Abteilung bei den Bayern – kickte einst in der Nachwuchsmannschaft der Frankfurter Eintracht unter den Fittichen von Trainer Skeledzic.

Auf einen Kaffee bei Kloses

Auch die Chemie zwischen dem WM-Torschützenkönig und dem früheren Goalgetter aus dem Taunus stimmte bereits beim ersten Treffen. Die beiden Fußball-Trainer lernten sich während eines ausgedehnten Kaffeetrinkens in Kloses Haus kennen. „Ich bin unfassbar stolz, dass ich mit Miro zusammenarbeiten darf“, sagt Weltenbummler Skeledzic. Umso schöner, dass sein neuer Arbeitgeber zu den weltweit besten Adressen im Profi-Fußball zählt. Der 46-Jährige könne sich sehr gut vorstellen, für lange Zeit gemeinsam mit dem sechs Jahre jüngeren Ex-Nationalspieler talentierte Jugendliche und/oder ehrgeizige Mannschaften auf dem Weg nach oben zu begleiten. Kloses Vertrag bei den B-Junioren des FC Bayern läuft noch bis zum Juni 2020 – dann wird man weitersehen.

Info: Slaven Skeledzic: Vom Taunus über Kabul und Guangzhou nach München

Slaven Skeledzic wurde am 15. November 1971 in Vares (Bosnien) geboren und als Fußballer von Eintracht Frankfurt ausgebildet. In den 1990er Jahren spielte er bei Rot-Weiss Frankfurt (unter anderem mit dem jetzigen Liverpooler Coach Jürgen Klopp), der SpVgg 05 Bad Homburg sowie der Usinger TSG. Seine ersten Schritte als Nachwuchstrainer machte Skeledzic als noch aktiver Spieler der UTSG in der damaligen A- und B-Jugend der JSG Usingen/Pfaffenwiesbach. 1999 wurde er bei Eintracht Frankfurt Co-Trainer in der von Armin Kraaz betreuten A-Jugend. Von 1996 bis 2010 gehörte er dem Trainerstab der Eintracht im Nachwuchsbereich an, wobei er zunächst die B-Junioren (U 17) und ab Sommer 2009 die A-Junioren (U 19) coachte. Die Trainer-A-Lizenz hatte Skeledzic bereits 2002 erworben, und sein Fußball-Lehrer-Diplom folgte 2009 an der Sporthochschule in Köln. Mit dem Königsteiner Sebastian Jung, Patrick Ochs, Marco Russ und Sonny Kittel avancierten mehrere seiner ehemaligen Schützlinge zu Bundesligaspielern. Mit Jermaine Jones (Deutschland/USA), Marko Marin (Deutschland), Cenk Tosun (Türkei), Timothy Chandler (USA) und Daniel Dziwniel (Polen) haben es fünf seiner ehemaligen Jugendspieler bis in die A-Nationalmannschaft ihres Landes gebracht. 2011 übernahm Slaven Skeledzic die U 17 von Hansa Rostock und wurde 2012 Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums von Hannover 96 (sowie Trainer der U 17), ehe er von Februar 2014 bis Februar 2015 in gleicher Funktion beim FSV Frankfurt in der 2. Liga tätig war. Dann verschlug es ihn ins Ausland: Vom 11. Februar bis zum 25. Oktober 2015 arbeitete er als Trainer der Nationalmannschaft von Afghanistan und war für das Jugendkonzept des Verbands verantwortlich. Dazu hielt er sich auch mehrfach im Krisengebiet in Kabul auf. Vom 21. Juni 2016 bis Ende 2017 stand er als Nachwuchs-Koordinator beim chinesischen Meister Guangzhou Evergrande in der Fußball-Akademie unter Vertrag. Cheftrainer der Profis war kein Geringerer als Luiz Felipe Scolari, Trainer der brasilianischen Weltmeister-Elf von 2002. Zum Berater-Stab der Akademie gehörte Marcello Lippi, damals Coach von Chinas Nationalmannschaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare