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Karbachs David Eberhardt (links) will es nicht wahrhaben, dass ihn Schiedsrichter Markus Dunsbach für seine Notbremse gegen den Eisbachtaler David Quandel (rechts) vom Platz stellt – der erste von fünf Platzverweisen in einer stellenweise hitzigen Partie. 

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

Fünf Platzverweise im Eisbachtalstadion

Die Eisbachtaler Sportfreunde haben sich in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar nach 3:1-Führung mit 3:3 vom FC Karbach getrennt. Es ging hoch her im Eisbachtalstadion.

VON ANDREAS EGENOLF

„Das gibt es nicht. Da ist unglaublich“, ärgerte sich Eisbachtals Trainer Marco Reifenscheidt im Heimspiel der Rheinland-Pfalz/Saar gegen den FC Karbach lauthals, während er in der 80. Minute seine Snapback-Mütze samt Vereinslogo auf den Boden warf. Ein Sinnbild für die Partie seiner Mannschaft, deren Spiel von luftiger Höhe schnell auf dem Boden der Tatsachen gelandet war. 3:3 (3:1) hieß es am Ende einer für die Zuschauer munteren Partie, in der es fünf Platzverweise gab.

Ein Grund für den Reifenscheidt-Frust: Dominik Kunz. Der Karbacher Mittelfeldmann war für alle drei Tore der Hunsrücker verantwortlich (24., 47., 80.), wobei zumindest Treffer Nummer zwei unter gütiger Mithilfe der Sportfreunde den Weg ins Tor gefunden hatte. Ein Freistoß rund drei Meter von der FC-Bank entfernt, war lange durch die Luft über Freund und Feind hinweggesegelt unter die Querlatte – SFE-Keeper Johann Heinz sah wahrlich nicht gut aus.

Dabei hatte für die Eisbachtaler alles sehr gut begonnen, denn sie waren sichtbar gewillt, die 0:10-Blamage von Elversberg wettzumachen. Marco Reifenscheidt setzte auf volle Offensivpower und bot mit Lukas Reitz, Robin Stahlhofen, David Quandel und Steffen Meuer erstmals seine komplette Sturmreihe gemeinsam von Beginn an auf. Das sollte sich prompt bezahlt machen: David Quandel setzte den Ball aus 22 Metern humorlos ins lange Eck zur Führung (21.). Der frühere Bezirksliga-Torjäger hatte schon wenige Minuten nach Beginn einen Ball an den Pfosten geschossen (4.), und auch Eito Nakai hatte aus 20 Metern die Führung nur knapp verpasst (2.). Für einen zwischenzeitlichen Dämpfer sorgte Karbachs Kunz mit seinem ersten Treffer (24.), doch David Quandel stellte den Abstand nach klasse Vorlage von Steffen Meuer vom Fünfer aus wieder her (26.). Dass es auch umgekehrt geht, bewies das Duo drei Minuten später: Quandels klugen Querpass verwertete der junge Großholbacher zum 3:1 (29.). Jonas Hannappel (31.) und Lukas Reitz (38.) ließen beste Möglichkeiten ungenutzt. Karbach hätte seinerseits durch Enrico Köppen (41.) vor der Halbzeit den Anschlusstreffer erzielen müssen, doch nach einem Patzer von SFE-Keeper Heinz traf der FCK-Stürmer aus drei Metern das leere Tor nicht (41.).

Nach der Pause war von der bis dato überragenden Eisbachtaler Offensive nur noch wenig Zielstrebiges zu sehen. Und davon gab es so einige: Die Karbacher Eberhardt nach einer Notbremse gegen Quandel (49.) und Köppen nach wiederholtem Meckern (67.) mussten vorzeitig vom Platz. Doch auch jetzt versiebten die Sportfreunde reihenweise Chancen, so dass Dominik Kunz nach einer feinen Einzelleistung den 3:3-Ausgleich erzielte. Der Rest war besagte Flut Roter Karten.

Eisbachtal: Heinz, Vrella, Jost, Hundhammer, Brühl (57. Kleinmann), Reitz (83. Tautz), Quandel, Eito, Meuer, Stahlhofen (64. Tuchscherer), Jo. Hannappel – Karbach: Husic- Fischer (76. Schneider), Hohns, Jakobs (46. Jusufi), Kunz, Köppen, Eberhardt, Puttkammer, Oster (46. Kaya), Peuter, Denguezli – SR: Dunsbach (Landstuhl) – Zuschauer: 200 – Tore: 1:0 David Quandel (21.), 1:1 Dominik Kunz (24.), 2:1 David Quandel (26.), 3:1 Steffen Meuer (29.), 3:2 (47.), 3:3 (80.) beide Dominik Kunz.

Rot: Eberhardt (K./49./Notbremse), Denguezli (K./87./grobes Foulspiel), Marco Reifenscheidt (E./Trainer/87./Rudelbildung), Altin Vrella (E./90.+2/Notbremse) – Gelb-Rot: Köppen (K./67./wdh. Meckern).

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