Mit Hope, Danönchen und Androdine auf Kurs

Frühjahrsturnier des RFV St. Georg Oberursel-Bommersheim

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Rath, Linsenhoff, Ihring – die Taunusdressurreiterei brilliert beim Frühjahrsturnier des Bommersheimer RFV St. Georg reihenweise mit Spitzenplätzen.

Matthias Alexander Rath ist zurück. Beim Frühjahrsdressurturnier des RFV St. Georg Oberursel-Bommersheim hat sich der Kronberger Ex-Totilas-Reiter im Sattel der zwölfjährigen Oldenburger Stute Hope bei beiden High-End-Prüfungen jeweils souverän an die Spitze gesetzt.

Rath hat damit Hoffnung darauf verbreitet, dass er sich nach Totilas’ tragischem Karriereende auf den Weg zurück an die Spitze der deutschen Dressurreiterei gemacht hat. Mit der dunkelbraunen Stute ist er derzeit bestens beritten. Hope ist, hippologisch betrachtet, als Tochter des His Highness von wahrhaft königlichem Geblüt – Großväter Hohenstein und Rubinstein I, Urgroßvater der legendäre Donnerhall – besser kann ein Pedigree für ein Dressurpferd kaum sein.

Rath gewann den „Prix St. Georges Special“ als Schlussreiter vor Mitfavoritin Uta Gräf (RFV Weisenheim am Sand) mit dem neunjährigen Hannoveraner „Feeling Good“ (69,919). Gräf hatte bereits mit ihrem Zweitpferd, dem neunjährigen Westfalen Deliano (68,658), lange vorne gelegen. Bei der S*-Prüfung tags zuvor hatte sich die exakt die gleiche Konstellation ergeben.

Bei der S*-Dressur St. Georg Special kommt es auf die Qualität der Grundgangarten und die Regelmäßigkeit der Bewegungen an. Im starken Trab werden Elastizität, Balance und exzellente Aktivität der Hinterhand verlangt, bei den Traversalen zählen das Gleichmaß der Längsbiegung, die Versammlung, Balance sowie das exakte Kreuzen der Beine. Höhepunkte der Prüfung sind die beiden aus dem Galopp heraus entwickelten Halbpirouetten, bei denen Takt, Tempo und Fußfolge erhalten bleiben müssen. Sowohl „Hope“, als auch „Feeling Good“ konnten den Anforderungen mehr als genügen. Das Kronberger Paar wirkte aber kraftvoller und einen Hauch eleganter.

Hoffnung kommt auch bei Laura Ihring auf. Die 20-jährige Oberurselerin hat die Farben ihres Heimatvereins bestens vertreten. In einer Dressurprüfung S* um die Qualifikation des vom Pferdesportjournal ausgeschriebenen U25-Cups ritt sie mit der zwölfjährigen niederländisch gezogenen Stute Androdine, die sie seit einem knappen halben Jahr unterm Sattel hat, an die Spitze des Feldes (67,63 Prozent) und hatte dabei nur eine Aufgabe: sich selbst zu schlagen. Mit der 19-jährigen Oldenburger Stute What’s up (66,86) belegte Platz eins und zwei. Die Bad Homburgerinnen Hannah Allescher (RSG Fichtenhof) mit Duke on Fire (64,03) und Marie v. Westphalen (RSG Bad Homburger Kronenhof) mit Fairway (63,94) wurden Siebte und Achte.

Der U25-Cup gibt jungen Reitern die Chance, unter sich ihre Grenzen auszutesten, ohne dass Berufsreiter die Maßstäbe verschieben. Der Cup begann mit einer mittelschweren Einlaufprüfung auf M-Niveau. Liselott Marie Linsenhoff (Kronberg/69,21) überzeugte mit dem zehnjährigen Oldenburger Danönchen, den sie von ihrem großen Bruder Matthias Rath „geerbt“ hat.

Ihring hat, obwohl es anfangs nicht danach aussah, mit der bereits in der schweren Klasse Intermediaire I platzierten Androdine aufs richtige Pferd gesetzt. Die von Sandro Hit und Muttervater Rubinstein I abstammende Stute galt nicht als sehr leichtrittig, kam bei Ihring aber in sehr talentierte Hände. Ihr Heimtrainer Heinz-Günther Scholten, zugleich Landesjugendtrainer, zeigte sich vom Siegesritt seines Schützlings tief beeindruckt: „Das Paar hat binnen kürzester Zeit zueinander gefunden und lässt Potenzial nach oben erkennen.“

Ihring präsentierte die Stute in souveräner Manier. Die Schrittpirouetten, die als Maßstab für die Versammlungsfähigkeit eines Pferdes gelten, gelangen gut. Gelungen auch die wie an der Schnur gezogenen Galoppwechsel und taktreinen Galopppirouetten. Die Woche zuvor hatten Ihring/Androdine schon die Auftaktprüfung im U25-Cup beim Frühjahrsturnier im Hofgut Adamstal/Wiesbaden gewonnen. Die Finalteilnahme im Hofgut Liederbach sollte sicher sein.

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