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Da war die Bad Vilbeler Welt noch in Ordnung: Ajdin Maksumic (rechts) überwindet Hünfelds Torwart Sebastian Ernst zum 1:0.

Hessenliga

Fußball ist ungerecht

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Wenn sich schon der gegnerische Trainer für einen Punktgewinn quasi entschuldigt, dann darf man sich über ein Unentschieden wohl wirklich ärgern. So wie Bad Vilbels Amir Mustafic nach dem 2:2 gegen den Hünfelder SV.

„Wenn es einen Fußballgott gibt, dann war er diesmal allein auf unserer Seite. Mit so viel Dusel habe ich weder als Trainer noch früher als Spieler auswärts jemals einen Punkt geholt“, sagte Dominik Weber nach dem 2:2 (1:1) seines Hünfelder SV beim FV Bad Vilbel. Die Osthessen bleiben damit in der Tabelle der Hessenliga zwar um zwei Punkte hinter den Wetterauern, haben aber auch zwei Spiele weniger absolviert.

Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic konnte es nicht fassen. „Unglaublich, was wir an Chancen versemmelt haben. Das zieht sich bei uns wie ein roter Faden seit Rundenbeginn durch. Und dann die Gegentore: Wir sind nicht einmal hochgesprungen.“ So geschehen in der 45. Minute nach einer scharf an den Fünfmeterraum gezogenen Flanke von Lukas Budenz, als Kevin Krieger, obschon umringt von drei Bad Vilbelern, ungestört zum 1:1 einköpfen konnte. Und zwar „aus dem Nichts“, wie sein Trainer einräumte, denn bis dahin schienen die Gastgeber die zerfahrene Partie relativ gut im Griff zu haben. Vor allem nach dem 1:0 durch Ajdin Maksumic, der per Abstauber getroffen hatte, nachdem Schlussmann Sebastian Ernst einen Distanzschuss von Kristijan Bejic nicht hatte festhalten können (20.). Bejic hatte nach guter Ballbehauptung im Mittelkreis dann auch Alexander Bauscher auf die Reise geschickt, der jedoch frei vor Ernst den Kasten verfehlt hatte (41.).

Bad Vilbel übernahm nach der Pause gleich wieder die Initiative. Und obwohl es die Gastgeber am Ende eines guten Angriffs fast etwas zu kompliziert machten, gingen sie erneut in Führung: Maksumic trat den Ball nach Bejics Rückpass unter die Latte (51.). Doch dann „verdaddelten“ Maximilian Brauburger nach einem Fehlpass von Ernst (55.), Benjamin Sabic nach einer Flanke per Fuß (58.) und Bejic, der sich im Fünfmeterraum noch einmal vom Tor wegdrehte (62.), gute Gelegenheiten. Und das sollte sich rächen: Diesmal trat Budenz einen Freistoß vor das Tor, wieder war Krieger frei, was er zu einem wunderbaren Kopfball ins lange Eck nutzte (67.).

Eine Kerze anzünden

Am Ende hätte Hünfeld sogar noch in Führung gehen können, doch erstens ging der Kopfball von Sebastian Schuch an die Latte (83.), und zweitens wäre das laut Dominik Weber auch „des Guten zu viel“ gewesen. Den einen Punkt aber hatte sein Team irgendwie verdient, zumal Bad Vilbel in Person von Lukas Knell auch noch die letzte Großchance vergab: Er schoss aus elf Metern genau in die Tormitte, wo mit Ernst Hünfelds bester Mann stand und den Ball abwehren konnte. Danach stand für Dominik Weber endgültig fest: „Wir sollten in die Kirche gehen und eine Kerze anzünden.“ Und Amir Mustafic war natürlich bedient. „Es kommt einem ungerecht vor, aber so ist es eben im Fußball“, grummelte er – und man konnte diese Sichtweise verstehen.

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